Die Mitgliederversammlung wählt das neue Co-Präsidium mit Irene Blatti und Michel Chiarinotti
Das zur Wahl vorgeschlagene Co-Präsidium wurde am 30. Mai 2026 mit überwältigender Mehrheit gewählt. Nach dem krankheitsbedingten Rücktritt unserer langjährigen Präsidentin, Ruth Häuptli, übernahm die Vizepräsidentin, Irene Blatti, ab November 2025 die Aufgaben der Präsidentin. Bereits an der letztjährigen Mitgliederversammlung wurden die Pläne für das Co-Präsidium vorgestellt und von den Mitgliedern zur Kenntnis genommen.
Zur Ehrenpräsidentin erkoren wurde Ruth Häuptli. Ihr jahrzehntelanger Einsatz für die CAB und das institutionelle Blindenwesen werden damit gewürdigt und herzlich verdankt.
Wir wünschen dem neuen Co-Präsidium viel Erfolg und Erfüllung mit ihren neuen Aufgaben.
Foto: Köstlich, drei im Brotbackkurs hergestellte Brote
Vorgestern ging der CAB-Brotbackkurs im Hotel Arenenberg zu Ende. Die Kursteilnehmerin Artiana (Arti) Hani hat auf Facebook aus unserer CAB-Sicht einen wertschätzenden und wunderschönen Bericht gepostet, den wir an dieser Stelle eins zu eins übernehmen dürfen: Danke, Arti!
Foto: Arti mit den fertig gebackenen Bachwerken auf einem Blech
«Manchmal ist es mehr als nur ein Kurs. Manchmal ist es ein Ort, der einem zeigt, wer man wirklich ist. 🩷
Die Schweizerische Caritasaktion der Blinden (CAB) schafft genau solche Orte. Mit Herz, mit Hingabe und mit einem tiefen Verständnis dafür, was Inklusion wirklich bedeutet. Hier geht es nicht nur um Betreuung, hier geht es um echte Teilhabe, um Würde, um Träume. Die CAB ermöglicht Menschen mit Behinderung Erlebnisse, die sonst oft unerreichbar scheinen. Sie schenkt Raum, um sich auszuprobieren, zu wachsen und einfach Mensch zu sein.
Der Brotbackkurs ist eines dieser Geschenke. Vom Hüttenkäse-Skyr-Brötchen über Früchtebrot, Zopf und Weggli bis hin zu Laugenbrezeln, so viel Vielfalt, so viel Freude, so viel Stolz in jedem einzelnen Teigstück.
Foto: Auch Apérogebäck wurde im Brotbackkurs hergestellt.
Und mittendrin: Theres Raimondi. Eine Kursleiterin mit so viel Feingefühl, dass sie jede Teilnehmerin sieht – wirklich sieht. Sie nimmt Rücksicht, ohne zu bremsen. Sie fordert, ohne zu überfordern. Und sie schafft es, dass aus «Behinderung» plötzlich einfach Leben wird. Möglichkeiten statt Grenzen.
Doch was diesen Kurs wirklich besonders macht, sind auch unsere Begleitpersonen. Sie sind unsere Hände, wenn wir sie brauchen. Unsere Augen, wenn wir sie nicht haben. Aber vor allem: Sie sind da, ohne uns klein zu machen.
Foto: Arti bearbeitet einen Teig.
Meine Begleitperson ist für mich etwas ganz Besonderes. Wenn meine Hemi müde wird, hilft sie mir, leise, liebevoll, selbstverständlich. Und genau hier liegt der Unterschied: Nicht: «Komm, ich helfe dir.» Sondern: «Komm Arti, ich portioniere dir den Teig in die Hand.»
Dieser eine Satz verändert alles. Er nimmt mir nicht meine Selbstständigkeit, er gibt sie mir zurück. Er zeigt mir nicht, was ich nicht kann, sondern ermöglicht mir, was ich kann. Er macht mich nicht abhängig, sondern stark.
Genau solche Momente sind es, die bleiben. Die etwas in einem verändern. Die zeigen: Ich kann. Ich darf. Ich bin genug. Für mich sind diese Backkurse wie Ferien. Ein Ort, an dem ich einfach ich sein darf. Arti – mit Sehbehinderung und Hemi. Und es spielt keine Rolle.
Foto: Köstliche Proteinbrötchen mit Skyr und Hüttenkäse auf einer Servierplatte
Denn hier backe ich. Hier lache ich. Hier lebe ich meinen Traum. Damit genau solche Orte weiter bestehen können, braucht es Unterstützung.
Viele dieser Angebote werden auch durch Spenden ermöglicht.
Möchtest du etwas Gutes tun und Teil davon sein? 💛
Jeder Beitrag – egal wie klein – macht einen Unterschied. Für mich. Für uns. Für viele weitere Menschen, die einfach die Chance brauchen, ihren Platz zu finden.
✨ «Der Sinn des Lebens ist es nicht, ein erfolgreicher Mensch zu sein, sondern ein wertvoller.» – Albert Einstein ✨»
Text und Fotos: Artiana Hani
Foto: Arti voll bei der Arbeit in der Schul-Küche des Hotel Arenenberg
Beitragsbild / Symbolbild: Eine Kursteilnehmerin mit Fahrlehrer im Lehrfahr-Auto
Am 31. Oktober fand der Autofahr-Kurs der CAB mit sechs sehbehinderten / blinden Teilnehmenden statt. Werner Lenzin verfasste einen kurzen Beitrag darüber. Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Lenzin dürfen wir seinen Beitrag auch an dieser Stelle veröffentlichen.
