Mythen rund ums Auge 1

Wer absichtlich viel schielt, dem bleiben die Augen stehen

Mythos: Ein hartnäckiger Mythos, der von Generation zu Generation weitergereicht wird und die Kinder davor bewahren sollen, was bisher kein einziges Mal dokumentiert wurde: Absichtliches Schielen verändert weder die Stellung der Augen noch vermag es sonst wie das Sehvermögen zu beeinträchtigen – also weiterschielen, solange sich das kindliche Gemüt daran erfreut.

 

Karotten gut – Augen gut

Tatsache: Vielleicht erstaunt es, aber unsere Grossmütter hatten Recht. Karotten sind ausgesprochen gut für die Augen, weil sie mit Beta-Carotin eine Vorstufe des Vitamins A enthalten, das für die Netzhaut unentbehrlich ist – unentbehrlich, um die Sehpigmente aufzubauen, welche die Lichtwahrnehmung überhaupt ermöglichen. Aber natürlich gilt das nicht nur für Karotten, sondern auch für Kürbisse, Pfirsiche, Spinat und viele Nahrungsmittel mehr. Der Mangel an Vitamin A ist ein Grund für die Erblindung von Kindern in Entwicklungsländern. Andererseits führt eine Überversorgung mit Vitamin A nicht etwa zu einem besseren Sehvermögen.

 

Sonnenschein ohne Sonnenbrille gefährdet die Augen

Mythos: Es klingt schon eigenartig, wenn die Sonne gewissermassen zum Feindbild erhoben wird. In den Bergen und am Meer herrscht eine höhere UV-Belastung, die für all jene zu hoch ist, die sich dieser ungewohnten Belastung nur dann und wann aussetzen – zum Beispiel in den Ferien. Eine gute Sonnenbrille leistet hier wertvolle Dienste. Wer jedoch ein Augenleiden hat, benötigt unter Umständen öfters einer Sonnenbrille, wie zum Beispiel nach einer Kataraktoperation (Grauer Star). Ansonsten sind unsere Augen den gewohnten Lichtverhältnissen gut angepasst und dadurch hinreichend geschützt.

Augenkrankheiten Grauer Star (Katarakt)

Worum geht es?

Die Katarakt bezeichnet eine allmähliche Veränderung der natürlichen Augenlinse. Es sind Veränderungen, die sich im Verlauf des Lebens ergeben und die für gewöhnlich nicht weiter stören. Mit zunehmendem Alter summieren sie sich jedoch und führen zu einer Eintrübung der ursprünglich klaren Augenlinse. Weil die Augenlinse die Aufga­be hat, der Netzhaut ein deutliches Abbild der Umwelt zu vermitteln, kann sie diese Aufgabe mit zunehmender Eintrübung im­mer schlechter erfüllen. Die fortgeschritte­ne Eintrübung ist an der grauen Verfärbung der Augenlinse erkennbar, was der Katarakt den Beinamen «Grauer Star» einbrachte.

 

Wie sehen die typischen Symptome aus?

Vor allem die ausgeprägte Eintrübung im fortgeschrittenen Alter macht sich dadurch bemerkbar, dass die Umwelt zunehmend unscharf, blass und neblig erscheint. Durch die Eintrübung stellt sich zudem eine erhöhte Blendempfindlichkeit ein und auch die Kontraste nehmen ab. Gerade weil sich die Eintrübung der Augenlinse schleichend entwickelt, fällt der Graue Star erst in sei­ner ausgeprägten Form auf, also meist erst im fortgeschrittenen Alter.

Mögliche Therapie?

In der Augenheilkunde zählt die Katarakt-

Operation zu den häufigsten und sichers­ten Eingriffen. In den überwiegenden Fällen wird die Operation ambulant durchgeführt. Die Therapie der Wahl besteht darin, die eingetrübte Augenlinse zu entfernen. Die entfernte Augenlinse wird durch eine klare Kunstlinse ersetzt, die das beeinträchtigte Sehvermögen wiederherstellt.

 

Was ist Taubblindheit?

Taubblinde Menschen sind von einer doppelten Sinnesbehinderung betroffen, wobei sowohl das Sehen als auch das Hören vermindert sind oder ganz wegfallen. Das bedeutet nebst den Einschränkungen, die eine Sehbehinderung oder Blindheit mit sich bringt, zusätzlich eine massive Erschwernis für die Kontaktaufnahme mit anderen Menschen. Je nach Alter und Schweregrad, mit dem die Behinderungen auftreten, sind verschiedene Kommunikationssysteme anwendbar. Nebst Fingeralphabet und Gebärdensprache ist vor allem das Lormen eine geeignete Kommunikationsform.

