Nachruf

Soeben erreicht uns die Nachricht, dass am 28. Dezember 2023 unsere langjährige Kursleiterin, die bekannte Zürcher Märchenerzählerin Silvia Studer-Frangi, in ihrem 88. Lebensjahr verstorben ist.

Mit Herzblut und viel Weisheit leitete Silvia von 2012 bis 2020 in unserem Auftrag Märchenkurse und -nachmittage für sehbehinderte und blinde Menschen aus der ganzen Deutschschweiz.

Ihre Erzählkunst, ihre heitere und trotz ihres fortgeschrittenen Alters so jung gebliebene Ausstrahlung zogen alle in den Bann, die ihr zuhörten. Ihr Wissensschatz schien unendlich zu sein. Mit viel Weisheit schaffte sie es immer wieder, aus uralten Geschichten leicht verständliche Parallelen zu unserem Leben zu ziehen. Gross gewachsen war sie nicht, schaffte es aber mit ihrer Aura, ihrer edlen Art und ihrer Herzlichkeit jeden Raum zu füllen, den sie betrat.

Ihre Besuche im Büro werden wir vermissen (sie wohnte gleich um die Ecke). Sie kam nie ohne etwas Süsses und brachte jedes Mal ein Märchen, eine Geschichte oder ein schönes Gedicht mit. Eines davon hängt heute noch im Büro:

Dem Freien schaut,
als das Gegenbild seiner Freiheit,
das Schicksal entgegen.
Es ist nicht seine Grenze,
es ist seine Ergänzung;
Freiheit und Schicksal
umfangen sich zum Sinn;
und Sinn schaut das Schicksal,
die eben noch so strengen Augen
voller Licht,
wie die Gnade selber drein.

Martin Buber, «Ich und Du» (1923)

Leben und Wirken einer Visionärin

Bildbeschreibung: Bingen am Rhein

Kulturreise vom 5. – 8. Oktober 2023
Ein Reisebericht

19 sehbehinderte und blinde Männer und Frauen folgen der Einladung und profitieren vom gemeinsamen Jubiläumsangebot der beiden befreundeten Organisationen, der CAB und der Behindertenseelsorge Zürich. Zusammen mit sehenden Begleitpersonen, dem Chauffeur Urs und seiner Gattin Silvia sowie uns Leiterinnen waren wir eine beachtliche Gruppe von 40 Personen, die sich gemeinsam auf den Weg in eines der schönsten Weingebiete Europas machte, um sich dort 5 Tage lang intensiv mit der vielseitigen Hildegard von Bingen zu beschäftigen. Hildegard die Visionärin, Prophetin, Heilsbotschafterin, Naturheilkundlerin und Komponistin.

Unser Ausgangspunkt

Therme Bad Kreuznach

In Bad Kreuznach angekommen stehen wir vor dem prunkvollen, im Jugendstil erbauten Parkhotel aus dem Jahr 1913. Was für ein Glück, in einem solchen Haus wohnen zu dürfen. Schon das Foyer mit seinen riesigen Kronleuchtern, den edlen, blauen Samtsesseln und der schmucken Bibliothek haben uns tief beeindruckt. Das Haus war sowohl im ersten wie auch im zweiten Weltkrieg ein wichtiger politischer Schauplatz mit internationaler Reichweite. So diente es zuerst als kaiserliches Hauptquartier, während rund 40 Jahre später genau an diesem Ort ein international aufsehenerregendes Treffen zwischen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer stattfand. Wieder Jahre später besiegelten Helmut Kohl und François Mitterrand die deutsch-französische Freundschaft im Parkhotel.

Gruppe von hinten mit orangen Westen auf dem Spaziergang durch Bad Kreuznach
Spaziergang durch Bad Kreuznach

An diesem ersten Abend begaben wir uns gemeinsam auf einen Spaziergang durch das zauberhafte Städtchen Bad Kreuznach. Was für ein Privileg für mich und ein Riesenglück für uns alle, Tanja Haas als Co-Leiterin mit dabei zu haben. Sie ist in dieser Gegend aufgewachsen und weiss so vieles zu berichten, was wir wohl ohne sie nie erfahren hätten.

Bad Kreuznach, rund 40 km von Mainz gelegen, ist nicht nur berühmt für seine Bäder, sondern auch für seine einzigartigen Brückenhäuser. Die Stadt gibt sehr viel Geld aus, um diese schmucken Häuschen aus dem 16. Jahrhundert zu erhalten. Wie so viele deutsche Städte hat auch Bad Kreuznach imposante Stadtkirchen. In der rosafarbenen Pauluskirche soll Karl Marx 1843 seiner Jenny das Ja Wort gegeben haben. Erwähnenswert ist auch das Fausthaus an der «Magister-Faust-Gasse». Die Zeiten waren unruhig, als der berühmte Magier, Magister, Alchimist und Sterndeuter Dr. Faustus dort gewohnt haben soll. Es war die Zeit der Reformation, Martin Luther und der Bauernkriege. Goethes „Fausttragödie“ ging als (wörtlich-) „tiefsinnigste und bedeutendste Dichtung der deutschen Sprache in die Literaturgeschichte ein“.

Auf den Spuren der Heiligen Hildegard (1098-1179)

Unser zweiter Reisetag, der Freitag, galt der jungen Hildegard, die als 14-jähriges Mädchen unter der Obhut der Heiligen Jutta von Sponheim in das Kloster auf dem Disibodenberg eintrat. Wir besuchten die gut erhaltene Ruine der riesigen Klosteranlage und genossen die bunt gefärbten Herbstwälder. Die Aussicht vom Disibodenberg über die riesigen Weinbaugebiete in der Nahe Ebene war schlicht spektakulär. In der kleinen Hildegardkapelle stimmte die Gruppe spontan das Lied „Dona nobis pacem“ an. Die Akustik in diesem kleinen, runden Gebäude eignete sich hervorragend für den Gesang – ein Hühnerhautmoment.

CAB Präsidentin Ruth Häuptli, Karin Oertle und CAB Vorstandsmitglied Daniel Burri

Nach einem herrlichen Imbiss draussen an der Sonne entschieden sich die Allermeisten für die Pilgerroute und wanderten vom Disibodenberg rund 1 1/2 Std. nach Bad Sobernheim. Ein paar Teilnehmende bevorzugten eine frühere Rückreise mit dem Car und profitierten von den Thermen. Am Abend fuhren wir nach Rüdesheim an der Nahe.

Winzer Thomas Emmerich

Der Winzer Thomas Emmerich persönlich führte uns durch seine besten Weine und liess sie uns degustieren. Das anschliessende Abendessen im stimmungsvollen Pavillon schmeckte vorzüglich. Die musikalischen Beiträge von Daniel Burri (Klavier) und Simone Speck (Panflöte) umrahmten den Abend und sorgten  mächtig für Stimmung.

Daniel kam so richtig in Fahrt und spielte unseren deutschen Gastgebern Schweizer Evergreens vor, welche sogar unserer Präsidentin einen Jodel entlockten. Ein geselliger, harmonischer Abend ging zu Ende.

Am dritten Tag besuchten wir Bingen, das mediterran anmutende Städtchen am Rheinknie, umgeben von Weinbergen soweit das Auge reicht. Den Vormittag verbrachten wir im Hildegard Forum auf dem Rochusberg. Ich glaube, wir alle waren uns einig: der Vortrag von Schwester Ancilla Maria gilt als absolutes Highlight dieser Reise. Die betagte Schwester wusste so viel Interessantes zu erzählen und spannte mit viel Weisheit immer wieder einen Bogen in unsere sogenannt moderne Zeit. Die Teilnehmenden klebten förmlich an ihren Lippen und wollten sie gar nicht mehr gehen lassen. Einige folgten ihr, um ihr noch die eine oder andere Frage zu stellen oder eine Weisheit zu entlocken. Aufgrund des riesigen Interesses stellte uns Schwester Ancilla Maria ihren Vortrag in schriftlicher Form zur Verfügung. Sie können ihn hier als PDF herunterladen.

