Faszination Bodenseeraum

Internationale Begegnung für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen

Das DKBW und die CAB hatten für die Zeit vom 07. bis 19. Juli 2014 zu einer internationalen Begegnung für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen eingeladen. Rund 50 Teilnehmer/innen reisten in froher Erwartung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ins Internationale Blindenzentrum nach Landschlacht. Eva-Maria Müller vom DKBW und ihre Helferinnen und Helfer hatten ein umfangreiches, interessantes Programm vorbereitet.

Zuerst aber durften wir nach der für viele Teilnehmer langen und teils problematischen Anreise „ankommen“. Dazu versammelten wir uns in der schönen Hauskapelle, um innezuhalten und bei Gott das schwere Gepäck unseres Lebens abzustellen. Wir beteten für alle, die daheim bleiben mussten, und jene, die nicht mehr unter uns sind. Wir öffneten uns für das, was diese Tage der Begegnung uns bringen sollten.

Frühaufsteher konnten sich immer schon vor dem Frühstück im Schwimmbad vergnügen. Wenn nichts anderes vorgesehen war, trafen wir uns morgens um 09:30 Uhr im Vortragssaal zum Morgenlob und Tageseinstieg. Auf dem Tisch stand eine Kerze, die immer von einem anderen Teilnehmer angezündet wurde. Wir hörten bzw. spürten durch die Vibration den wunderbaren, beruhigenden Klang von Klangschalen. Für Punktschriftleser bestand das Angebot, das gesprochene Wort am Streifenschreiber mitzulesen, das aber leider nur von einem Teilnehmer wahrgenommen wurde.

Der erste Vormittag war ausgefüllt mit einer Kennenlernrunde und anschließendem Begrüßungstrunk seitens des Hauses. Wer wetterfest war, begab sich am Nachmittag auf eine kleine Wanderung. Regenkleidung war leider auch während der gesamten ersten Woche erforderlich. Der Sommer hatte eine Auszeit genommen.

Ziel unseres ersten Tagesausfluges war die Stadt Lindau. In zwei Gruppen (eine für die Gehörlosen mit Dolmetscherin und eine für die Hörenden und Lormer mit Dolmetscherin) erlebten wir eine sehr interessante Stadtführung. Lindau liegt im Dreiländereck Deutschland/Österreich/Schweiz. Es handelt sich um eine Inselstadt mit 25.000 Einwohnern. Im Sommer kommen sehr viele Touristen nach Lindau. Bis zur Abfahrt des Schiffes um 16:00 Uhr nach Bregenz war Zeit zur freien Verfügung. In Bregenz erwartete uns schon unser Bus zur Heimfahrt nach Landschlacht.

Unsere Fußballfreunde freuten sich immer auf spannende Fußballabende, denn die Weltmeisterschaft in Brasilien war ja noch nicht zu Ende.

Über das Konzil vor 600 Jahren in Konstanz hörten wir einen Vortrag von Hans, bevor uns Ilse zu einer Gymnastikstunde einlud. Da konnten wir dann zeigen, was wir körperlich so

„drauf“ hatten. Wer Interesse hatte, konnte am Nachmittag dieses Donnerstags eine Ausstellung zum Konstanzer Konzil besuchen.

Unser nächster Tagesausflug führte uns nach Wallhausen (Baden-Württemberg). Wir wanderten zur Burgschänke, wo uns Leckeres vom Grill wunderbar schmeckte. Einige unserer Begleiter betätigten sich als Grillmeister, und auch die Sonne war während des gesamten Essens mit dabei. Anschließend bestand die Möglichkeit zur Wanderung nach Dingelsdorf oder der Fahrt dorthin mit dem Bus. Ein Schiff brachte uns mit Umstieg in Meersburg zurück nach Konstanz und von dort unser Bus ins Blindenzentrum. Weil Petrus die Schleusen öffnete, musste das abendliche Lagerfeuer leider ausfallen.

Eine Gymnastikstunde mit Ilse und eine freiwillige Lormrunde für Anfänger und Fortgeschrittene füllten den Samstagvormittag aus.

Inzwischen war Benediktinerpater Peter Dubler aus Basel zu uns gekommen, so hatten wir ab der zweiten Woche auch geistlichen Beistand. Ilse hatte in der Hauskapelle ein selbst gefertigtes Netz auf den Stufen vor dem Altar ausgelegt und für jeden von uns einen Fisch genäht, den man auch als Schlüsselanhänger verwenden kann. Die Aufforderung Jesu an seine Jünger, die Netze zum Fischfang auszuwerfen, war dann auch der Leitgedanke des sehr schönen Gottesdienstes am Sonntagmorgen. Sunnhild verschönerte die Feier mit ihrem Flötenspiel.