 

 

Was bedeutet blind sein?

Aufgrund ihrer Behinderung sind für sehbehinderte und blinde Menschen viele alltägliche Situationen erschwert: als Beispiele seien Kontakte mit anderen, Zugang zu Informationen, Orientierung im Verkehr, Einkaufen, Arbeiten im Haushalt oder Freizeitgestaltung genannt. Einiges kann durch Erlernen besonderer Techniken (z.B. Punktschrift, Orientierung mit dem weissen Stock) kompensiert werden, anderes ist nur mit sehender Begleitung und Hilfe zu erreichen.


Was ist Punktschrift?

Die Punktschrift, oder auch Blindenschrift genannt, wurde vor bald 200 Jahren von Louis Braille entwickelt. Die einzelnen Buchstaben, Zeichen oder Zahlen werden durch verschiedene Kombinationen von maximal sechs erhabenen Punkten dargestellt. Die Punktschrift macht so das geschriebene Wort für blinde Menschen zugänglich. Auch heute noch, im Zeitalter von Audiobüchern, bleibt die Punktschrift unverzichtbar: als Lesezeile am Computer, für kleine Notizen oder die Beschriftung von Gegenständen wie Musik-CDs, Jasskarten, Gewürzen, Medikamenten usw.


Was ist Lormen?

Lormen ist eine Kommunikationsform für taubblinde Menschen, benannt nach ihrem Erfinder Hieronymus Lorm. Beim Lormen werden die Buchstaben durch streichen, tippen, umgreifen und trommeln an verschiedene Stellen in die Hand des Gesprächspartners geschrieben.

 

Durch das Lormen kann man zu einer beachtlichen Sprechgeschwindigkeit - maximal 75 Silben pro Minute - kommen, aber man erreicht nicht die normale Sprechgeschwindigkeit der hörenden und sehenden Menschen.

 

Auch wenn das Lormalphabet auf den ersten Blick recht kompliziert erscheint, ist nach einiger Übung eine relativ schnelle Verständigung mit einem taubblinden Menschen möglich. Versuchen Sie es doch einmal!


Wozu dient der Tag des weissen Stockes?

Am 15. Oktober, dem Internationalen Tag des weissen Stockes, wird auf die besonderen Bedürfnisse blinder Menschen hingewiesen. So wird an den Vortritt eines Blinden mit weissem Stock beim Überqueren der Strasse vor allen anderen Verkehrsteilnehmern erinnert. Daneben bietet der 15. Oktober die Gelegenheit, über weitere Hindernisse für Blinde im Bezug auf die volle Teilhabe am öffentlichen Leben zu informieren und die Gesellschaft für die Probleme und Anliegen Betroffener zu sensibilisieren.

Link für mehr Informationen


50 Jahre Tag des weißen Stockes 2014

Anfang der 1960er Jahre drängten mehrere staatliche Organisationen und Rehabilitationseinrichtungen blinder Menschen den US-Kongress, einen jährlichen Gedenktag in allen 50 Bundesstaaten auszurufen, der an die Funktion des weißen Stocks als Hilfsmittel und Erkennungszeichen im Straßenverkehr erinnern sollte. 1964 wurde eine entsprechende Resolution angenommen und in Kraft gesetzt, die den 15. Oktober zum White Cane Safety Day (übersetzt ungefähr: „Verkehrssicherheitstag des weißen Stockes“) erklärte. Mit seiner umgehenden Proklamation unterstützte der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, Lyndon B. Johnson, das Streben blinder Menschen nach mehr Selbstständigkeit.

Der Tag des weißen Stockes entwickelte sich schnell zum weltweiten Aktionstag der blinden Menschen.

Nach deutschem Recht ist ein Mensch blind, wenn er auf dem besser sehenden Auge selbst mit Brille oder Kontaktlinsen nicht mehr als 2 Prozent von dem sieht, was ein Mensch mit normaler Sehkraft erkennt. Wenn man weniger als 5 Prozent sieht, gilt man als hochgradig sehbehindert. Auch viele hochgradig sehbehinderte Menschen sind auf den weißen Stock angewiesen.

SBB Billette für Behinderte

Telefonische Billettbestellung.