Mit diesen bedeutsamen Worten schloss Schwester Ancilla Maria ihren Vortrag: «Wenn die Freude nicht nur an der Oberfläche unseres Fühlens ist, sondern Herz und Leber durchdringt, dann ist das für unsere Gesundheit gut, dann fühlen wir uns heil. Deshalb sollten wir versuchen, uns ganz der Freude zu öffnen und unsere Seele, unser Herz und unser ganzes Sein von ihr durchdringen zu lassen.»

«Die Seele liebt ihren Leib und hält ihn für ein schönes Gewand und eine erfreuliche Zier.»
Hildegard von Bingen

Das Mittagessen auf dem Rochusberg schmeckte ausgezeichnet. Das Institut kocht nach Hildegard und beschäftigt im Service wie in der Küche Menschen mit einer Behinderung. Nach dem Essen blieb noch etwas Zeit für den kleinen, aber feinen Klosterladen. Wir deckten uns ein mit Nervenguetzli, spannenden Büchern, Gewürzen, Kerzen und vielem mehr.

Ausblick auf Weinberge
Garten Museum am Strom

Am Nachmittag besuchten wir das Hildegard Museum am Strom an der Rheinpromenade. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf. Die eine begann im Museum, wo Hildegard als Visionärin und Musikerin im Fokus stand, die andere Gruppe besuchte in dieser Zeit den Kräutergarten.

Am Abend blieb noch etwas Zeit für Wellness, sei es in den Thermen, dem Kneippbad oder Europas grösster Freiluftinhalationsanlage. Die Sole Sprühanlage direkt neben dem Hotel enthält mehr als 17 wertvolle Mineralsalze.

Am Sonntag überquerten wir den Rhein mit der Fähre und verbrachten den Tag in Eibingen. Wir besuchten die heutige Hildegard Abtei hoch über Eibingen, bevor wir zur Wallfahrtskirche hinunterfuhren, wo Hildegards Schrein aufbewahrt ist. Das Mittagessen nahmen wir individuell im touristischen Städtchen Rüdesheim ein. Einige liessen sich nicht davon abhalten, mindestens einmal die berühmt berüchtigte «Drosselgasse» zu durchlaufen.

Nach unserem letzten Abendessen im Hotel trafen wir uns im prächtigen Saal zu unserer Schlussrunde. Alle, die das Bedürfnis hatten, durften sich äussern. Ganz am Schluss wurde die mit Spannung erwartete Preisverleihung unserer 20 Quizfragen durchgeführt. Zu gewinnen gab es Spezialitäten aus der Region wie zum Beispiel eine kleine Flasche Wein, Hildegard Gewürz und natürlich die legendären Nervenguetzli.

Relief Dom von Speyer
Das Relief am Dom von Speyer

Auf der Heimfahrt machten wir Halt in Speyer und besuchten wahlweise den riesigen Dom oder den historischen Judenhof mit seinem gut erhaltenen Ritualbad aus dem frühen Mittelalter.

Wir beiden Leiterinnen, Tanja Haas und ich sind uns einig, die Reisevorbereitungen haben sich mehr als gelohnt. Wir konnten alles planmässig durchführen und dies ohne gravierende Zwischenfälle. Bei so einer grossen Gruppe (wir waren immerhin 40 Personen) ist dies alles andere als selbstverständlich.

die beiden Leiterinnen Andrea Vetsch und Tanja Haas
Andrea Vetsch und Tanja Haas (von links)

Bericht und Bilder: Andrea Vetsch

Kursprogramm 2024

Wir freuen uns, Ihnen unser neues Kursprogramm präsentieren zu dürfen. Über 40 mehrtägige Bildungs- und Freizeitangebote stehen zur Auswahl. Neben Kunst, Kultur und Allgemeinwissen finden Sie zahlreiche Sportangebote für alle vier Jahreszeiten.

Unsere beliebten Tageskurse
13 Tagesangebote, über das ganze Jahr verteilt, finden Sie ebenfalls in diesem Kursprogramm: Wander- und Kreativtage, viel Kultur und Allgemeinwissen.

Das Kursprogramm 2024 als PDF: Kursprogramm 2024

Link mehrtägige Kurse: mehrtägige Kurse

Link Tageskurse: Tageskurse

Anmelden können Sie sich per Mail unter kurse@cab-org.ch oder telefonisch unter 044 466 50 66.

Wir freuen uns auf Sie!
Ihr CAB Kurssekretariat

 

Sonne und Regen und ganz viel Urner Kultur

Wandertandem mit Bergkulisse

Wanderwoche Altdorf vom 23. – 30. August 2023

Ein Reisebericht von Roger Fuchs

Mittwoch 23. August: Anreisetag
Die meisten Teilnehmer trafen kurz nach 16 Uhr im Hotel Höfli in Altdorf ein. Um 17 Uhr gab es erste Informationen für den nächsten Tag und eine Vorstellungsrunde der Teilnehmer und Begleiter und anschliessend einen Apéro.

Donnerstag, 24. August: Schächentaler Höhenweg zum Fleschsee (Aufstieg: 550 m, Abstieg: 500 m, Distanz: 10 km, Wanderzeit: 4,5 Std.)
Mit der Seilbahn fuhren wir ab Altdorf auf 1500 m über Meer auf die Eggberge. Nun folgten wir dem Schächentaler Höhenweg in circa 3 Stunden zum Fleschsee. Der Aufstieg war streng, da wir praktisch immer einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren.

Nach dem Mittagessen badeten einige Unentwegte im eher schlammigen Fleschsee. Anschliessend stiegen wir in zum Flesch Kiosk auf. Von dort aus stiegen 3 Tandems mit Daniel Borter in gut 20 Minuten zum Gipfelkreuz des nahe gelegenen Berges «Hüenderegg» auf.

Im Flesch Kiosk gab es Kaffee und Nussgipfel. Berti und Michael spielten für uns auf Ziehharmonikas Ländlermusik.

Freitag, 25. August: Maderanertal, Aufstieg zum Golzerensee (Aufstieg:660 m, Distanz: 7.4 km, Wanderzeit: 3 Std.)
Mit dem Bus fuhren wir ins Maderanertal bis zur Talstation der Golzeren Seilbahn. Von dort aus wanderten wir weiter dem Tal und dem Chärstelenbach folgend bis zur Abzweigung Golzerensee. Der grösste Teil des Weges war im Wald und bei deutlich kühleren Temperaturen als gestern. In Serpentinen folgten wir dem Weg. Im oberen Teil lichtete sich der Wald und steile Alpweiden wurden sichtbar. Schon bald erreichten wir das Dorf Golzeren und den Golzerensee mit der Feuerstelle.

Auf der Golzeren wurde im 19. Jahrhundert Eisenerz abgebaut und auf Kuhfellen ins Tal geschleift.

Bei der Feuerstelle hatte Daniel Borter, der mit uns startete und trotzdem 1.5 Stunden vor uns da war, eine herrliche Glut bereit für unsere Würste. Nach einem ausgiebigen Mittagessen aus dem Rucksack, konnten wir vor einem möglichen Regen in eine gemütliche Bergbeiz flüchten und wurden mit warmen Getränken verwöhnt.