Autor: Werner Lenzin
Publikation in folgenden Medien:
– Weinfelder Nachrichten vom 6.11.2025
– TCS Rundschau Thurgau vom 19.11.2025
Doch vor dem Artikel noch dies: Die CAB organisiert auch im Jahr 2026 in Zusammenarbeit mit dem Verkehrssicherheitszentrum Weinfelden zwei Autofahr-Kurse, einmal als Variante mit Übernachtung im Hotel Arenenberg, einmal als Tagesvariante, beide wiederum unter der Leitung von Theres Raimondi:
Sechs blinde Menschen fühlten auf dem Gelände der Verkehrssicher-heitszentrum AG und auf Einladung der Schweizerischen Caritasaktion der Blinden (CAB) das Fahren mit einem Auto. Begleitet wurden die Teilnehmenden von einem Team von Fahrlehrer/-innen und Betreuenden.
Von Werner Lenzin
Die Kursteilnehmenden und Fahrlehrerinnen und -lehrer am CAB-Autofahrkurs vom 31. Oktober 2025. Foto: Theres Raimondi
«Ich bin seit fünf Jahren Fahrlehrerin und seit drei Jahren selbstständig», begrüsst Jessica Meister die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, einige von ihnen sind ganz blind, andere haben lediglich noch eine Sehkraft von wenigen Prozenten. Ihr Dank gilt den vier Fahrlehrerinnen- und Fahrlehrerkollegen, die den heutigen Tag ermöglichen, aber auch den Begleitpersonen. Andrea Vetsch ist die Bildungsbeauftragte der Schweizerischen Caritasaktion der Blinden (CAB), welche den «halbjährlichen Grand Prix von Weinfelden», wie einer der Anwesenden den Anlass humorvoll bezeichnet, lanciert. Mit dabei ist auch Jacqueline Köhler, Geschäftsführerin der Verkehrssicherheitszentrum Thurgau AG. Nachdem sich alle vorgestellt und über ihre Familien und Hobbys berichtet haben, dürfen die Sehbehinderten ihre Wünsche anbringen bezüglich Automarken und Lehrperson. Dann geht’s ans Eingemachte auf der Piste draussen.
Erleben von Beschleunigen
Einer der Teilnehmenden ist der 59-jährige Donato mit einer Sehkraft von lediglich noch fünf Prozent. Mit Hilfe von Fahrlehrerin Elke Schreiber setzt er sich ans Steuer des bereitstehenden Mercedes. Nach dem Kennenlernen von Lenkrad, Pedale, Schalthebel, Sitzen, Gurten und vielem mehr folgen die ersten einfachen Fahrversuche. Nach der Pause erklärt die Fahrlehrerin: «Nun legen wir den Fokus auf das Erleben von Beschleunigung, Bremsen und Lenken.» Dann folgen für Donato und die anderen Teilnehmenden weitere Fahrversuche. Noch vor der Mittagspause steht das Thema «Notbremsung» auf dem Programm.
Begeisterte Teilnehmende
Nach der gemeinsamen Mittagspause bietet sich den Teilnehmenden die Möglichkeit, an drei Posten das Vorwärts- und Rückwärtsfahren und das Slalomfahren zu erleben. Anlässlich der abschliessenden Feedbackrunde äussern sich Teilnehmenden mit grosser Begeisterung vom Erlebten. Die meisten von ihnen möchten auch das nächste Mal an diesem Event, der in jeder Beziehung eine Bereicherung für sie alle darstellt, wieder dabei sein. Zufrieden sind auch die Fahrlehrer/-innen über den Verlauf des Tages, an dem die Sicherheit auf der Piste der ständige Begleiter war.
Skifahren für die Stiftung «Freude herrscht» Symbolbild. Quelle: ski4kids.ch
von links nach rechts: Daniel Borter, Jürg Gibel, Bernarda Brunovic, Dionys Henzen und Daniela Borter.
Schon zum zweiten Mal nahmen Blinde und Sehbehinderte zusammen mit ca. 150 anderen Sportbegeisterten unter der Leitung des CAB-Kursleiters Daniel Borter am «Ski4Kids» teil. Sie sammelten dabei in der Jungfrau-Region Höhenmeter für einen guten Zweck: Kinder für Sport und Bewegung zu begeistern, das ist nämlich das Ziel der Stiftung «Freude herrscht», von Alt-Bundesrat Adolf Ogi initiiert.
Mit Bernarda Brunovic und Jürg Gibel halfen zwei blinde respektive sehbehinderte Ski-Begeisterte mit, Geld für den guten Zweck zu sammeln: Insgesamt sind es mindestens 80’000 Franken, die zusammenkamen. Begleitet wurden die beiden CAB-Teilnehmenden des «Team blind», eine dritte musste leider aufgrund eines Ski-Unfalls absagen, von Daniel Borter und Dionys Henzen. – Und dies alles bei Prachts-Wetter – ein unvergesslicher Tag…
Daniel Borter zeigt sich denn auch begeistert:
Bernarda Brunovic im SRF-Interview. Foto: Daniel Borter.
Was für eine grossartige Performance uns als Team am letzten Dienstag bei schönstem Wetter und perfekten Pisten gelungen ist! Von insgesamt 17 Teams am Start erreichten wir den hervorragenden Platz 14, unglaublich. Dank dem leidenschaftlichen Einsatz aller dürfen wir mega stolz auf das erreichte zurückblicken.