Als Reisender mit einer Behinderung können Sie Ihre Fahrausweise über die Gratisnummer 0800 181 181 beziehen und hinterlegen lassen. Das Sortiment umfasst die meisten der am Automaten zu kaufenden Artikel. Telefonische Billettbestellungen können Sie frühestens 24 Stunden vor der Reise aufgeben, die Billette bezahlen Sie gleich bei der Bestellung mit Kreditkarte oder innert 30 Tagen per Rechnung. Für die Reise wird kein physisches Billett ausgestellt. Bei der Kontrolle im Zug klärt das Zugpersonal telefonisch ab, ob für Sie ein entsprechendes Billett hinterlegt ist. Zudem müssen Sie die «Ausweiskarte für Reisende mit einer Behinderung» vorweisen. Nach der Reise erhalten Sie ein entwertetes Billett, eine Quittung für die Bezahlung mit Kreditkarte oder die ausstehende Rechnung. Für diesen Service drücken Sie nach Wahl der Nummer 0800 181 181 und der Sprache, die Taste 1.

Das Billettsortiment umfasst folgende Artikel:

  • Einzelbillette (einfache Fahrt, Hin- und Rückfahrt oder Rundfahrt).
  • CityTicket.
  • Tageskarte und 9 Uhr-Tageskarte zum Halbtax.
  • Klassenwechsel / Tagesklassenwechsel / Klassenwechsel ab 9 Uhr.
  • Streckenwechsel.
  • Einzelbillette u. Tageskarten der integralen Verbunde: TNW (Basel/Nordwestschweiz), Libero (Bern/Solothurn), Ostwind, A-Welle.


Weitere Informationen erhalten Sie auf der SBB Homepage. Link zur SBB

Kurzfilm Integration

Sehenswerter Kurzfilm

Alan Sahin ist ein 18-jähriger Amateur-Regisseur.  Seine Maturaarbeit ist ein Kurzfilm über einen Blinden welcher durch den Sport ein soziales Umfeld gewinnt.


 

http://www.youtube.com/watch?v=jNVzgfMGrh8

VoiceNet - Kommunikationshilfe

VoiceNet - Kommunikationshilfe

Das VoiceNet, ein neu konzipiertes elektronisches System ersetzt den Televox. Eine angenehme elektronische Stimme oder die persönliche Stimme eines VoiceNet Sprechers liest Ihnen die Nachrichten vor. Die Selektion erfolgt wie bis anhin über die Telefontastatur. Sie werden entsprechend Stimmlich geführt.


Sie erreichen VoiceNet über die bestehende Nummer

031 390 88 88

Anschliessend sind folgende Ziffern für die CAB zu wählen: (Ziffern können sofort nach der Begrüssung eingegeben werden)

1 Auswahlmenu

3 Alltag

8 Partnerorganisationen

3 CAB

1 Kurse

2 Sektionen

Mit den Ohren lesen

Sehbehinderte und blinde Menschen lesen Bücher in Punktschrift oder als Hörbuch. Die beiden Blindenbibliotheken der CAB – für die Romandie die «Etoile Sonore» in Collombey und für die Deutschschweiz die BBL in Landschlacht – leihen solche Audiobücher aus und produzieren in ihren Tonstudios jedes Jahr zahlreiche neue Titel für ihre Kundschaft. Ein Besuch in der Blindenbibliothek in Landschlacht zeigt, wie ein neues Buch entsteht.

 

Die Geschichte der deutschsprachigen CAB-Bibliothek begann mit dem Verleih von Punktschriftbüchern. Ursprünglich von Klosterfrauen betreut, kam die Bibliothek Ende der 1960er-Jahre nach Landschlacht. Allmählich wurde die Punktschriftbibliothek durch Kassettenverleih ergänzt, für die Feriengäste im Blindenzentrum vor Ort und per Postversand für die HörerInnen zu Hause. Vor 20 Jahren wurde neben dem Blindenzentrum die neue Bibliothek gebaut, die mehr Platz für die Bücher bot, vor allem aber auch zwei Studios für die Aufsprache von Hörbüchern.

 

Heute arbeiten zehn professionelle SprecherInnen je einen Tag pro Woche im Tonstudio. Vier feste MitarbeiterInnen gehören zum Bibliotheksteam. Geleitet wurde und wird die Bibliothek mit wenigen Jahren Unterbruch von selbst Betroffenen. Der heutige Leiter, Urs Rehmann, ist blind, und die Mitarbeiterin, welche für Kundenkontakt und Versand zuständig ist, ist ebenfalls sehbehindert. Herr Rehmann erinnert sich an seinen Beginn vor 14 Jahren: «Damals konnten wir nebst zahlreichen Punktschriftbüchern lediglich knapp 1'000 Buchtitel auf Kassette anbieten. Heute sind es rund 4'100 Bücher.