Samstag, 26. August: Von Göschenen Bahnhof auf den Natur-Staudamm Göscheneralp (Aufstieg: 730 m, Distanz: 10 km, Wanderzeit: 4 Std.)
Vom Bahnhofplatz Göschenen stiegen wir das erste Wegstück auf einem mit Granit-Pflastersteinen belegten Weg hoch. Nach dem Dorf Göschenen führte uns schon bald ein steiniger Waldweg der Göschenerreuss entlang Richtung Göscheneralp. Dieses erste Wegstück war wildromantisch und wir Teilnehmer hatten genau auf die Hinweise unserer Begleiter zu achten, damit wir auf dem feuchten Untergrund immer sicheren Halt hatten. Das nächste Wegstück führte uns über eine steinige, mit Tannenbäumen bewachsene Alpweide weiter aufwärts. Die grasenden Kühe kamen durch uns in helle Aufregung und begleiteten uns die nächste halbe Stunde bis zum nächsten Kuhgatter. Schliesslich erreichten wir den Mittagsrastplatz.

Ein oder zwei Tandems nahmen bereits von hier aus das Postauto in die Göscheneralp.

Als nächstes folgte ein steilerer und steiniger Weg. Es war wichtig, gut auf die Hinweise unserer Begleiter zu hören, damit auch jeder Teilnehmer sicher dieses Wegstück schaffen konnte. So kamen wir auf eine Hochebene mit einem See und einem Berg-Campingplatz. Spätestens ab hier nieselte es aus dem Nebel. Es entschlossen sich etwa 2 Tandems zur Weiterfahrt mit dem Postauto.

Obschon der Natur-Staudamm noch einige Kilometer entfernt war, türmte er sich mächtig vor uns auf. Uns begegneten über 100 Geissen. Schliesslich erklommen wir den Staudamm in dichtem Nebel. Nach dem Überqueren des Staudams erreichten wir das Restaurant.

Sonntag, 27. August: Regenwanderung zum Hofladen von Erika Arnold in Seedorf (Distanz:7 km, Wanderzeit: 2,5 Std.)
Zuerst durchschritten wir in voller Regenmontur Altdorf bis zur Reuss. Dann  folgten wir ein längeres Stück dem Reussdamm bis auf die Höhe von Flüelen, bogen dann  links ab nach Seedorf und kamen so zum Hofladen von Erika. Dort erwartete uns bereits unser erster Überraschungsgast, Marzio Medici. Im uns von Erika freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellten grossen Raum mit Tischen konnten wir so unser Picknick im Trockenen einnehmen. Während des Mittagessens las uns Marzio in seinem urigen Urner Dialekt drei Urner Sagen vor. Anschliessend wanderten die meisten Tandems in einer halben Stunde nach Flüelen. Von dort nahmen wir den Bus nach Altdorf.

Talk mit Dani Arnold (Extrembergsteiger, Speed Kletterer und Bergführer)
moderiert von Daniel Borter

Dani Arnold (Bild www.redner-agentur.com)

Unmittelbar nach dem Nachtessen weihte uns Dani Arnold in die Geheimnisse des Speed Kletterns ein. Was bedeuten die beiden Begriffe: „Solo“ und „free Solo“?

«Solo»: Eine Route wird alleine durchstiegen, aber es wird ein Notfallpaket (Seil, Klettergstältli, Karabiner etc.) mitgenommen.

«free Solo»: Ebenfalls Alleingang ohne jegliches Notfallpaket.

Dani Arnold hat die 5 grossen Nordwände der Alpen Solo und zum Teil auch free Solo durchstiegen. Im Berner Oberland: Die Eiger Nordwand, im Wallis: Die Matterhorn Nordwand, in der Region Grenoble (2 Nordwände): Les Grandes Jorasses Nordwand, Le Petit Dru Nordwand. In den Dolomiten: Die Grosse Zinne Nordwand

Diese Durchstiege der Nordwände haben alle in Rekordzeiten stattgefunden. Solche Unternehmungen müssen minuziös geplant werden und bedingen zum Teil mehr als ein Jahr Vorbereitungszeit. Die Wandverhältnisse, die persönliche, körperliche und die mentale Verfassung alles muss stimmen und Dani muss sich vollkommen auf sich selber verlassen können.

Anschliessend beantwortete Dani Arnold mit grosser Ausdauer alle unsere Fragen.

Montag, 28. August 2023, Führung durch den „Flecken“ Altdorf von Geni Herger, Dauer: 2 Std.
Altdorf war nie eine Stadt, sondern wurde als „Flecken“ Altdorf bezeichnet. Altdorf war immer der Hauptort des Kantons Uri und von der Bedeutung her den beiden Städten Stans und Schwyz der Urschweiz gleichgestellt. Der Kanton Uri wurde immer wieder von Naturkatastrophen (Überschwemmungen, Lawinen und Rüfenen) heimgesucht. Auch von verheerenden Stadtbränden blieb Altdorf nicht verschont.

Zum Mittagessen stiegen wir am Ende der Führung zum hoch über Altdorf gelegenen Restaurant Nussbäumli auf und genossen dort einen herrlichen Gersauer Käsekuchen. Am Nachmittag wanderte ein Grossteil der Teilnehmer in circa einer Stunde nach Flüelen und bestieg dort das Schiff zu einer Rundfahrt über Brunnen.

Dienstag, 29. August, Weg der Schweiz von Bauen nach Seelisberg und Abstieg zum Rütli (Aufstieg: 530 m, Abstieg: 530 m, Distanz: 10 km, Wanderzeit: 4 Std.).
Trotz angesagtem Regen bestiegen wir den Bus nach Flüelen, nahmen das Schiff bis Bauen und begannen unsere Wanderung, die unzähligen Treppenstufen hoch.

Ich wollte es genau wissen, darum lief ich am Schluss und zählte die Stufen. Schlussendlich zählte ich 1006 Stufen bis zum gedeckten Rastplatz. Von dort ging es weiter aufwärts, bis zu einer Hochebene. Dort entdeckten wir bald links unten das Seelisberger Seeli, aber immer noch keine Spur von Seelisberg. Erst nach 1.5 Std. durchschritten wir Seelisberg und machten auf dem gedeckten Vorplatz einer Kapelle eine kurze Rast in unmittelbarer Nähe des riesigen Hotelkomplexes der Yogis. Einige Tandems bestiegen hier das Bähnli nach Treib und fuhren von dort nach Flüelen zurück. Die restlichen Tamdems stiegen in gut 50 Minuten zum Rütli ab und bestiegen von dort das Schiff nach Flüelen.

Nach dem Nachtessen konnten wir noch unsere Meinung zur vergangenen Woche mitteilen.

Mittwoch, 30. August, Abreisetag
Nach dem Frühstück nahmen wir den Bus zum Bahnhof Altdorf und reisten nach Hause.

Solothurn, 3. September 2023
Text: Roger Fuchs

Endlich mal hinters Steuer

Janka Reimmann mit "ihrem" BMW

Ein Kursbericht von Janka Reimmann.

Vor Jahren hatte ich dieses Erlebnis bei einem anderen Anlass schon mal. Doch immer wieder verpasste ich den Moment, mich für den CAB Kurs „Blinde fahren Auto“ anzumelden. Endlich hat es dieses Jahr geklappt und ich freute mich schon lange auf diesen Kurs.

Am Donnerstag reiste die Gruppe in der wunderschönen Unterkunft beim Schloss Arenenberg an und ich fühlte mich von Anfang an dort sehr willkommen. Der Park war einmalig, das Wetter prächtig, das Zimmer geräumig, das Essen lecker und die Gruppe von Teilnehmenden und Begleitern entspannt und fröhlich.