Beim Restaurant „Schiff“ in Altnau bestand nachmittags die Möglichkeit zum Baden. Für die Sportfreunde unter uns sollte dieser Sonntag noch sehr lang werden, denn erst in der Verlängerung des Spiels zwischen Deutschland und Argentinien fiel das erlösende einzige Tor: Deutschland ist Weltmeister!!!

Nicht nur draußen wurde es jetzt schnell warm. Im Tropenhaus „Masuala“ in Zürich erlebten wir nach dieser langen Fußballnacht subtropische Temperaturen und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Einige von uns kletterten auf einen Aussichtsturm. Je höher, desto heißer und höher die Luftfeuchtigkeit. Tropische Pflanzen konnten angefasst werden, Papageien waren zu hören und unsere Begleiter sahen Affen in den Bäumen herumturnen.

„Campus Galli“ heißt eine mittelalterliche Klosteranlage in Meßkirch. Diese wird nach einem damals nicht verwirklichten Bauplan jetzt gebaut. Ob Weber, Zimmerleute oder die fleißigen Frauen am Spinnrad, alle zeigten uns bereitwillig ihre Arbeiten. Aber hier wird nicht nur mittelalterlich gehandwerkert, alle, die auf der Baustelle beschäftigt sind, tragen auch mittelalterliche Kleidung. Im nächsten Jahr soll die Klosteranlage fertig sein. Auf dem Gelände begegnete uns auch ein mittelalterlich gekleideter Bettler und sammelte Spenden, auf die dieses Projekt sehr angewiesen ist. Mittags gab es „Dünli“, ganz dünn ausgerollter Teig, belegt mit Speck und Zwiebeln, für die Vegetarier mit Gemüse, der im Holzofen gebacken wurde.

Nach Gymnastik und Lormrunde war am Mittwochnachmittag Tretbootfahren auf dem Bodensee angesagt. Wer wollte, konnte auch ins Wasser springen, eine Wohltat bei den inzwischen hochsommerlichen Temperaturen! Im IBZ wird im Sommer das Abendessen im Freien serviert. Wir freuten uns, dass dies wenigstens in der zweiten Woche unseres Aufenthaltes möglich war. Die meisten von uns ließen den Sommerabend auf der Terrasse ausklingen, einige wenige aber fanden sich zu einer freiwilligen Gesprächsrunde mit Pater Dubler zum Thema „Trauer“ zusammen.

Unser letztes Ausflugsziel war der Flughafen Kloten in Zürich. Wieder wurden zwei Gruppen in der schon erwähnten Aufteilung gebildet. Mitarbeiter des Flughafens vermittelten uns, was alles geschieht, bevor man überhaupt ein Flugzeug besteigen darf. Wir mussten Sicherheitswesten anziehen, die Taschen leeren und wurden mit dem Körperscanner durchleuchtet. Es war interessant, aber so mancher von uns würde doch viel lieber mal im Cockpit eines Flugzeuges sitzen.

Der Abschiedsabend war gekommen, und diesmal klappte es mit dem Lagerfeuer! Norbert hat ein von ihm selbst geschriebenes Gedicht vorgelesen, das unten abgedruckt wird. In lockerer Runde verflogen die Stunden. Erst weit nach Mitternacht verließen die letzten Gäste das Lagerfeuer.

Im Abschlussgottesdienst dankten wir für alles, was wir erlebt haben, und für die Menschen, denen wir begegnen durften.

Die Durchführung einer solchen Veranstaltung bedarf sorgfältiger Planung und monatelanger Vorbereitung. Unser Dank gilt allen, die zum Gelingen beigetragen haben, besonders aber jenen Menschen, die für uns gehört, gesehen und die uns ihre helfenden Hände gereicht haben. Ohne all diese Menschen wäre die Welt für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen licht- und lautloser. Der Termin für die nächste Sommerfreizeit im IBZ Landschlacht steht schon fest: 04.-18.07.2015. Freuen wir uns darauf!

Annette Simmet

Kapuzinerkloster Saint – Maurice

Die Gruppe unserer Sektion Notre Dame de la Lumière hat sich für die letzten Tage ihres Jubiläums einen ganz besonderen Ausflug aufgespart. Das Kapuzinerkloster bietet die perfekte Kulisse zu diesem Anlass. Der Geistliche Thomas Roedder wird uns auf dem chemin des Stèles direkt zum legendären Ort des Martyriums führen. Unter anderem werden wir die schöne Basilika mit ihrer imposanten Tür besichtigen können . Am Mittwoch Vormittag kommen wir in den Genuss eines kleinen Konzertes. Der Domherr Atanasiadès präsentiert uns „sein“ Instrument auf wunderbare Weise. Unser Geistlicher, Jean-Michel, wird uns später dabei unterstützen, das gemeinsam Erlebte zu verarbeiten. Selbstverständlich werden auch Momente des geselligen Beisammenseins und des gegenseitigen Austausches nicht zu kurz kommen. Den letzten Tag verbringen wir gemeinsam mit den Schwestern des Klosters Saint-Maurice in Bex, denn auch sie dürfen das 150-Jahr-Jubiläum ihrer Kongregation feiern. Somit bleibt uns nur, Gott zu loben und ihm für seine Treue zu danken.

