Am 31. Oktober fand der Autofahr-Kurs der CAB mit sechs sehbehinderten / blinden Teilnehmenden statt. Werner Lenzin verfasste einen kurzen Beitrag darüber. Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Lenzin dürfen wir seinen Beitrag auch an dieser Stelle veröffentlichen.
Autor: Werner Lenzin
Publikation in folgenden Medien:
– Weinfelder Nachrichten vom 6.11.2025
– TCS Rundschau Thurgau vom 19.11.2025
Doch vor dem Artikel noch dies: Die CAB organisiert auch im Jahr 2026 in Zusammenarbeit mit dem Verkehrssicherheitszentrum Weinfelden zwei Autofahr-Kurse, einmal als Variante mit Übernachtung im Hotel Arenenberg, einmal als Tagesvariante, beide wiederum unter der Leitung von Theres Raimondi:
Autofahrkurs 16. Oktober 2026 – Verkehrssicherheitszentrum Weinfelden
Blinde er-fahren das Auto
Sechs blinde Menschen fühlten auf dem Gelände der Verkehrssicher-heitszentrum AG und auf Einladung der Schweizerischen Caritasaktion der Blinden (CAB) das Fahren mit einem Auto. Begleitet wurden die Teilnehmenden von einem Team von Fahrlehrer/-innen und Betreuenden.
Von Werner Lenzin

«Ich bin seit fünf Jahren Fahrlehrerin und seit drei Jahren selbstständig», begrüsst Jessica Meister die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, einige von ihnen sind ganz blind, andere haben lediglich noch eine Sehkraft von wenigen Prozenten. Ihr Dank gilt den vier Fahrlehrerinnen- und Fahrlehrerkollegen, die den heutigen Tag ermöglichen, aber auch den Begleitpersonen. Andrea Vetsch ist die Bildungsbeauftragte der Schweizerischen Caritasaktion der Blinden (CAB), welche den «halbjährlichen Grand Prix von Weinfelden», wie einer der Anwesenden den Anlass humorvoll bezeichnet, lanciert. Mit dabei ist auch Jacqueline Köhler, Geschäftsführerin der Verkehrssicherheitszentrum Thurgau AG. Nachdem sich alle vorgestellt und über ihre Familien und Hobbys berichtet haben, dürfen die Sehbehinderten ihre Wünsche anbringen bezüglich Automarken und Lehrperson. Dann geht’s ans Eingemachte auf der Piste draussen.
Erleben von Beschleunigen
Einer der Teilnehmenden ist der 59-jährige Donato mit einer Sehkraft von lediglich noch fünf Prozent. Mit Hilfe von Fahrlehrerin Elke Schreiber setzt er sich ans Steuer des bereitstehenden Mercedes. Nach dem Kennenlernen von Lenkrad, Pedale, Schalthebel, Sitzen, Gurten und vielem mehr folgen die ersten einfachen Fahrversuche. Nach der Pause erklärt die Fahrlehrerin: «Nun legen wir den Fokus auf das Erleben von Beschleunigung, Bremsen und Lenken.» Dann folgen für Donato und die anderen Teilnehmenden weitere Fahrversuche. Noch vor der Mittagspause steht das Thema «Notbremsung» auf dem Programm.
Begeisterte Teilnehmende
Nach der gemeinsamen Mittagspause bietet sich den Teilnehmenden die Möglichkeit, an drei Posten das Vorwärts- und Rückwärtsfahren und das Slalomfahren zu erleben. Anlässlich der abschliessenden Feedbackrunde äussern sich Teilnehmenden mit grosser Begeisterung vom Erlebten. Die meisten von ihnen möchten auch das nächste Mal an diesem Event, der in jeder Beziehung eine Bereicherung für sie alle darstellt, wieder dabei sein. Zufrieden sind auch die Fahrlehrer/-innen über den Verlauf des Tages, an dem die Sicherheit auf der Piste der ständige Begleiter war.