Kurz und gut – wir freuten uns alle auf den nächsten Tag. Beim TCS Gelände in Weinfelden wurden wir nach 9 Uhr erwartet und die Fahrlehrer stellten sich vor und der Organisator Herr Marco Vidale hörte uns gespannt zu, was wir so für Wünsche haben betreffend den Autos und dem Anlass. Für mich war klar, wenn es schon nicht ein geschaltetes Auto hat, dann wenigstens ein Benziner. Ehrlich gesagt kann ich mit den E-Autos noch nicht so viel anfangen. Was für eine Ehre, dass ich dann einen BMW zugeteilt bekam, zusammen mit einer anderen Person mit Seheinschränkung, das machte mich dann gerade ein wenig stolz. Mein Fahrlehrer an diesem Tag war zum ersten Mal dabei und auch für ihn war es sicherlich ein spezieller Moment.

Tobias List erklärte mir zuerst, wie ich mit den vielen Knöpfen den Sitz einstellen konnte und dass es wichtig sei, dass die Handgelenke auf dem Steuerrad aufliegen. Als ich dann soweit instruiert war, hiess es den Knopf finden und drücken für den Motor einzuschalten, den Drive-Modus zu drücken und die Handbremse zu lösen. Schon rollte mein BMW los und ich versuchte mit voller Konzentration zu achten, was Tobi mir genau mitteilte, wie ich gerade das Steuerrad einlenken sollte, ob ich Gas geben durfte, wann ich bremsen musste und was die nächste Aufgabe war. Natürlich gefiel es mir am besten, als wir richtig Gas geben konnten und danach voll auf die Bremse drücken mussten. Mehrmals ging bei uns der Pannenblinker an, den wir mit der Vollbremsung auslösten.

Immer nach gut 15 Minuten wurde gewechselt und natürlich auch nach einer Stunde verdienten die Fahrlehrer eine Verschnaufpause. Am Mittag wurden wir mit einem offerierten Mittagessen verwöhnt und am Nachmittag hatten wir nochmals ein paar Möglichkeiten, hinters Steuer zu sitzen. Spannend fand ich es natürlich auch, als wir einschätzen mussten, wie lange ein Bremsweg bei Tempo 30 und 50 ist. Bei beiden lag ich eigentlich gar nicht schlecht mit meiner Vermutung. Was ich aber überhaupt nicht gedacht hätte, dass der Durchschnitt bei den Fahrschülern bei 30 Lektionen liegt.

Ich möchte allen Beteiligten ganz herzlich danken, dass uns dieser spezielle Moment mit hinter das Steuer sitzen und selber fahren, ermöglicht wird! Für mich ein unvergesslicher Augenblick!

Bericht: Janka Reimmann, Kursteilnehmerin
Foto: Theres Raimondi

Anmerkung der Redaktion: Der Autofahrkurs im Herbst ist ausgebucht. 2024 finden wieder zwei Autofahrkurse statt und zwar mit Übernachtung vom 14.-16. März 2024 und als Tageskurs am Freitag 11. Oktober 2024.

 

Sport- und Wellnesswoche Leukerbad 15. – 22. März 2023

Am Mittwoch, 15. März 2023 startete die erste Sportwoche „Gymnastik und Wellness“, mit 9 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Leukerbad. Im Anschluss an die Begrüssung und Vorstellungsrunde sowie den organisatorischen Informationen, genossen wir einen gemütlichen Apéro im Hotel Therme 51°. Mit einem Viergangmenü wurde der erste Tag abgerundet.

Vom reichhaltigen Frühstücksbuffet gestärkt, legten wir in zwei Gruppen mit der Gymnastik los. Die eine Gruppe turnte im Gymnastikraum mit Anita- die andere Gruppe mit Monika im Aufenthaltsraum. Nach der Hälfte wechselten die beiden Leiterinnen die Gruppen und so waren die zwei Stunden im Nu vorbei. Als Belohnung wartete im Hotel ein feines Mittagessen auf uns.

Teilnehmerin und Begleiterin in der Sonne
Giuseppina geniesst die Sonne

Am Nachmittag stand ein Spaziergang bei wunderschönem Winterwetter auf dem Programm. Die schnelleren Läufer absolvierten eine grössere, die gemütlichen Läufer eine kleinere Runde. Im hoteleigenen Thermalbad begann dann um 16 Uhr die Wassergymnastik.

Nach dem Nachtessen genossen die Einen den Austausch an der Hotelbar oder die Anderen mit Spielen im Aufenthaltsraum.

Freitagmorgen, blauer Himmel und Sonne!
Nach zwei abwechslungsreichen Turnlektionen begaben wir uns für das Mittagessen auf die Gemmi, wo uns traditionell die bekannte Gemmi- Rösti serviert wurde. Dieser Ausflug wurde uns durch das Hotel Therme 51 ermöglicht, da das Hotel einen Fonds für Gruppenausflüge besitzt. Vielen Dank an dieser Stelle- lieber Didier. Um 16 Uhr trafen wir uns bereits wieder im Hotel zur Wassergymnastik. Das Nachtessen und das anschliessende gemütliche Zusammensitzen rundete diesen Tag ab.

Nicole und Esther beim Spazieren
Nicole und ihre Begleiterin Esther strahlen mit der Sonne um die Wette

Nach dem Frühstück führte uns Frau Grichting am Samstag- Morgen mit vielen interessanten Geschichten und Anekdoten durch das Dorf. Gestärkt nach dem Mittagessen wanderten wir bei Sonnenschein nach Birchen, wo wir im Restaurant Birchen den feinen, selbstgemachten Meringues nicht widerstehen konnten. Wir waren uns einig: Die Besten Meringues weit und breit! Wieder zurück im Hotel ging es gleich mit der täglichen Wassergymnastik weiter, bevor wir uns vor dem Nachtessen, etwas ausruhen konnten.

Gruppe im Gymnastikraum
Im Gymnastikraum

Auch am Sonntag wurde am Morgen geturnt. Die Leiterinnen können erfreut feststellen, dass die Teilnehmenden Fortschritte in Sachen Haltung und Koordination gemacht haben. Bei leichtem Schauer spazierten wir nach dem Mittagessen unsere Runden und alle freuten sich auf das bevorstehende Lotto. Anita hat viele tolle Preise organisiert (Badetücher, Schoggi, Duschmittel, Bodylotion, Parfüm und und und). Für alle hatte es passende Preise dabei. Nach dem Lotto stand das Thermalbad auf dem Programm, bevor wir nach dem Nachtessen den Tag an der Bar ausklingen liessen.

Spaziergang nach Birchen
Spaziergang nach Birchen

Montag (wie schnell die Zeit vergeht). Fleissig wurden am Morgen die Turnlektionen absolviert. Am Mittag durften alle die Lust hatten, mit ihrer Begleitung in das grosse Burgerbad. Auf die Anderen wartete um 16 Uhr die Wassergymnastik im kleinen Bad des Hotels. Bis dann durfte der Nachmittag frei gestaltet werden. Mit shoppen, sich von einer Massage verwöhnen zu lassen, eine grosse Runde laufen oder zur Podologin gehen. Das Erlebte wurde dann beim Nachtessen fleissig ausgetauscht.

Am Dienstagmorgen waren wir bereits um 9 Uhr im Thermalbad. Da der Gymnastikraum besetzt war, verschoben wir das Turnen auf den Nachmittag.
Noch vor dem Mittagessen trafen wir uns im Aufenthaltsraum für eine Feedback- Runde. Die Rückmeldungen könnten nicht positiver sein. Der Kurs hat bei allen Teilnehmern die Erwartungen erfüllt. Die Gymnastik, das Thermalbad, das Rahmenprogramm, genügend Zeit für sich selber zu haben, der gemütliche Austausch am Abend, waren die Aussagen.
Einige Teilnehmer wollten sich bereits für’s 2024 anmelden.