«Nach dem Event ist vor dem Event», so Borter weiter: Er ist bereits daran, zusammen mit der CAB eine Teilnahme 2026 an «Ski4Kids» zu prüfen.
In den folgenden beiden TV-Beiträgen ist zwar nicht vom CAB-Team-bind die Rede, sie geben aber einen guten Überblick über die Veranstaltung vom 18. März 2025:
Von 27. bis 31. Januar fanden unsere «Wintersporttage an der Lenk» unter der Kursleitung von Daniel Borter statt.
Mit freundlicher Genehmigung der Bergbahnen Adelboden-Lenk AG dürfen wir folgenden Bericht veröffentlichen.
Autorin: Stefanie Inniger
Skifahren ohne Augenlicht – CAB-Winterwoche an der Lenk
Vom 27. bis 31. Januar 2025, fand an der Lenk die Winterwoche der Schweizerischen Caritasaktion der Blinden (CAB) statt. Blinde und sehbehinderte Menschen sowie ihre Begleitpersonen genossen ein
abwechslungsreiches Schneesportprogramm in der Destination. An einem speziell für die Gruppe organisierten Referat der Bergbahnen Adelboden-Lenk AG erfuhren die Gäste, was hinter den Kulissen eines Skigebietes
alles passiert.
Die blinden und sehbehinderten Teilnehmenden der CAB-Winterwoche befassten sich mit der Beschneiung und der Pistenpräparation der Bergbahnen Adelboden-Lenk AG. Foto: Bergbahnen Adelboden-Lenk AG
Vergangene Woche fand an der Lenk die Winterwoche der Schweizerischen Caritasaktion der Blinden (CAB) statt. Blinde und sehbehinderte Menschen aus der ganzen Schweiz genossen unvergessliche Tage im Schnee. Ob Skifahren, Langlaufen, Schneeschuh- oder Winterwandern: Die insgesamt 37 Teilnehmenden erlebten ein abwechslungsreiches Programm. Organisiert wurde die Winterwoche von Daniel Borter. Für den ehemaligen Direktor des Fünf-Sterne-Hauses Lenkerhof, der selbst ausgebildeter Blinden Ski- und Langlauf-Guide ist, war es bereits das zweite Jahr, in dem er die Winterwoche im Simmental organisierte. «Ich bin seit 2020 für die CAB im Einsatz, seit 2024 findet die CAB-Winterwoche an der Lenk statt, für 2026 ist die Unterkunft schon gebucht». Die Lenk biete die idealen Voraussetzungen, um alle Bedürfnisse und Vorlieben zu berücksichtigen: «Kurze Wege für die einzelnen Sportarten, der hilfsbereite Umgang der Talbevölkerung sowie die gute Zusammenarbeit mit dem Hotel und den Bergbahnen sind dabei entscheidend», hebt Borter hervor.
Die Bergbahnen hinter den Kulissen erleben
Jürg Klopfenstein (BAL AG) und Daniel Borter (Leiter CAB-Winterwoche) (v.l.n.r.) vor einem Pistenfahrzeug der Bergbahnen Adelboden-Lenk AG. Foto: Bergbahnen Adelboden-Lenk AG
Während ihrem Aufenthalt an der Lenk erhielten die Teilnehmenden der CAB-Winterwoche die Möglichkeit, zu erleben, was hinter den Kulissen der Bergbahnen Adelboden-Lenk AG alles passiert. Jürg Klopfenstein, Bereichsleiter Angebot Winter Lenk bei der Bergbahnen Adelboden-Lenk AG, erzählte den Interessierten bei der Mittelstation Stoss am Betelberg viel Wissenswertes zur Pistenpräparation und zur technischen Beschneiung. Ein besonderes Highlight der Führung war die Möglichkeit, ein Pistenfahrzeug und eine Schneekanone respektive ihre Dimensionen aus nächster Nähe zu erleben. Daniel Borter: «Es war beeindruckend, so viel Wissenswertes zur Pistenpräparation zu hören und die Technik hinter der Beschneiung kennenzulernen. Das grosse Wissen von Jürg Klopfenstein und seine sehr gute Bildsprache machte die Führung sehr lehrreich und spannend. Die Teilnehmenden waren alle begeistert – das Erfahrene und Erlebte hinterliess Eindruck».
Die Schweizerische Caritasaktion der Blinden (CAB) und die Franziskanische Gemeinschaft (FG) waren zum zweiten Mal gemeinsam in Assisi auf den Spuren der Heiligen Franziskus und Klara unterwegs. Eine muntere Schar von 13 Menschen aus CAB- und FG-Kreisen machte sich Mitte Mai in Richtung Süden auf. Begleitpersonen und Menschen mit Sehbeeinträchtigung trafen sich – teilweise zum ersten Mal – am Bahnhof bzw. in unserem Reisebus. Schnell wandelte sich die anfängliche Zurückhaltung in gegenseitige Offenheit, und bald schon tönte das erste herzhafte Lachen durch den Bus. In Assisi eingetroffen, wurden wir im Hotel La Rocca herzlich willkommen geheissen, und das erste italienische 3-Gänge-Menu liess uns schnell in «bella Italia» ankommen.