 

Music is life

In bin sehr beeindruckt, mit wie viel Herz und Talent die beiden Kursleiterinnen Irene Gehring und Ruth Bieri, uns in dieser Woche etwas von ihrer Liebe zur Musik weitergegeben haben. Wie am Ende des Kurses für die Beiden sicherlich sehr mühevoller Arbeit mit uns Hobbymusikerin so ein stimmungsvolles, anspruchsvolles Konzert zustande kommen konnte, dass mich persönlich beim Musizieren selber sehr berührt hat. Ich danke aus ganzem Herzen, dass es Menschen gibt, die uns Blinden so etwas bieten und mit so viel Herz und Konsequenz mit uns arbeiten. An unsre Fähigkeiten glauben, sodass man sich am Ende wieder selbst mehr zutraut. Die Freude an der Musik war für mich in jeder Minute spürbar und begleitet mich nun in meinem Alltag. Mein allergrösster Dank und Hochachtung vor eure Arbeit.

Kursfeedback von B. N.

Sektion St. Luzius

Wieder einmal Reiselust!

Die letzten Rückblicke 2013 führen uns ins Piemont, genauer nach Alba und Umgebung, wo unsere rund 20-köpfige Reisegesellschaft zwischen dem 1. und 7. September ein paar herrliche Tage verbrachte. Das Mittelklassehotel, in dem wir logierten, das Savona, liegt ideal zur Altstadt hin von Alba, so dass an den milden Spätsommerabenden nie Langeweile herrschte. Vielfältig die Eindrücke auch tagsüber bei unsern Ausflügen und Besichtigungen. Ein Jahr zuvor während des Rekognoszierens der Tour hatte sich der Kontakt zu Teresa Uhlmann ergeben, einer Schweizerin, die seit über zwanzig Jahren hier in der Gegend lebt und heute im Bereich des Tourismus tätig ist. Jetzt begleitete sie uns als Uebersetzerin auf unsern Ausfahrten, unterstützte Reiseleiterin Annigna, wenn es einmal galt, kurzfristig etwas zu improvisieren, und selbst unser Carchauffeur profitierte hin und wieder von ihren Strassenkenntnissen bei der Wahl der am wenigsten schmalen Route durch die sanfte Hügellandschaft des Monferrato und der Langhe. Rebhänge, wo man hinblickt. Aber ebenso wenig zu übersehen die Aecker und Wiesen, die Sonnenblumenfelder, Haselnussplantagen und Obstgärten; dazwischen eingebettet eine Vielzahl romanischer Burgen, Kirchen und Klöster. Wein und gutes Essen spielen in dieser Region eine unvergleichliche Rolle. Die piemontesische Küche ist bodenständig und raffiniert, üppig und fein zugleich. Wohl beliebteste unter der ausgezeichneten hausgemachten Pasta sind die dünnen Tagliarini („i tajarin“), zubereitet in einer sahnig cremigen Käsesauce, mit Trüffel oder Steinpilzen serviert. Ganz im Zeichen der Culinaria standen denn auch zwei unserer Betriebsbesichtigungen.

Aus dem Reiseprogramm

Bereits am Sonntag, auf der Hinfahrt nach Alba, legten wir in Livorno Ferraris einen Zwischenhalt ein und besuchten dort die Reisfarm „Colombara“. Mit seinem freundlichen Auftreten und guten Einfühlungsvermögen gelang es Andrea vorzüglich, uns auf dem Rundgang durch das Gehöft viel Wissenswertes über den wichtigen Hungerstiller Reis zu vermitteln: Die Grundvoraussetzungen für dessen Gedeihen, die verschiedenen Prozesse der Bearbeitung und Verfeinerung. Dazu liess er uns Reisähren betasten, gab uns Reiskörner aus den diversen Verarbeitungsstufen in die Hand. Natürlich ist auch auf der Tenuta Colombara die Zeit nicht stehen geblieben und mancher Vorgang längst automatisiert worden. Mit den erstklassigen Qualitätsmarken Carnaroli und Baldo beliefert man vor allem Restaurants und Delikatessgeschäfte.

So ziemlich ähnlich, was letzteres betrifft, ergeht es auch der Azienda, bei der wir am Montagvormittag hereinschauen durften; bloss, dass sich hier alles um Pasta dreht. „Frische Eier, Hartweizenmehl und Wasser“ verriet uns Daniela die Hauptzutaten dafür – mit der Beteuerung, dass bei der Monfortina vieles noch nach traditionellen Rezepten hergestellt werde. Wirklich interessant, mal so eine Teigzuschneidemaschine im Detail erklärt zu erhalten und im Trockenraum einen konkreten Eindruck von den grossen Sieben zu bekommen, auf denen hier hauptsächlich die berühmten Tagliarini in ihren erlesenen Geschmacksvariationen allmählich vor sich hin lufttrocknen.