Daniel Burri an der Orgel
Daniel Burri an der Orgel

Ein weiterer Höhepunkt wartete nach unserem letzten Nachtessen auf uns. Daniel Burri spielte in der katholischen Kirche Leukerbad für uns auf der Orgel. Eine ganze Stunde durften wir den schönen Orgelmusik- Klängen zuhören. Danke vielmal lieber Daniel, es war sehr beeindruckend für uns alle. Als Abschluss genossen alle den letzten Abend zusammen an der Bar.

Bereits ist Mittwochmorgen und das letzte feine Frühstück wartete auf uns. Danach Packen, Koffer aufgeben und das Lunchpacket verstauen. Zum Abschluss trafen wir uns alle noch einmal vor dem Hotel zur Verabschiedung.

Es waren nur glückliche Gesichter zu sehen. Die Woche war sehr schön und harmonisch – einfach toll. Die Sonne scheint auch zum Abschied am letzten Tag und gestärkt treten wir die lange Heimreise an.

Text und Bilder: Anita Mürner, Kursleiterin

 

 

 

UNO Ausschuss legt den Finger in die Wunde

UNO-Ausschuss legt den Finger in die Wunde

Die Schweiz erfüllt die Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) bei weitem nicht – mit wesentlichen Nachteilen für Menschen mit Sehbehinderung und Hörsehbehinderung.

Gemäss des UNO-Ausschuss sehen sich Menschen mit Behinderung in der Schweiz mit vielen Hürden konfrontiert. Die Organisationen des Sehbehindertenwesens, SZBLIND, SBV, SBb und CAB zeigen auf, welche Barrieren gemäss abschliessender Bemerkungen des UNO Ausschusses Menschen mit Sehbehinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe an einer inklusiven Gesellschaft immer noch verunmöglichen. Ungenügende Noten werden der Schweiz ausgestellt in der Möglichkeit sehbehinderter Menschen zur politischen Partizipation, der Zugänglichkeit aller Bereiche des öffentlichen Lebens, der Zugänglichkeit von Information und Kommunikation, dem Zugang zu Assistenz, zum Arbeitsmarkt und zu Bildung. 

Politische Partizipation

Situationsanalyse: Menschen mit einer Sehbehinderung können ihre politischen Rechte nicht autonom und selbstbestimmt wahrnehmen. Grund dafür ist die im Bundesgesetz über die politischen Rechte (BPR) festgehaltene Bestimmung, dass bei Abstimmungen und Wahlen nur die amtlichen Stimm- und Wahlzettel benützt werden dürfen und das Ausfüllen handschriftlich erfolgen muss (Art, Abs. 1 und 2 BPR).  Menschen mit Sehbeeinträchtigung sind nicht schreibunfähig, können sich aber nicht ohne Hilfe auf den Unterlagen orientieren. Dass sie heute eine Assistenzperson beiziehen müssen, um die Abstimmung- oder Wahlunterlagen auszufüllen, erfüllt den Tatbestand der Diskriminierung. Gleichzeitig verletzt dies Art. 5, Abs. 7 BPR, wonach das Stimmgeheimnis zu wahren ist.

Forderung des UNO-Ausschusses: Der UNO Ausschuss prangert in seinem Bericht den mangelnden Zugang zu Informationen über die öffentliche Politik und den Zugang zu Entscheidungsprozessen an und betont die eingeschränkten Möglichkeiten zur Beteiligung in allen Phasen dieser Prozesse. Der UNO-Ausschuss fordert „die Gewährleistung der Zugänglichkeit des Abstimmungsverfahrens für alle Menschen mit Behinderungen“.

Lösungswege: Dank e-Voting könnten die Vorgaben über die politischen Rechte der UNO-Behindertenrechtskonvention sowie des Bundes-Behindertengleich­stellungsgesetzes (BehiG) für Menschen mit Sehbeeinträchtigung grösstenteils erfüllt werden. Im Sinne von Art. 8, Abs. 2 der Schweizerischen Bundesverfassung muss deshalb so rasch wie möglich ein vollständig hindernisfreies E-Voting-System offiziell und ohne Einschränkung gesamtschweizerisch eingeführt werden.

Mit den vom SZBLIND entwickelten Abstimmungsschablonen können die politischen Rechte sehbehinderter Menschen in naher Zukunft punktuell verbessert werden, da so die Wahrung des Stimmgeheimnis bei nationalen Abstimmungen ermöglicht werden kann. Ein entsprechender politischer Vorstoss ist in den Nationalrat überwiesen worden.

Zugänglichkeit aller Bereiche des öffentlichen Lebens

Situationsanalyse: Die Organisationen des Blinden- und Sehbehindertenwesens stellen fest, dass im Bereich Zugänglichkeit im öffentlichen Raum, öffentlichen Verkehr, bei Dienstleistungen sowie im Bereich der Informationen und Kommunikation weitgehend ein koordiniertes Vorgehen fehlt. Die Umsetzung der BRK wird nicht konsequent verfolgt und es fehlt ein nationaler Aktionsplan. Im föderalistischen System der Schweiz gibt es grosse Unterschiede in der Umsetzung oder Auseinandersetzung mit der Thematik.

So endet bspw. die 20-jährige Umsetzungsfrist zur Herstellung der Barrierefreiheit von Bauten, Anlagen und Fahrzeugen im öffentlichen Verkehr mit der ernüchternden Feststellung, dass diese Frist nicht eingehalten werden kann.

Für private Anbieter von Dienstleistungen besteht keine Pflicht die Zugänglichkeit zu gewährleisten. So sind viele Internetseiten, Apps, elektronische Dokumente oder auch Automaten (Bankomaten, Billetteautomaten, …) für Menschen mit einer Sehbehinderung nicht zugänglich und autonom nutzbar.

Forderung des UNO-Ausschusses: Der UNO Bericht moniert „das Fehlen einer umfassenden Zugänglichkeitsstrategie zur Harmonisierung der Zugänglichkeitsverpflichtungen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene, zur Verankerung universeller Designstandards und zur Einbeziehung aller Zugänglichkeitsbereiche, einschließlich des öffentlichen Verkehrs, der Gebäude und Einrichtungen, der öffentlichen Räume, der Dienstleistungen, des Bauwesens sowie des physischen, des Informations-, des Kommunikations- und des digitalen Zugangs.“

Der UNO-Ausschuss sieht einen negativen Trend darin, dass die verstärkte Anwendung von EU-Normen niedrigere Anforderungen an die Zugänglichkeit festlegt und die Fähigkeit von Menschen mit Behinderungen und ihren Vertretungsorganisationen einschränkt, sich für ein höheres Mass an Verpflichtungen im Rahmen des Übereinkommens einzusetzen.

Dieses Vorgehen und Festhalten an EU-Normen wurde zuletzt am Beispiel des FV-Dosto praktiziert. Zum Leidwesen der betroffenen Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit. Inclusion Handicap hatte dagegen beim Bundesgericht geklagt und es konnten auf dem Rechtsweg Verbesserungen erwirkt werden.