Basilika San Francesco
Am Tag darauf machten wir uns auf, das umbrische Städtchen mit seiner Geschichte zu erkunden. Der Rundgang startete auf der Rocca Maggiore und folgte den römischen Spuren abwärts, bis auf die Piazza und weiter hinunter zur Kirche San Pietro. Assisi liegt am Hang – unsere Wege würden uns immer wieder entweder rauf oder runter führen…
Wandrelief in San Damiano
In den folgenden Tagen verbanden wir die Biografien von Klara und Franz mit sprechenden Orten aus ihren Lebenswelten: Die Kathedrale San Rufino, das Geburtshaus von Franziskus, San Masseo, San Damiano und auch die Grabeskirchen San Francesco und Santa Chiara fehlten nicht. Dazwischen gab es Zeit für das persönliche Verweilen und Innehalten oder auch für Besonderheiten wie die künstlerische Ausstellung in der Chiesa Santa Maria delle Rose, die sich gut mit den Händen sehen lässt!
Rast in einem Olivenhain auf dem Weg zwischen San Masseo und San Damiano. Dort soll Franziskus Aussätzigen aus dem nahen Leprosenheim begegnet sein. Dieses Zusammentreffen veränderte sein Leben nachhaltig.
Ein Highlight war unser Ausflug nach Spoleto und auf den Monteluco. Wir besuchten das Viadukt und den Dom und die in ihrer Schlichtheit berührende Basilika Sant’ Eufemia. Nach einem besonderen Mittagsmahl in der Osteria del Matto mit umbrischen Spezialitäten fuhren wir hinauf auf den Hausberg und verweilten im Heiligen Wald rund um die Einsiedelei, die Franziskus so lieb war.
Ein weiters Highlight war ein frühmorgendlicher Gang durch das noch schlafende Assisi zum San Francesco. Die Kirche war (fast) menschenleer und wir genossen die Stille beim Grab von Franziskus und die anschliessende Laudes in der Unterkirche mit den Franziskanern.
Franziskus Skulptur bei Rivotorto
Der letzte Tag führte uns in Assisis Ebene hinab, nach Rivotorto, wo die ersten Brüder öfters verweilten, auf den dortigen Soldatenfriedhof, der auf ganz eigene Weise ins Heute spricht und in die Portiuncula-Kirche, ebenfalls ein Ort, der an die Anfänge erinnert, die bis heute begeistern.
Wir liessen in diesen erfüllten und erfüllenden Tagen das Leben von Klara und Franz von vor 800 Jahren ins Heute sprechen und schlugen Brücken in unsere eigenen Lebens- und Glaubensgeschichten. Wir erfuhren Assisi zusammen auf unsere je eigene Art und Weise, wir lernten voneinander, lachten, genossen Gelati und feine Pasta und redeten über Gott und die Welt. Wir waren einander in diesen Tagen Gefährtinnen und Gefährten ganz im Geist von Franz und Klara geworden.
San Damiano
Text: Monika Hug / Nadia Rudolf von Rohr
Fotos: Monika Hug
Und noch dieser Hinweis zum Schluss:
Die Assisi-Reise in Zusammenarbeit zwischen FG und CAB ist für 2026 bereits in Planung. Datum: 10.-16. Mai 2026
Soeben erreicht uns die Nachricht, dass am 28. Dezember 2023 unsere langjährige Kursleiterin, die bekannte Zürcher Märchenerzählerin Silvia Studer-Frangi, in ihrem 88. Lebensjahr verstorben ist.
Mit Herzblut und viel Weisheit leitete Silvia von 2012 bis 2020 in unserem Auftrag Märchenkurse und -nachmittage für sehbehinderte und blinde Menschen aus der ganzen Deutschschweiz.
Ihre Erzählkunst, ihre heitere und trotz ihres fortgeschrittenen Alters so jung gebliebene Ausstrahlung zogen alle in den Bann, die ihr zuhörten. Ihr Wissensschatz schien unendlich zu sein. Mit viel Weisheit schaffte sie es immer wieder, aus uralten Geschichten leicht verständliche Parallelen zu unserem Leben zu ziehen. Gross gewachsen war sie nicht, schaffte es aber mit ihrer Aura, ihrer edlen Art und ihrer Herzlichkeit jeden Raum zu füllen, den sie betrat.
Ihre Besuche im Büro werden wir vermissen (sie wohnte gleich um die Ecke). Sie kam nie ohne etwas Süsses und brachte jedes Mal ein Märchen, eine Geschichte oder ein schönes Gedicht mit. Eines davon hängt heute noch im Büro:
Dem Freien schaut,
als das Gegenbild seiner Freiheit,
das Schicksal entgegen.
Es ist nicht seine Grenze,
es ist seine Ergänzung;
Freiheit und Schicksal
umfangen sich zum Sinn;
und Sinn schaut das Schicksal,
die eben noch so strengen Augen
voller Licht,
wie die Gnade selber drein.
Kulturreise vom 5. – 8. Oktober 2023 Ein Reisebericht
19 sehbehinderte und blinde Männer und Frauen folgen der Einladung und profitieren vom gemeinsamen Jubiläumsangebot der beiden befreundeten Organisationen, der CAB und der Behindertenseelsorge Zürich. Zusammen mit sehenden Begleitpersonen, dem Chauffeur Urs und seiner Gattin Silvia sowie uns Leiterinnen waren wir eine beachtliche Gruppe von 40 Personen, die sich gemeinsam auf den Weg in eines der schönsten Weingebiete Europas machte, um sich dort 5 Tage lang intensiv mit der vielseitigen Hildegard von Bingen zu beschäftigen. Hildegard die Visionärin, Prophetin, Heilsbotschafterin, Naturheilkundlerin und Komponistin.