 

Das markanteste Ereignis, seit ich hier arbeite, war die Umstellung auf digitale CDs. Nach anfänglicher Skepsis unserer Hörerschaft geniessen heute alle die gesteigerte Tonqualität und die Benutzerfreundlichkeit. Das weltweit bei Blindenhörbüchereien eingesetzte DAISY-Format erlaubt es nämlich, schnell und einfach zu bestimmten Punkten im Hörbuch zu springen – wie etwa zu Kapiteln, Unterkapiteln, Seiten usw. Das ist vor allem bei Sachbüchern eine wertvolle Hilfe für die HörerInnen. Die Sachbücher aus den Bereichen Biografie, Psychologie, Philosophie, Religion und Spiritualität machen rund einen Drittel unserer Eigenproduktionen aus.»

Ein Hörbuch entsteht

«Der Entscheid, ein bestimmtes Buch als Audiobuch zu produzieren, wird aufgrund von Buchbesprechungen, auf Wunsch eines Kunden oder auf Hinweis einer Sprecherin gefällt», erklärt Urs Rehman. «Zuerst wird geprüft, ob schon eine andere Blindenhörbücherei im deutschen Sprachraum dieses Werk aufgesprochen oder geplant hat. Dazu verfügen wir über ein internationales Bibliotheks-Netzwerk, über welches wir uns auch die Eigenproduktionen gegenseitig zugänglich machen, um so unseren HörerInnen ein breites Spektrum von Literatur anbieten zu können.

 

Nach dieser Überprüfung erstellt ein Mitarbeiter auf dem Computer eine dem gedruckten Buch entsprechende Struktur. Der Sprecher füllt im Tonstudio das digitale Buchgerüst mit seiner Aufsprache. Manchmal sind dazu Recherchen nötig, speziell wenn es um die korrekte Aussprache von Fachbegriffen und fremdländischen Namen geht. Auch die Umsetzung von Tabellen und Grafiken ist eine Herausforderung. Pro Stunde können bei fortlaufendem Text etwa 10 bis 15 Buchseiten aufgesprochen werden.

 Wenn die Aufsprache abgeschlossen ist, kümmert sich ein Mitarbeiter um die Nachbearbeitung. Das bedeutet, dass die Aufnahme auf Vollständigkeit und Korrektheit hin geprüft wird. In einem nächsten Arbeitsschritt folgt die Audio-Bearbeitung. Dabei wird das Audiomaterial klanglich optimiert. Konkret heisst das beispielsweise, dass Rauschen reduziert wird oder zu scharfe S-Laute abgedämpft werden. Nach einer Endkontrolle ist nun die Master-Aufnahme im wave-Format fertig.

 

Für die Leserschaft wird das Audiobuch dann in MP3 umformatiert. Sobald das Hörbuch in unserer Bibliotheksdatenbank freigeschaltet ist, kann es von unseren KundInnen ausgeliehen werden. Diese erhalten das gewünschte Werk auf eine CD gebrannt per Post zugeschickt und senden es mit derselben Versandtasche auch wieder zurück. 2010 wurden so 7'500 Hörbücher bei uns ausgeliehen. Zweimal im Jahr informieren wir unsere KundInnen mit einer Info-CD über die Neuerscheinungen.»

 

Auf die Zukunftspläne angesprochen, ergänzt der Bibliotheksleiter: «Seit Anfang dieses Jahres ist eine neue Software-Version unseres Bibliotheksprogramms im Einsatz, welche uns eine teilautomatisierte Erfassung von Titeln erlaubt, die wir von andern Blindenhörbüchereien übernehmen. Damit beschleunigt sich dieser aufwändige Arbeitsschritt erheblich, sodass wir hoffen, schon recht bald rund 2'000 zusätzliche Titel anbieten zu können.» Auf seinen eigenen Hörbuchkonsum angesprochen, meint er schmunzelnd: «Ich höre gerne Audiobücher – natürlich am Abend nach Arbeitsschluss. Und unterwegs im Zug. In Punktschrift lese ich Sachbücher oder auch Gedichte. Früher las ich meiner Tochter Kindergeschichten vor. Romane höre ich mir nur noch in der Audioversion an. Gerade auf Reisen ist das wesentlich praktischer als ein voluminöses Punktschrift-Buch.»