Die Einkaufsmöglichkeit am Schluss der Führung wurde rege genutzt.

Dann, am Nachmittag zeigte uns Teresa einige der schönsten Ecken und Sehenswürdigkeiten im alten Alba.

Erste Ausflüge

Ziel unserer Ausfahrt am Dienstag: Castelnuovo / Colle Don Bosco. „Don Bosco …

war das nicht dieser Priester, der sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts ganz im Besonderen um Strassenkinder kümmerte?“ „Ja, und später auch noch einen Orden gründete, die Salesianer Don Boscos.“ 1841, im Alter von 26 Jahren zum Priester geweiht, wirkte er schon bald in Turin, wo er sich in der Folge mit gezielten Programmen vor allem für arme und verlassene Jugendliche engagierte. Aufgrund all seiner Verdienste wurde Giovanni Melchiorre Bosco 1934 von Papst Pius xi. heilig gesprochen; er geniesst noch heute grosse Verehrung. Entsprechend präsentiert sich die Wallfahrtsstätte mit der imposanten Basilika Don Bosco als Mittelpunkt und dem erhalten gebliebenen Geburtshaus des Heiligen. Ferner befinden sich auf dem weiträumigen Gelände zwei Museen und der mächtige Komplex des Salesianer- Instituts, zu dem auch die kleine Chiesa di Sta Maria ausiliatrice gehört. Hier, im Kirchlein Mariahilf, feierten wir zusammen mit einem Priester des Zentrums Eucharistie. Den Organisten hatten wir selber mitgebracht: Daniel Burri, ein Mitglied unserer Sektion. Nach dem Gottesdienst blieb ausreichend Zeit zur individuellen Besichtigung der zweistöckigen Basilika und einem Rundgang auf der sie umgebenden Anlage.

Das anschliessende Mittagessen im Ristorante Mamma Margherita war ausgezeichnet – und nicht minder willkommen die darauf folgende Verdauungsfahrt. Diese endete in Diano d’Alba vor dem stattlichn Weingut „Cascina rossa“, dessen Name auf die auffallend roten Ziegeldächer zurückgeht. Die Familie Veglio betreibt die Azienda in der vierten Generation. Doch erst vor ca. 15 Jahren entschied man sich, von der ursprünglichen Kombination Acker- /Rebbau ganz auf Vitikultur umzustellen. Aus dem einstigen Stall wurde ein Weinkeller, auf dem ehemaligen Heuboden ein familieneigenes Museum eingerichtet. Letzteres beherbergt ein erstaunliches Sammelsurium an Gebrauchsgegenständen, Werkzeugen, Apparaturen und Gerätschaften, wie sie noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Haushalt, Wein- und Ackerbau, im Strassenverkehr und Transportwesen den Alltag prägten. Marco Veglio erläuterte dies, erklärte das, Teresa übersetzte … bis wir – vorbei an der Ahnengallerie – schliesslich in den angenehm kühlen Kellern landeten.

„Vom Weinberg in den Keller“, so könnte das in Deutsch gesprochene Video heissen, das uns nun in wenigen Minuten über die Winzertätigkeiten eines ganzen Jahres erzählte. Drauf wurden wir zu Tisch gebeten, um zu feinen piemontesischen Häppchen den kraftvoll fruchtigen Barbera, den ausdruckstarken, etwas tanninreicheren Nebbiolo und den König der hiesigen Weine, den Barolo, zu degustieren. „Alla salute!“

Anderntags: Der Ausflug an die ligurische Küste. Für einmal keine Führung, kein Vortrag; einfach geniessen. Teresa hatte uns das Städtchen Noli empfohlen, direkt am Meer gelegen, mit einer schönen Strandpromenade und vielen malerischen Gässchen im alten Teil. Und weil sich auch ihr Restauranttipp als Volltreffer erwies, verbrachten wir ein paar rundum lockere Stunden im heiteren Ambiente der Riviera.