Unser Ausgangspunkt
Therme Bad Kreuznach
In Bad Kreuznach angekommen stehen wir vor dem prunkvollen, im Jugendstil erbauten Parkhotel aus dem Jahr 1913. Was für ein Glück, in einem solchen Haus wohnen zu dürfen. Schon das Foyer mit seinen riesigen Kronleuchtern, den edlen, blauen Samtsesseln und der schmucken Bibliothek haben uns tief beeindruckt. Das Haus war sowohl im ersten wie auch im zweiten Weltkrieg ein wichtiger politischer Schauplatz mit internationaler Reichweite. So diente es zuerst als kaiserliches Hauptquartier, während rund 40 Jahre später genau an diesem Ort ein international aufsehenerregendes Treffen zwischen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer stattfand. Wieder Jahre später besiegelten Helmut Kohl und François Mitterrand die deutsch-französische Freundschaft im Parkhotel.
Spaziergang durch Bad Kreuznach
An diesem ersten Abend begaben wir uns gemeinsam auf einen Spaziergang durch das zauberhafte Städtchen Bad Kreuznach. Was für ein Privileg für mich und ein Riesenglück für uns alle, Tanja Haas als Co-Leiterin mit dabei zu haben. Sie ist in dieser Gegend aufgewachsen und weiss so vieles zu berichten, was wir wohl ohne sie nie erfahren hätten.
Bad Kreuznach, rund 40 km von Mainz gelegen, ist nicht nur berühmt für seine Bäder, sondern auch für seine einzigartigen Brückenhäuser. Die Stadt gibt sehr viel Geld aus, um diese schmucken Häuschen aus dem 16. Jahrhundert zu erhalten. Wie so viele deutsche Städte hat auch Bad Kreuznach imposante Stadtkirchen. In der rosafarbenen Pauluskirche soll Karl Marx 1843 seiner Jenny das Ja Wort gegeben haben. Erwähnenswert ist auch das Fausthaus an der «Magister-Faust-Gasse». Die Zeiten waren unruhig, als der berühmte Magier, Magister, Alchimist und Sterndeuter Dr. Faustus dort gewohnt haben soll. Es war die Zeit der Reformation, Martin Luther und der Bauernkriege. Goethes „Fausttragödie“ ging als (wörtlich-) „tiefsinnigste und bedeutendste Dichtung der deutschen Sprache in die Literaturgeschichte ein“.
Auf den Spuren der Heiligen Hildegard (1098-1179)
Unser zweiter Reisetag, der Freitag, galt der jungen Hildegard, die als 14-jähriges Mädchen unter der Obhut der Heiligen Jutta von Sponheim in das Kloster auf dem Disibodenberg eintrat. Wir besuchten die gut erhaltene Ruine der riesigen Klosteranlage und genossen die bunt gefärbten Herbstwälder. Die Aussicht vom Disibodenberg über die riesigen Weinbaugebiete in der Nahe Ebene war schlicht spektakulär. In der kleinen Hildegardkapelle stimmte die Gruppe spontan das Lied „Dona nobis pacem“ an. Die Akustik in diesem kleinen, runden Gebäude eignete sich hervorragend für den Gesang – ein Hühnerhautmoment.
CAB Präsidentin Ruth Häuptli, Karin Oertle und CAB Vorstandsmitglied Daniel Burri
Nach einem herrlichen Imbiss draussen an der Sonne entschieden sich die Allermeisten für die Pilgerroute und wanderten vom Disibodenberg rund 1 1/2 Std. nach Bad Sobernheim. Ein paar Teilnehmende bevorzugten eine frühere Rückreise mit dem Car und profitierten von den Thermen. Am Abend fuhren wir nach Rüdesheim an der Nahe.
Winzer Thomas Emmerich
Der Winzer Thomas Emmerich persönlich führte uns durch seine besten Weine und liess sie uns degustieren. Das anschliessende Abendessen im stimmungsvollen Pavillon schmeckte vorzüglich. Die musikalischen Beiträge von Daniel Burri (Klavier) und Simone Speck (Panflöte) umrahmten den Abend und sorgten mächtig für Stimmung.
Daniel kam so richtig in Fahrt und spielte unseren deutschen Gastgebern Schweizer Evergreens vor, welche sogar unserer Präsidentin einen Jodel entlockten. Ein geselliger, harmonischer Abend ging zu Ende.
Am dritten Tag besuchten wir Bingen, das mediterran anmutende Städtchen am Rheinknie, umgeben von Weinbergen soweit das Auge reicht. Den Vormittag verbrachten wir im Hildegard Forum auf dem Rochusberg. Ich glaube, wir alle waren uns einig: der Vortrag von Schwester Ancilla Maria gilt als absolutes Highlight dieser Reise. Die betagte Schwester wusste so viel Interessantes zu erzählen und spannte mit viel Weisheit immer wieder einen Bogen in unsere sogenannt moderne Zeit. Die Teilnehmenden klebten förmlich an ihren Lippen und wollten sie gar nicht mehr gehen lassen. Einige folgten ihr, um ihr noch die eine oder andere Frage zu stellen oder eine Weisheit zu entlocken. Aufgrund des riesigen Interesses stellte uns Schwester Ancilla Maria ihren Vortrag in schriftlicher Form zur Verfügung. Sie können ihn hier als PDF herunterladen.