Zugänglichkeit von Kommunikation und Information

Situationsanalyse: Vor allem Menschen mit Hörsehbehinderung und Taubblindheit sind darauf angewiesen, Zugang zu alternativen Kommunikationsformaten und Kommunikationsassistentinnen und Assistenten zu haben, damit ein möglich selbständiges Leben gelingen kann. Insbesondere spätertaubte Taubblinde, für die die Gebärdensprache eine Fremdsprache bleibt, haben heute keine Finanzierungsmöglichkeiten für Schriftdolmetscher im nichtberuflichen Bereich (z.B für Arztbesuche, Abklärungen für Haushalthilfen usw).

Zur Zeit beruht der Zugang zu Kommunikation auf vielen freiwilligen Begleitpersonen. Auf diese haben Menschen mit Hörsehbehinderung und Taubblindheit allerdings keinen Anspruch. Und auch die Qualität der Begleitung ist sehr unterschiedlich, weil es keine Qualitätskontrolle gibt.

Auch für Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit sind heute noch immer sind zahlreiche Websites (siehe Schweizer Accessibility-Studie Onlineshops) und Publikationen nicht barrierefrei. So mussten wir dies zuletzt bei der Veröffentlichung des OBSAN Berichts zu Hör- und Sehbeeinträchtigungen in der Schweiz feststellen, der leider nicht barrierefrei erstellt wurde.

Forderung des UNO-Ausschusses: Im Hinblick auf die Zugänglichkeit von Informationen betont der Ausschuss, es gelte genügend Mittel bereit zu stellen „für die Entwicklung, Förderung und Nutzung zugänglicher Kommunikationsformate wie Braille-Schrift, Dolmetscher für Taubblinde Menschen, Gebärdensprache, Einfache Sprache, Audiodeskription, Untertitel sowie taktile, unterstützende und alternative Kommunikationsmittel“.

Der UNO-Ausschuss mahnt explizit zur „zur Erleichterung des Zugangs blinder, sehbehinderter oder anderweitig lesebehinderter Personen zu veröffentlichten Werken und zur Verbesserung der Verfügbarkeit zugänglicher veröffentlichter Werke.“

Der UNO Ausschuss fordert von der Schweiz zudem die Entwicklung rechtsverbindlicher Informations- und Kommunikationsstandards auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene, um die Zugänglichkeit von Informationen für die Öffentlichkeit zu gewährleisten, auch bei öffentlichen Veranstaltungen und auf Websites, im Fernsehen und in den Medien.

Zugang zu Assistenz

Situationsanalyse: Ein ebenfalls aus Sicht des Sehbehindertenwesens wichtiges Thema ist der Zugang zu Assistenzleistungen. Die heute von der IV gewährte Assistenz kann die Bedürfnisse von Menschen mit einer Hörsehbehinderung und Taubblindheit nicht abdecken. Der zusätzliche Zeitbedarf in der Bewältigung des Alltags wird von der IV nicht berücksichtigt. Von den Krankenkassen sind in der Grundversicherung (KVG) keine Leistungen für Haushalthilfen vorgesehen. Nur wer genügend finanzielle Möglichkeiten hat, hat evtl. eine Zusatzversicherung (VVG), die Haushalthilfen abdeckt.

Zudem werden Begleitpersonen von den Ergänzungsleistungen nicht zurückvergütet. Nur Transportkosten zu ärztlichen Terminen werden von der Sozialversicherung anerkannt. Dass Menschen mit Hörsehbehinderung und Taubblindheit ohne Begleitperson evtl. gar nicht zum Arzt gehen kann, wird nicht berücksichtigt.

Forderung des UNO-Ausschusses: Hierzu hält der UNO-Ausschuss fest, dass eine Stärkung der persönlichen Assistenz und der Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen notwendig sei, „damit diese unabhängig in der Gemeinschaft leben können“.

Zugang zum Arbeitsmarkt

Situationsanalyse: Unter Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung herrscht generell eine höhere Erwerbslosigkeit und niedrigere Erwerbstätigkeit: Es braucht mehr angepasste Arbeitsstellen auch auf dem offenen Arbeitsmarkt, u.a. mit Hilfe einer Pflicht für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber.

Dies stellt auch der UNO-Ausschuss fest. Er registriert mit Sorge, dass Menschen mit Behinderungen lediglich auf dem „geschützten Arbeitsmarkt“ mit sehr niedrigen Löhnen eine Chance hätten und begrenzte Möglichkeiten des Übergangs auf den offenen Arbeitsmarkt bestehen“.

Forderungen des UNO-Ausschusses: So fordert auch der UNO-Ausschuss die „Entwicklung und Umsetzung eines umfassenden Aktionsplans zur Harmonisierung der Zuständigkeiten von Bund und Kantonen, um den Übergang von Menschen mit Behinderungen vom „geschützten Arbeitsmarkt“ zum offenen Arbeitsmarkt im privaten und öffentlichen Sektor zu ermöglichen, mit gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit, in einem inklusiven Arbeitsumfeld und mit Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung“.

Es sollen Massnahmen ergriffen werden zur „Steigerung der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen auf dem offenen Arbeitsmarkt, auch im privaten Sektor, durch geeignete politische Massnahmen wie Zielvorgaben, positive Aktionsprogramme und Anreize“.

Zugang zu Bildung

Situationsanalyse: Die Organisationen des Schweizer Sehbehindertenwesens halten fest, dass das Bildungssystem noch längst nicht inklusiv ist. Der Föderalismus wird als grösste Herausforderung gesehen, da die Kantone im Bildungsbereich sehr unterschiedlich unterwegs sind. Heute tragen Kantone mit einer spezialisierten Schule und / oder einem ambulanten Angebot für die Unterstützung der Lernenden der Inklusion besser Rechnung. Aber es ist immer noch Zufall, ob ein Kind umfassende Chancen auf inklusive Bildung erhält. Wenn Schülerinnen und Schüler in der Regelschule integriert werden, müssen sie vieles neben der Schule lernen, was andere Kinder nicht müssen: Umgang mit der IT, Lebenspraktischen Fähigkeiten, Orientierung und Mobilität, Umgang mit ihren Hilfsmitteln, ggf. Braille. Dieses vielfältige Zusatz-Lernen wird heute vom System nicht berücksichtigt oder einkalkuliert, belastet die Kinder zusätzlich (Zeit und Energie) oder kann nicht ermöglicht werden.

Forderungen des UNO-Ausschusses: Das Sehbehindertenwesen der Schweiz begrüsst daher die Forderung des UNO-Ausschusses nach „Einführung eines verfassungsmässigen Rechts auf inklusive Bildung und Entwicklung einer umfassenden Strategie für die Umsetzung einer qualitativ hochstehenden, inklusiven Bildung für alle Kinder mit Behinderungen […] mit spezifischen Zielvorgaben, Zeitplänen, Budgets, dem Transfer von Ressourcen aus Sonderschulen sowie inklusiven Lehrplänen und Lehrerqualifikationen auf Bundes- und Kantonsebene“.

 

 

 

Assisi Reise 13. – 20. März 2022

Reisebericht
von Nadia Rudolf von Rohr, Franziskanische Gemeinschaft

Drei Jahre währte «dank» Corona die Vorfreude auf diese besondere Assisi-Reise: Sechs blinde bzw. sehbehinderte Menschen und doppelt so viele Begleitpersonen haben wir während vier Tagen – ja, es waren am Ende nur vier, aber davon später – durch Francescos und Klaras Städtchen begleiten dürfen. Was man nicht alles sehen kann, auch ohne dafür die Augen nutzen zu können!

Gruppe in den engen Gassen Assisis.

Es war eindrücklich, wie sich die nicht Sehenden durch die engen Gässchen, auf Feldwegen und über Treppen hinauf und hinunter bewegt haben, als ob es nichts wäre. Wie sie Eindrücke haben wirken lassen, ganz Nase und Ohr waren und wo nötig auch kreativ auf Entdeckungsreise gingen…

Bernadette, assistiert von Sybille, ertastet mit dem Blindenstock die Bronzestatue des heiligen Franziskus.