Erlebnis über Erlebnis

Wenn sich jemand in unserer Gruppe ganz besonders auf Donnerstag freute, so war dies gewiss unser Musicus Daniel. Wir gingen auf Besuch zu Vegezzi-Bossi, einem der bedeutendsten italienischen Unternehmen für die Konstruktion und Restaurierung von Kirchenorgeln. „Es gibt zwar immer weniger Aufträge für den Bau neuer Instrumente“, leitete der Firmenchef persönlich seine Ausführungen ein, „doch viele alte Orgeln, die restauriert werden müssen.“ Dies passiert unter anderem hier in den bestens ausgerüsteten Werkstätten zu Centallo, in denen durchschnittlich zwischen

7 bis 10 handwerklich geschulte Fachleute – was sehr oft nötig ist – Meisterleistungen

vollbringen. Anhand einer zu überholenden Orgel erklärte uns Signor Vegezzi-Bossi das Wichtigste von deren Innenleben. Er sprach von Manual, Register und Traktur, von Labial- und Lingualpfeifen … Schlichtweg eine Ueberforderung, an dieser Stelle all seine Darlegungen im Detail wiedergeben zu wollen. Uns selber erwartete nach soviel gebotenem Fachwissen auch noch konzertante Virtuosität. Dazu begaben wir uns in die nahegelegene Chiesa della santissima trinità, in welcher die Musikstudentinnen und -studenten des Konservatoriums von Cuneo ihre praktische Orgelausbildung erhalten. Nicht weniger als drei Orgeln befinden sich darin. Vor der Grössten, Baujahr 2007 und aus dem Hause Vegezzi- Bossi, begrüsste uns Signor Luca Rotto, der Hauptorganist. Wie in der vorangegangenen „Lektion“ gelernt, hat eine Orgel mehrere Pfeifenreihen, bestehend jeweils aus Orgelpfeifen gleicher Bauart und Klangfarbe. Eine Pfeifenreihe wiederum wird zu einem Register zusammengefasst, das vom Spieltisch aus an- und abgeschaltet werden kann. Signor Rotto demonstrierte das mit ein paar kurzen Beispielen. Drauf aber liess er die Orgel sich voll entfalten; man merkte bald, hier wirkte ein Meister seines Fachs, aber auch ein Meister im Umgang mit blinden Menschen, wie es schien. Ein gezieltes Orientieren an der Orgel, rasch noch das gewünschte Register gewählt, und schon glitten die Hände von Daniel über die Klaviatur. Er freute sich riesig, an dieser Orgel spielen zu dürfen.

Ein Erlebnis ganz anderer Art bescherte uns der Nachmittag. Erst wenige Tage vor der Reise ins Piemont war unsere Präsidentin Karin Oertle bei einem Internet-Spaziergang auf die Meldung gestossen, Cuneo habe als erste Stadt Italiens einen blinden Bürgermeister: Dr. Federico Borgna, Jahrgang 1975. Da die Gemeinde Centallo direkt an die Stadt Cuneo angrenzt, mailte sie ihm schnell entschlossen, ob er eventuell etwas Zeit für ein kurzes Treffen mit uns erübrigen könnte. Er bat uns ebenso spontan, zu ihm ins Rathaus nach Cuneo zu kommen, und so fanden wir uns gegen 15 Uhr dort ein, im grossen Ratssaal notabene. Dottore Borgna wirkte sympathisch, locker, liess uns seine Freude über diese Begegnung spüren. Im Verlaufe des Gesprächs erzählte er uns, dass er damals bei den Wahlen 2010 nie gedacht hätte, gewählt zu werden. Heute jedoch kämen immer wieder Bürgermeister anderer Städte zu ihm, um sich mit ihm über schwierige Dossiers zu beraten. Manche Entscheide könnten gefällt werden, auch ohne dass man mit den Augen sehe. Aeusserst wichtig für uns Blinde und Sehbehinderte sei aber, dass wir unsere elektronischen Hilfsmittel gut beherrschten, um so am Puls der Zeit und des Geschehens zu bleiben. Er, als Juve-Fan, sagte natürlich: „Am Ball!“

Karin informierte Signor Sindaco, dass auch wir im Kt. Tessin einen hohen Politiker haben, der blind ist, nämlich Regierungsrat Manuele Bertoli. Ob derlei Gedankenaustausch verflog die reservierte Zeit im Handumdreh’n; Dottore Borgna erwartete bereits eine nächste Sitzung, uns die Rückfahrt nach Alba.

Freitag, nochmals ein Bilderbuchtag, mit bleibenden Erinnerungen an den schönen Ausflug nach Revello. Dort war im Laufe des 12. Jahrhunderts eine bedeutende Abtei ursprünglich der Zisterzienser entstanden, l’Abbazia di Staffarda. Obwohl seit langem verwaist, ist die romanisch-gotische Klosteranlage nach wie vor ein Touristenmagnet. Auch das Vorbereitungsteam dieser Reise zeigte sich von der dreischiffigen Kirche derart angetan, dass rasch feststand, wo wir unsern zweiten Gottesdienst abhalten wollten. Karin und Britta gestalteten ihn. Zugegeben, unser Gesang mag wohl etwas gar dünn geklungen haben in den weiten hohen Gewölben; dem guten Gefühl der Gemeinschaft tat dies indess keinen Abbruch. In Gedanken darin mit eingeschlossen auch all jene Sektionsmitglieder, die aus den verschiedensten Gründen nicht hatten mitkommen können. Der Aufenthalt hier hätte ihnen bestimmt ebenfalls gefallen. Ausser der Kirche lassen sich noch der Kreuzgang, das Refektorium, eine grosse Werkstatt und der Kapitelsaal besichtigen. Auf den Rundgang wird den Besuchern auf Wunsch ein Audioguide mitgegeben, ein einfach zu bedienendes Abhörgerät, das auf Knopfdruck jeweils Auskunft gibt über die Sehenswürdigkeiten in den einzelnen Gebäuden – auch in Deutsch. So konnten es unsere Begleitpersonen mit erklären für einmal etwas gelassener nehmen. Die Stille in den altehrwürdigen Mauern tat gut, aber ebenso die wärmende Sonne, als wir uns gegen zwölf Uhr allmählich im Klosterhof vor dem Ristorante einfanden.