Mit diesen bedeutsamen Worten schloss Schwester Ancilla Maria ihren Vortrag: «Wenn die Freude nicht nur an der Oberfläche unseres Fühlens ist, sondern Herz und Leber durchdringt, dann ist das für unsere Gesundheit gut, dann fühlen wir uns heil. Deshalb sollten wir versuchen, uns ganz der Freude zu öffnen und unsere Seele, unser Herz und unser ganzes Sein von ihr durchdringen zu lassen.»
«Die Seele liebt ihren Leib und hält ihn für ein schönes Gewand und eine erfreuliche Zier.» Hildegard von Bingen
Das Mittagessen auf dem Rochusberg schmeckte ausgezeichnet. Das Institut kocht nach Hildegard und beschäftigt im Service wie in der Küche Menschen mit einer Behinderung. Nach dem Essen blieb noch etwas Zeit für den kleinen, aber feinen Klosterladen. Wir deckten uns ein mit Nervenguetzli, spannenden Büchern, Gewürzen, Kerzen und vielem mehr.
Garten Museum am Strom
Am Nachmittag besuchten wir das Hildegard Museum am Strom an der Rheinpromenade. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf. Die eine begann im Museum, wo Hildegard als Visionärin und Musikerin im Fokus stand, die andere Gruppe besuchte in dieser Zeit den Kräutergarten.
Am Abend blieb noch etwas Zeit für Wellness, sei es in den Thermen, dem Kneippbad oder Europas grösster Freiluftinhalationsanlage. Die Sole Sprühanlage direkt neben dem Hotel enthält mehr als 17 wertvolle Mineralsalze.
Am Sonntag überquerten wir den Rhein mit der Fähre und verbrachten den Tag in Eibingen. Wir besuchten die heutige Hildegard Abtei hoch über Eibingen, bevor wir zur Wallfahrtskirche hinunterfuhren, wo Hildegards Schrein aufbewahrt ist. Das Mittagessen nahmen wir individuell im touristischen Städtchen Rüdesheim ein. Einige liessen sich nicht davon abhalten, mindestens einmal die berühmt berüchtigte «Drosselgasse» zu durchlaufen.
Nach unserem letzten Abendessen im Hotel trafen wir uns im prächtigen Saal zu unserer Schlussrunde. Alle, die das Bedürfnis hatten, durften sich äussern. Ganz am Schluss wurde die mit Spannung erwartete Preisverleihung unserer 20 Quizfragen durchgeführt. Zu gewinnen gab es Spezialitäten aus der Region wie zum Beispiel eine kleine Flasche Wein, Hildegard Gewürz und natürlich die legendären Nervenguetzli.
Das Relief am Dom von Speyer
Auf der Heimfahrt machten wir Halt in Speyer und besuchten wahlweise den riesigen Dom oder den historischen Judenhof mit seinem gut erhaltenen Ritualbad aus dem frühen Mittelalter.
Wir beiden Leiterinnen, Tanja Haas und ich sind uns einig, die Reisevorbereitungen haben sich mehr als gelohnt. Wir konnten alles planmässig durchführen und dies ohne gravierende Zwischenfälle. Bei so einer grossen Gruppe (wir waren immerhin 40 Personen) ist dies alles andere als selbstverständlich.
Mittwoch 23. August: Anreisetag Die meisten Teilnehmer trafen kurz nach 16 Uhr im Hotel Höfli in Altdorf ein. Um 17 Uhr gab es erste Informationen für den nächsten Tag und eine Vorstellungsrunde der Teilnehmer und Begleiter und anschliessend einen Apéro.
Donnerstag, 24. August: Schächentaler Höhenweg zum Fleschsee (Aufstieg: 550 m, Abstieg: 500 m, Distanz: 10 km, Wanderzeit: 4,5 Std.) Mit der Seilbahn fuhren wir ab Altdorf auf 1500 m über Meer auf die Eggberge. Nun folgten wir dem Schächentaler Höhenweg in circa 3 Stunden zum Fleschsee. Der Aufstieg war streng, da wir praktisch immer einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren.
Nach dem Mittagessen badeten einige Unentwegte im eher schlammigen Fleschsee. Anschliessend stiegen wir in zum Flesch Kiosk auf. Von dort aus stiegen 3 Tandems mit Daniel Borter in gut 20 Minuten zum Gipfelkreuz des nahe gelegenen Berges «Hüenderegg» auf.
Im Flesch Kiosk gab es Kaffee und Nussgipfel. Berti und Michael spielten für uns auf Ziehharmonikas Ländlermusik.
Freitag, 25. August: Maderanertal, Aufstieg zum Golzerensee (Aufstieg:660 m, Distanz: 7.4 km, Wanderzeit: 3 Std.) Mit dem Bus fuhren wir ins Maderanertal bis zur Talstation der Golzeren Seilbahn. Von dort aus wanderten wir weiter dem Tal und dem Chärstelenbach folgend bis zur Abzweigung Golzerensee. Der grösste Teil des Weges war im Wald und bei deutlich kühleren Temperaturen als gestern. In Serpentinen folgten wir dem Weg. Im oberen Teil lichtete sich der Wald und steile Alpweiden wurden sichtbar. Schon bald erreichten wir das Dorf Golzeren und den Golzerensee mit der Feuerstelle.
Auf der Golzeren wurde im 19. Jahrhundert Eisenerz abgebaut und auf Kuhfellen ins Tal geschleift.