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber auch die Begleitpersonen haben uns beeindruckt, ihre Feinfühligkeit und Aufmerksamkeit, die Bereitschaft, die Bedürfnisse der andern vor alles zu stellen, die vielen kleinen Aufmerksamkeiten und Handreichungen – das alles hat einen wunderbar tragenden Boden gegeben!

Assisi mit Weitsicht.

Und wenn am Sonntagmorgen früh in Altdorf noch Fremde zueinander in den Bus gestiegen sind, so waren es am Donnerstag, als wir Abschied nehmen mussten, Geschwister, die die Heimreise antraten. Allerdings, nicht alle nahmen den Reisebus – vier von uns hat Corona in Italien eingeholt und wir hatten alle Hände voll zu tun mit Versorgung der Isolierten und der Organisation der Heimreise für die Corona-Positiven. Von allen war Flexibilität gefragt und auch hier blicken wir dankbar zurück auf das Miteinander dieser Menschen, die auch mit dieser Situation grossartig und geschwisterlich umgegangen sind. Um diese Erfahrung und eine weitere Assisi-Perle sind wir alle reicher!

Gruppe vor dem Tor, durch das Franziskus die Stadt verliess. Übrigens: In Gelb am Boden sitzend: Co-Reiseleiterin Monika.

Die vier Tage, die wir hier erleben durften, waren erfüllend und von eigenem Reichtum. Wir haben das geschichtliche Assisi erkundet, von der Burg zum Amphitheater, über die Piazza und zum mittelalterlichen Baby-Fenster bis nach San Pietro. Wir sind den Fusspuren Francescos und Chiaras gefolgt, haben den Gesängen der Brüder in San Damiano gelauscht und dem Glockengeläut von Santa Chiara und San Rufino. Und auch die Vermächtnisse in Stein im San Francesco und in der Portiuncula haben uns auf ihre Weise beeindruckt.

 

Männerrunde mit Pizza auf der Piazza und natürlich einem feinen Bier.

Und selbstverständlich haben wir uns auch an der «Italianità» gefreut: am «aperitivo», an gutem Essen und Wein und dann und wann trotz kaltem Wind auch an einem «gelato».

 

 

 

 

Wir schauen dankbar zurück auf diese gelungene Premiere einer Assisi-Reise für Blinde und Sehbehinderte und wir freuen uns schon heute auf ein nächstes Mal!

Bericht: Nadia Rudolf von Rohr, Franziskanische Gemeinschaft

Nach Assisi ist vor Assisi – Save the date:
Die Franziskanische Gemeinschaft und die CAB sind bereits in der Planung für eine Neuauflage der Assisi-Reise: SO 12. Mai bis SA 18. Mai 2024


In der Gruppe wurden die persönlichen Highlights „Perlen“ genannt. Und so war Roland Gruber von der CAB auf „Perlen-Suche“. Hier also einige Zitate von Reiseteilnehmerinnen und -teilnehmern:

Christin (sehende Reiseteilnehmerin):

Von links nach rechts: Christin, Sybille, Hans und Nadia vor dem Hotel „La Rocca“.

„Eine erste grosse Perle dieser Zeit in Assisi war für mich schon ganz am Anfang der Reise, als ich Bernadette am Zug in Luzern abgeholt habe. Sofort habe ich gemerkt, wie eine Vertrautheit und eine Freude zu wachsen beginnen. Bernadette konnte mir sehr schnell sagen, was sie braucht und was sie nicht so mag, z.B. bestimmte Berührungen. Und wenn dies am ersten Tag von mir mal vergessen ging, dann hat mich Bernadette freundlich darauf hingewiesen, und wir konnten beide darüber lachen. Das war eine sehr schöne Erfahrung, gerade auch mit dieser Leichtigkeit unterwegs sein zu können“.

Bernadette (blinde und hörbehinderte Reiseteilnehmerin):

Die Gruppe geniesst die Aussicht auf Assisi und das, was zu hören und zu riechen ist. Bernadette im Vordergrund, am Geländer mit grünem Rucksack. Ganz im Vordergund: Co-Reiseleiterin Nadia.
Bernadette und Sybille haben gerade eine Treppe überwunden.

„Also, ich kann nicht von einer einzelnen Perle, sondern von einer ganzen Perlenkette berichten. Eine besondere Perle war für mich unser Reiseleitungs-Team, Nadia und Monika. Sie haben es hervorragend organisiert. Meine besondere Perle mit den beiden ist ihre Begeisterung für Franziskus, die sie mit uns geteilt haben. Diese Begeisterung ist auf mich übergeschwappt, das Feuer hat mich angesteckt. Eine weitere Perle ist für mich die herrliche Begleitung, die ich von Christin, Zita und Sybille hatte und von vielen anderen. Ich wurde so herrlich umsorgt. Ich danke allen, insbesondere auch der Franziskanischen Gemeinschaft und der CAB.“

Ursula (sehende Reiseteilnehmerin):

„Für mich war es bereichernd, jede und jeden in der Gruppe kennenlernen zu dürfen. Natürlich: Die einen etwas näher, die anderen etwas weniger. Die letzten beiden Tage haben halt schon etwas gefehlt. Aber die Tage, die wir gemeinsam hatten, die waren mit viel Freude und Spass, Stille und Gebet, Flötenspiel von Bettina und Christin bereichert. Das tat gut für Leib und Seele. Auch sehr schöne Momente erlebte ich beim gemeinsamen Essen und Trinken und beim gemeinsamen Unterwegssein. (…). Als gutsehender Mensch habe ich erlebt, wie Blinde und Sehbehinderte unkompliziert, selbständig und eigenständig unterwegs sind, jede und jeder auf seine / ihre eigene Art. Ich habe gelernt, loszulassen, wenn mir z.B. sehbehinderte Reiseteilnehmende gesagt haben ‚Es geht schon allein‘. Mir wurde bewusst, wie der Humor dazu beitragen kann kleine Versprecher oder Patzer zu entschuldigen. Mir wurde richtig bewusst, dass es nicht selbstverständlich ist, mit gutem Sehen unterwegs zu sein, aber auch was alles Möglich ist beim Unterwegssein mit einem Handicap, auch mit einer Einschränkung genussvoll durchs Leben zu gehen. Für mich ist jede Form von Leben wertvoll, wenn es einem gelingt, eine innere Haltung und eine innere Einstellung vorwiegend positiv gestalten zu können.“

Roland (Roli) Gruber (sehbehinderter Reiseteilnehmer) in einem Facebook-Kommentar:

Roli in der Stamm-Gabelung eines der zahlreichen umbrischen Olivenbäume.

„Die Assisi-Reise war einfach nur wunderbar, und ich zehre ganz bestimmt noch lange von diesen Tagen in einzigartiger „Gruppen-Atmosphäre”. Hans und Mirco haben mich topp begleitet, getreu dem Motto „so viel wie nötig, sowenig wie möglich“; sie waren immer zur Stelle, wenn es für mich hilfreich war. Und dass die gesamte Gruppe wegen der früheren Heimreise und den positiv Getesteten so ruhig und „harmonisch“ reagieren konnte, das ging von der ruhigen, klaren und besonnen Art der hochprofessionell agierenden und reagierenden Reiseleitung aus: Nadia und Monika (und Chauffeur Urs) haben das sensationell gemacht. Wir haben auch in der verkürzten Zeit sooo viel erlebt. Es war einfach nur schön…!“

Fotos: Nadia Rudolf von Rohr, Roland Gruber sowie verschiedene Reiseteilnehmerinnen und -teilnehmer
Zusammenstellung auf dieser Website: Andrea Vetsch und Roland Gruber

Gelungene Schneesport Premiere

Gruppe im frisch verschneiten Einsiedeln

Am Samstag, 12. Februar 2022 trafen sich 8 wintersportbegeisterte TeilnehmerInnen und 8 BegleiterInnen zur allerersten CAB Schneesportwoche in Einsiedeln. Nach der Begrüssung und dem Vorstellen des Wochenprogramms mit allen organisatorischen Informationen genossen wir einen lebendigen Apéro. Beim anschliessenden, gemeinsamen Abendessen wurden so einige, frühere Langlauf Erlebnisse ausgetauscht.