Später, auf der Rückfahrt, mochten wohl bei vielen schon Gedanken an den wiederkehrenden Alltag aufkeimen. Die Organisatoren jedoch hatten ein fröhliches Finale programmiert: Nochmals eine Weindegustation. Zwar ist l’Azienda agricola Monfalletto oberhalb von La Morra gleichfalls ein Familienunternehmen, freilich eines mit etwas vornehmerer Atmosphäre, in weltmännischerem Stil, mit Exporten in vieler Herren Länder. Obwohl die Wurzeln des Weinguts bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen, blieb dieses über all die Zeit stets in derselben Familie. 16 generationenlang hiess diese Falletti; entsprechend heisst die Anhöhe, auf der das Anwesen liegt, Mon Falletto, Berg der Falletti. Praktisch das gesamte Rebgebiet der Firma dehnt sich an diesen sonnen-verwöhnten Hängen aus auf Böden, die für den Anbau der hier traditionellen lokalen Traubensorten extra besonders geeignet sind. Vor drei Generationen dann erfolgte ein Namenswechsel der Besitzer, nachdem ein Cordero di Montezemolo in die Familie Falletti eingeheiratet hatte. Elena, eine Tochter aus der aktuellen Besitzerfamilie, uebernahm es, uns durch die Gebäulichkeiten aus Tradition und Moderne zu lotsen. Versiert erklärte sie Lagerhaltung und -dauer der verschiedenen Weine bis zu deren Abfüllung in Flaschen, wies hin auf Qualitätsvorschriften und -unterschiede. Schliesslich endete die Führung aber nicht im Keller, sondern im Obergeschoss des Hauses. Im Degustationsraum von Monfalletto sollen nämlich gleich zwei Sinne auf einmal verwöhnt werden: Erstens der Gaumen bei ein paar Kostproben herausragender Weine, zweitens die Augen mit einer zauberhaften Aussicht ringsum bis weit hinaus in die fruchtbare liebliche Landschaft.

Zurück im Hotel, Abend des Abschieds bei Pizza, Focaccia und irgendeinem Gläschen; Abschied von Teresa, deren Uebersetzungen und Beschreibungen mithalfen, uns die Region und ihren freundlichen Menschenschlag etwas näher zu bringen; Abschied von Alba, wo wir des Abends in den Gassen bummelten, in einem Strassenrestaurant sitzend diskutierten, lachten. Alba heisst übrigens auf Deutsch Morgendämmerung, poetisch Morgenröte. Da hatte doch, wenn ich den ersten Teil des vorliegenden Berichts noch einmal überfliege, die Sektion St. Luzius genau das passende Reiseziel gewählt. Also denn, Avanti!

Rolando Donada, Aktuar Sektion St. Luzius

Walliser Gastfreundschaft brachte uns „dem Himmel ganz nah“

Vom 24. – 31. August 2013 fand die internationale Kultur- und Begegnungswoche für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen, ihre Angehörigen und Begleiter statt. Im Bildungshaus St. Jodern in Visp im Kanton Wallis hatten wir Quartier bezogen. Aus allen vier Mitgliedsorganisationen der Arbeitsgemeinschaft waren die Teilnehmenden in die Schweiz gereist. 28 Taubblinde und ihre Begleiter/Assistenten, die Mitarbeitenden von BAÖ, CAB und DKBW sowie die beiden Gebärdensprach-dolmetscher ergaben eine stolze Gruppe von 66 Personen.

Es gab viel zu erleben und Gastfreundschaft war ganz groß geschrieben. Die ganze Woche war geprägt von viel Herzlichkeit und Offenheit bei all unseren Unternehmungen und Begegnungen. Ob beim Sonntagsgottesdienst in der Hauskapelle, bei den Ausflügen nach Leukerbad, Zermatt oder Sitten, in der alten Säge mit Wasserrad-Antrieb, in der Weinkellerei, im Matterhornmuseum: es gab immer etwas für alle Sinne.