Bei der Feuerstelle hatte Daniel Borter, der mit uns startete und trotzdem 1.5 Stunden vor uns da war, eine herrliche Glut bereit für unsere Würste. Nach einem ausgiebigen Mittagessen aus dem Rucksack, konnten wir vor einem möglichen Regen in eine gemütliche Bergbeiz flüchten und wurden mit warmen Getränken verwöhnt.
Samstag, 26. August: Von Göschenen Bahnhof auf den Natur-Staudamm Göscheneralp (Aufstieg: 730 m, Distanz: 10 km, Wanderzeit: 4 Std.) Vom Bahnhofplatz Göschenen stiegen wir das erste Wegstück auf einem mit Granit-Pflastersteinen belegten Weg hoch. Nach dem Dorf Göschenen führte uns schon bald ein steiniger Waldweg der Göschenerreuss entlang Richtung Göscheneralp. Dieses erste Wegstück war wildromantisch und wir Teilnehmer hatten genau auf die Hinweise unserer Begleiter zu achten, damit wir auf dem feuchten Untergrund immer sicheren Halt hatten. Das nächste Wegstück führte uns über eine steinige, mit Tannenbäumen bewachsene Alpweide weiter aufwärts. Die grasenden Kühe kamen durch uns in helle Aufregung und begleiteten uns die nächste halbe Stunde bis zum nächsten Kuhgatter. Schliesslich erreichten wir den Mittagsrastplatz.
Ein oder zwei Tandems nahmen bereits von hier aus das Postauto in die Göscheneralp.
Als nächstes folgte ein steilerer und steiniger Weg. Es war wichtig, gut auf die Hinweise unserer Begleiter zu hören, damit auch jeder Teilnehmer sicher dieses Wegstück schaffen konnte. So kamen wir auf eine Hochebene mit einem See und einem Berg-Campingplatz. Spätestens ab hier nieselte es aus dem Nebel. Es entschlossen sich etwa 2 Tandems zur Weiterfahrt mit dem Postauto.
Obschon der Natur-Staudamm noch einige Kilometer entfernt war, türmte er sich mächtig vor uns auf. Uns begegneten über 100 Geissen. Schliesslich erklommen wir den Staudamm in dichtem Nebel. Nach dem Überqueren des Staudams erreichten wir das Restaurant.
Sonntag, 27. August: Regenwanderung zum Hofladen von Erika Arnold in Seedorf (Distanz:7 km, Wanderzeit: 2,5 Std.) Zuerst durchschritten wir in voller Regenmontur Altdorf bis zur Reuss. Dann folgten wir ein längeres Stück dem Reussdamm bis auf die Höhe von Flüelen, bogen dann links ab nach Seedorf und kamen so zum Hofladen von Erika. Dort erwartete uns bereits unser erster Überraschungsgast, Marzio Medici. Im uns von Erika freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellten grossen Raum mit Tischen konnten wir so unser Picknick im Trockenen einnehmen. Während des Mittagessens las uns Marzio in seinem urigen Urner Dialekt drei Urner Sagen vor. Anschliessend wanderten die meisten Tandems in einer halben Stunde nach Flüelen. Von dort nahmen wir den Bus nach Altdorf.
Talk mit Dani Arnold (Extrembergsteiger, Speed Kletterer und Bergführer) moderiert von Daniel Borter
Dani Arnold (Bild www.redner-agentur.com)
Unmittelbar nach dem Nachtessen weihte uns Dani Arnold in die Geheimnisse des Speed Kletterns ein. Was bedeuten die beiden Begriffe: „Solo“ und „free Solo“?
«Solo»: Eine Route wird alleine durchstiegen, aber es wird ein Notfallpaket (Seil, Klettergstältli, Karabiner etc.) mitgenommen.
«free Solo»: Ebenfalls Alleingang ohne jegliches Notfallpaket.
Dani Arnold hat die 5 grossen Nordwände der Alpen Solo und zum Teil auch free Solo durchstiegen. Im Berner Oberland: Die Eiger Nordwand, im Wallis: Die Matterhorn Nordwand, in der Region Grenoble (2 Nordwände): Les Grandes Jorasses Nordwand, Le Petit Dru Nordwand. In den Dolomiten: Die Grosse Zinne Nordwand
Diese Durchstiege der Nordwände haben alle in Rekordzeiten stattgefunden. Solche Unternehmungen müssen minuziös geplant werden und bedingen zum Teil mehr als ein Jahr Vorbereitungszeit. Die Wandverhältnisse, die persönliche, körperliche und die mentale Verfassung alles muss stimmen und Dani muss sich vollkommen auf sich selber verlassen können.
Anschliessend beantwortete Dani Arnold mit grosser Ausdauer alle unsere Fragen.
Montag, 28. August 2023, Führung durch den „Flecken“ Altdorf von Geni Herger, Dauer: 2 Std. Altdorf war nie eine Stadt, sondern wurde als „Flecken“ Altdorf bezeichnet. Altdorf war immer der Hauptort des Kantons Uri und von der Bedeutung her den beiden Städten Stans und Schwyz der Urschweiz gleichgestellt. Der Kanton Uri wurde immer wieder von Naturkatastrophen (Überschwemmungen, Lawinen und Rüfenen) heimgesucht. Auch von verheerenden Stadtbränden blieb Altdorf nicht verschont.