Am frühen Sonntagmorgen zog bei strahlendem Sonnenschein eine kleine Gruppe auf schmalen Langlauflatten ihre ersten Schritte auf den vorzüglich präparierten Loipen von Einsiedeln. Ein anderer Teil genoss eine dreistündige, wunderschöne Schneeschuhtour im Euthal, unter der fachkundigen Anleitung von Silvia. Der Wetter- wie auch der Loipenbericht für den Montag waren sehr verheissungsvoll, so dass sich die Mehrzahl der TeilnehmerInnen fürs Langlaufen in Einsiedeln oder Studen entschied und dies auch nicht bereute.

Gruppe am Tisch mit roten Rosen

Der Montag war kein gewöhnlicher Tag. Es war Valentinstag. Schon frühmorgens wurden die Damen mit einer Rose und die Herren mit einem «Schöggeli» überrascht. Bei der täglichen Abend-Besprechung an diesem Montagabend war Allen klar, dass wir nun mit einem Wetterwechsel rechnen mussten.

Schneeschuhgruppe

Der Dienstag war somit geradezu prädestiniert für eine winterliche Schneeschuhtour. Die Mehrheit folgte dann auch dem Vorschlag, mit den Schneeschuhen durch den verschneiten Wald, von Biberegg hoch zum Mostelberg zu wandern. Alle zeigten eine hervorragende Kondition, so dass wir unser avisiertes Ziel bereits nach 2 1/4 Stunden erreichten. Bei einem feinen Mittagessen im urchigen Herrenboden konnten wir uns aufwärmen und uns von den Anstrengungen erholen.

Schneeschuhlaufen unter der Leitung von Silvia Pecka

Leider zeigte sich auch der Mittwoch noch stark verhangen und regnerisch. Trotz garstigem Wetter zogen einige Langlauf-Tandems durch die noch intakten Spuren von Studen, doch spätestens jetzt war Allen klar, dass dies wohl der letzte Tag auf den Langlaufski sein würde. Das Lottospiel nach dem Mittagessen fand grossen Anklang, gab es doch sehr attraktive Preise zu gewinnen, wie diverse Bergbahnbillete, Süssigkeiten oder attraktive Victorinox Geschenke. Die Wetteraussichten für den Donnerstag blieben weiterhin enttäuschend und dazu wurde es auch noch sehr windig. So entschlossen wir uns für einen Ausflug nach Rapperswil. Und plötzlich zeigten sich die ersten Sonnenstrahlen und wir genossen die leichte windige Wanderung über den Holzsteg von Hurden nach Rapperswil bei strahlendem Sonnenschein. Beim anschliessenden Rundgang durch die Altstadt von Rapperswil entdeckten wir viele schöne, verborgene Orte. Ein kleiner harter Kern der Schneeschuhtruppe setzte sich das Tagesziel, von Weglosen zur Druesberghütte hochzusteigen. Den mehr als zweistündigen Aufstieg mit teils recht steilen Passagen meisterten sie bravourös. Die warme Suppenmahlzeit in der gemütlichen Hütte war mehr als verdient.

Gruppenbild auf dem Stoos

Den letzten Tag genossen wir alle gemeinsam auf dem autofreien Stoos und auch die Sonne zeigte sich hin und wieder mal. Die spektakuläre Anreise mit der 2017 eröffneten, steilsten Standseilbahn der Welt, war für alle TeilnehmerInnen eine Premiere. Im Stoos angekommen wurden wir herzlichst vom Maskottchen «Froneli» begrüsst und sogar das zufällig anwesende Fernsehteam von Tele1 wurde auf uns aufmerksam und drehte einige Filmimpressionen mit uns. Die anschliessende zweistündige Winterwanderung forderte unsere Balance auf der zum Teil eisglatten Unterlage und die BegleiterInnen waren zu präziser und exakten Führung aufgefordert. Das anschliessende Picknick bei der Talstation Klingelstock genossen wir bei herrlich strahlendem Sonnenschein.

Blindenführhund im Schnee

Die abschliessende Feedback Runde am Abend zeigte, dass die Erwartungen voll und ganz erfüllt waren. Alle zeigten sich begeistert und kamen mit ihren sportlichen Aktivitäten auf ihre Kosten, sei dies zum Anfang auf den Langlaufski oder die Woche durch auf den Schneeschuhtrails. Katja sorgte mit ihren abendlichen Stretching Einheiten dafür, dass kein Muskelkater aufkam. Das Angebot wurde denn auch rege genutzt.

Text und Bilder: Daniel Borter, Kursleiter

Lust auf mehr?

Nach dieser verheissungsvollen Premiere freuen wir uns, die nächste Schneesportwoche in Einsiedeln ankündigen zu dürfen: 11. – 18. Februar 2023
Leitung : Daniel Borter
Ort : Hotel Allegro Einsiedeln

Anmeldungen nehmen wir ab sofort gerne entgegen unter 044 466 50 66 (Kurssekretariat) oder per Mail auf kurse@cab-org.ch

15. Oktober – Tag des Weissen Stockes

 

Der «Internationale Tag des Weissen Stockes» wird 50

Der im Jahr 1969 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufene «Internationale Tag des Weissen Stockes» jährt sich an diesem 15. Oktober 2019 zum 50. Mal. Aus aktuellem Anlass rückt die Idee eines Erfinders in den Fokus dieses Beitrags.

Kennen Sie Seiichi Miyake? Er wurde 1926 in der japanischen Präfektur Okayama geboren. Aus seinem Leben ist nicht viel bekannt. Doch mit seiner Erfindung des Bodenleitsystems für blinde und sehbehinderte Menschen leistete er einen jener Beiträge, die für die Betroffenen ein Segen sind. Ursprünglich wollte er seinem erblindeten Freund dazu verhelfen, sich im öffentlichen Raum zu orientieren und eigenständig fortzubewegen. Mit Rillen und Noppen im Boden- bzw. Strassenbelag schaffte er ein System, das sich mit dem Langstock ertasten und interpretieren lässt. Nach der erfolgreichen Umsetzung 1967 in der Nähe einer Blindenschule in Okayama setzte sich das Bodenleitsystem weltweit durch.

Hürden für blinde Menschen beseitigen
Der «Internationale Tag des Weissen Stockes» erinnert als Aktionstag daran, dass der öffentliche Raum, verschiedene Einrichtungen und Vorrichtungen auch von sehbehinderten, blinden, hörsehbehinderten und taubblinden Menschen genutzt werden. Vieles wurde bereits getan, aber so manche neue Idee könnte dazu beitragen, weitere Hürden und Hindernisse zu beseitigen. Die Schweizerische Caritasaktion der Blinden (CAB) setzt sich seit ihrer Gründung für die Anliegen von blinden, sehbeeinträchtigten und hörsehbehinderten Menschen in der Schweiz ein.