Ein ganz besonderer Tag war der Mittwoch. Er brachte Menschen aus den umliegenden Orten mit unseren Teilnehmenden in kleinen Gruppen zu einem ganz persönlichen Tagesprogramm zusammen. Am Abend gab es viel zu erzählen vom Tandemfahren, vom unterirdischen See, vom Raclette auf der Alp und, und … vom Glück mit dem Wetter und dem eindrücklichen Berg-Panorama.

Der gute Geist der Woche war Pfarrer Jean-Marie Perrig, der mit seinem persönlichen Einsatz und mit seinem Netzwerk den richtigen Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort wusste. Mit einem Laib Brot und einer Flasche Wein verabschiedete er uns am Freitagnachmittag in der Felsenkirche zu Raron: Nahrungsmittel für die Seele und den Leib. Ein Symbol für die Woche: das Miteinander und die Freude. Dankeschön auch an Franz Fux von der Sektion St. Theodul für jegliche Unterstützung bei diesen Tagen.

Da am letzten August-Sonntag in der Schweiz der Caritassonntag begangen wird, stand in Jean-Maries Predigt auch eine kleine Geschichte von Martin Buber: Als Rabbi Jizchak ein kleiner Junge war, sagte einmal jemand zu ihm: „Ich gebe dir einen Gulden, wenn du mir sagst, wo Gott wohnt.“ Rabbi Jizchak antwortete: „Und ich gebe dir zwei Gulden, wenn du mir sagst, wo er nicht wohnt.“

Unser Wochenthema war also gar nicht verfehlt: „Dem Himmel ganz nah“ kann man auch auf Erden sein. Jemand aus der Gruppe sagte mir am Freitagabend: So viel Herzlichkeit und Offenheit dieser speziellen Gruppe gegenüber habe ich noch nie so durchgängig erlebt …“

Gerlinde Gregori

(„Lux Vera“ 9-2013 )

Märchenwege – Lebenswege

Vom 4.-6. April 2013 begaben sich zu diesem Thema acht Sehbehinderte und vier Begleitpersonen unter der Leitung von Silvia Studer-Frangi auf den Weg!

Immer wieder tauchten wir hörend in die Märchenwelt ein, erfuhren viel über deren Symbolik, machten uns unsere Gedanken dazu und tauschten uns darüber aus.

Die Zaubermärchen, wie diese Gattung genannt wird, sind meistens auch Weg-Märchen, häufig Ablösungsgeschichten. Aufgefallen ist uns:

Die Heldinnen und Helden gehen den Weg vertrauensvoll, konsequent, das heisst geradlinig, ohne ihr Ziel aus den Augen zu lassen, obwohl ihre Umgebung gerade ihnen nichts zutraut. Sie sind mit offenem Herzen unterwegs, nehmen auch Hilfe an und handeln, wo nötig, selbstbestimmt. Obwohl sie manchmal verzweifelt sind, geben sie nicht auf, sondern suchen weiter ihren Weg. Häufig sind die Märchenhelden aufeinander bezogen und unterstützen sich gegenseitig. So hilft beispielsweise ein verzauberter Prinz einer Königstochter und wird anschliessend durch sie erlöst.

Während unseres Kurses übten wir auch ein Theater ein, das wir am Freitagabend vor Publikum aufführten.

Und hier noch das kürzeste gehörte Märchen:

Es war einmal ein Königssohn, der war so dumm, dass ihn sein Vater fortjagte. Er rannte bis zum Meer. Als der Weg nicht weiterging, setzte sich der Dummling an den Strand, ohne zu wissen, was jetzt zu tun sei. Da tauchte eine Kröte auf und befahl ihm, unterzutauchen. Das tat er und landete in einem Schloss unter Wasser. Dort musste er der Kröte dienen. Schliesslich befahl diese ihm, mit ihr zu ringen. Er tat es, und aus der Kröte wurde eine wunderschöne Prinzessin, und ehe sie sich versahen, war das Schloss mit all seinen Gärten auf der Erde. Prinzessin und Königssohn heirateten. Der Dummling wurde gescheit, und er konnte nun König werden. Und sie lebten glücklich miteinander.

Um viele frohe, gemütliche Stunden und Erfahrungen reicher reisten wir heim, und wir hoffen, dass auch im nächsten Jahr wieder ein Märchenkurs durchgeführt werden wird.

Auch Sie sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Karla Kunz

Erlebniswoche 2013

Vom 2. – 9. Februar 2013 fand zum vierten Mal der Kurs „Erlebniswoche im Winter“ unter der Leitung von Doris Blum und Ida Strähl im internationalen Blindenzentrum Landschlacht statt. Urs Senn nahm an dieser spannenden Woche teil. Hier sein Bericht: Waren Sie im Winter schon einmal in Landschlacht? Nein. Dann sollten Sie nächstes Jahr unbedingt diesen Kurs buchen. Doris Blum und Ida Strähl gestalteten ein spannendes Programm von A – Z. Kein Tag war wie der andere. Alles war voller Überraschungen.