Zum Mittagessen stiegen wir am Ende der Führung zum hoch über Altdorf gelegenen Restaurant Nussbäumli auf und genossen dort einen herrlichen Gersauer Käsekuchen. Am Nachmittag wanderte ein Grossteil der Teilnehmer in circa einer Stunde nach Flüelen und bestieg dort das Schiff zu einer Rundfahrt über Brunnen.
Dienstag, 29. August, Weg der Schweiz von Bauen nach Seelisberg und Abstieg zum Rütli (Aufstieg: 530 m, Abstieg: 530 m, Distanz: 10 km, Wanderzeit: 4 Std.). Trotz angesagtem Regen bestiegen wir den Bus nach Flüelen, nahmen das Schiff bis Bauen und begannen unsere Wanderung, die unzähligen Treppenstufen hoch.
Ich wollte es genau wissen, darum lief ich am Schluss und zählte die Stufen. Schlussendlich zählte ich 1006 Stufen bis zum gedeckten Rastplatz. Von dort ging es weiter aufwärts, bis zu einer Hochebene. Dort entdeckten wir bald links unten das Seelisberger Seeli, aber immer noch keine Spur von Seelisberg. Erst nach 1.5 Std. durchschritten wir Seelisberg und machten auf dem gedeckten Vorplatz einer Kapelle eine kurze Rast in unmittelbarer Nähe des riesigen Hotelkomplexes der Yogis. Einige Tandems bestiegen hier das Bähnli nach Treib und fuhren von dort nach Flüelen zurück. Die restlichen Tamdems stiegen in gut 50 Minuten zum Rütli ab und bestiegen von dort das Schiff nach Flüelen.
Nach dem Nachtessen konnten wir noch unsere Meinung zur vergangenen Woche mitteilen.
Mittwoch, 30. August, Abreisetag Nach dem Frühstück nahmen wir den Bus zum Bahnhof Altdorf und reisten nach Hause.
Vor Jahren hatte ich dieses Erlebnis bei einem anderen Anlass schon mal. Doch immer wieder verpasste ich den Moment, mich für den CAB Kurs „Blinde fahren Auto“ anzumelden. Endlich hat es dieses Jahr geklappt und ich freute mich schon lange auf diesen Kurs.
Am Donnerstag reiste die Gruppe in der wunderschönen Unterkunft beim Schloss Arenenberg an und ich fühlte mich von Anfang an dort sehr willkommen. Der Park war einmalig, das Wetter prächtig, das Zimmer geräumig, das Essen lecker und die Gruppe von Teilnehmenden und Begleitern entspannt und fröhlich.
Kurz und gut – wir freuten uns alle auf den nächsten Tag. Beim TCS Gelände in Weinfelden wurden wir nach 9 Uhr erwartet und die Fahrlehrer stellten sich vor und der Organisator Herr Marco Vidale hörte uns gespannt zu, was wir so für Wünsche haben betreffend den Autos und dem Anlass. Für mich war klar, wenn es schon nicht ein geschaltetes Auto hat, dann wenigstens ein Benziner. Ehrlich gesagt kann ich mit den E-Autos noch nicht so viel anfangen. Was für eine Ehre, dass ich dann einen BMW zugeteilt bekam, zusammen mit einer anderen Person mit Seheinschränkung, das machte mich dann gerade ein wenig stolz. Mein Fahrlehrer an diesem Tag war zum ersten Mal dabei und auch für ihn war es sicherlich ein spezieller Moment.
Tobias List erklärte mir zuerst, wie ich mit den vielen Knöpfen den Sitz einstellen konnte und dass es wichtig sei, dass die Handgelenke auf dem Steuerrad aufliegen. Als ich dann soweit instruiert war, hiess es den Knopf finden und drücken für den Motor einzuschalten, den Drive-Modus zu drücken und die Handbremse zu lösen. Schon rollte mein BMW los und ich versuchte mit voller Konzentration zu achten, was Tobi mir genau mitteilte, wie ich gerade das Steuerrad einlenken sollte, ob ich Gas geben durfte, wann ich bremsen musste und was die nächste Aufgabe war. Natürlich gefiel es mir am besten, als wir richtig Gas geben konnten und danach voll auf die Bremse drücken mussten. Mehrmals ging bei uns der Pannenblinker an, den wir mit der Vollbremsung auslösten.
Immer nach gut 15 Minuten wurde gewechselt und natürlich auch nach einer Stunde verdienten die Fahrlehrer eine Verschnaufpause. Am Mittag wurden wir mit einem offerierten Mittagessen verwöhnt und am Nachmittag hatten wir nochmals ein paar Möglichkeiten, hinters Steuer zu sitzen. Spannend fand ich es natürlich auch, als wir einschätzen mussten, wie lange ein Bremsweg bei Tempo 30 und 50 ist. Bei beiden lag ich eigentlich gar nicht schlecht mit meiner Vermutung. Was ich aber überhaupt nicht gedacht hätte, dass der Durchschnitt bei den Fahrschülern bei 30 Lektionen liegt.
Ich möchte allen Beteiligten ganz herzlich danken, dass uns dieser spezielle Moment mit hinter das Steuer sitzen und selber fahren, ermöglicht wird! Für mich ein unvergesslicher Augenblick!
Anmerkung der Redaktion: Der Autofahrkurs im Herbst ist ausgebucht. 2024 finden wieder zwei Autofahrkurse statt und zwar mit Übernachtung vom 14.-16. März 2024 und als Tageskurs am Freitag 11. Oktober 2024.