Am Sonntag besuchten einige unserer Gruppe den wunderschönen Gottesdienst in der Leonhardskappelle in Landschlacht. Der Nachmittag galt der Bewegung. Es ging vom Blindenzentrum aus ins Begegnungscafé der psychiatrischen Klinik Münsterlingen.

Der Montagmorgen war kreativ. Wir bastelten mit kleinen Schächteli. Es standen verschiedene Materialien zur Verfügung. Da einer meiner Bekannten im Februar Geburtstag hatte, war dies ein willkommenes Geburtstagsgeschenk. Mir war diese Art von Beschäftigung nicht fremd. Die wöchentliche Kreativgruppenaktivität beim Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband half mir da auf die Sprünge.

Am Nachmittag gab es verschiedene Gymnastikübungen. Auch das Hallenbad konnte man benützen. Wer da nicht gerne schwimmen geht, ist selber schuld.

Einer der Höhepunkte war die Besichtigung der Firma Ceposa AG in Kreuzlingen am Dienstagnachmittag, welche Nahrungsmittelfeinprodukte herstellt. Auf der kurzen Führung bekamen wir einen Einblick in die Herstellung der verschiedensten Feinschmeckerprodukte wie beispielsweise in Öl eingelegtem Gemüse. Und als uns der Geschäftsführer zum Abschied als Dankeschön für den Besuch ein gemischtes Plättli schenkte, schlugen unsere Herzen verständlicherweise höher. Wer isst denn nicht schon gerne?

Der Mittwochnachmittag galt der Gesundheit. Helmut Koch führte uns in die Geheimnisse der Dorn/Preussmethode ein. Verblüffend dünkte mich, dass, wenn jemand verspannt ist, man mit wenigen Bewegungen die Störungen beheben kann. Helmut Koch ist in Hohentengen/Deutschland tätig und kommt extra nach Konstanz, um dort Seminare zu halten. Jedenfalls waren wir alle hell begeistert und dankten Helmut für seine wertvollen Informationen.

Auch der Donnerstag galt der Bewegung. Das Thermalbad St. Margrethen, welches leider Ende März geschlossen wird, lud uns zum Baden und Verweilen ein. Das tat gut. Wer geniesst nicht gern das angenehm warme Wasser. Wenn einen die Knochen etwas schmerzen, ist das eine sehr wohltuende Abwechslung.

Der letzte Höhepunkt bildete das Candle Light Dinner am Donnerstagabend. Verschiedene belegte Brote, Wein und nicht alkoholische Getränke wurden serviert. Wir sangen und feierten ausgiebig.

Leider hat alles ein Ende, nur die Wurst deren zwei. Am Samstag war alles vorbei.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei Doris und Ida für die grosse Organisation und Durchführung ganz herzlich. Ein nicht minderer Dank gilt dem IBZ-Team, welches uns so gut beherbergt und bekocht hat.

Und zum Schluss: Auch nächstes Jahr wird der Kurs durchgeführt. Wir waren dieses Jahr neun. Erreichen wir nächstes Jahr das Dutzend?

Urs Senn, Wetzikon

Sommerlich leicht

Vom 7. Bis 18. Juni 2011 traf sich eine grosse Schar von 32 Personen im IBZ in Landschlacht zum fröhlichen Sommerkurs unter der bewährten Leitung von Ingrid Krizaj, Anna Brändli und Pfarrer August (Stini) Durrer. 15 Kursteilnehmer, das Leitungsteam, Helfer und Helferinnen, sowie 3 Zivis durften unbeschwerte Tage in der herrlichen Umgebung des IBZ und der wunderbaren Aussicht auf den Bodensee verbringen.

Viele interessante Ausflüge standen im Programm, wie immer sehr sorgfältig organisiert und zusammengestellt von Ingrid und Anna. Doch nicht nur die Ausflüge bereicherten diese schönen Ferientage, auch im Haus wurde Gymnastik und Tanz angeboten, um wohlgelockert die Spaziergänge zu geniessen.

Gleich am Donnerstag startete die gut gelaunte Gruppe mit dem Car nach Eschlikon in den Schlangenzoo. Was war das für eine Aufregung, diese schönen Tiere seien aber alle eingesperrt, meinten einige unbeeindruckt. Doch nach und nach konnte sich jeder Kursteilnehmer überwinden und – natürlich eine ungiftige – Schlange berühren. Die ganz mutigen liessen sich sogar eine um den Hals legen, was natürlich auch eifrig als „Beweis“ für die Angehörigen fotografiert wurde.

Am Freitag durfte die muntere Schar eine Schiffahrt in Richtung Mainau und zurück nach Kreuzlingen unternehmen und am Samstag stand der Besuch des Bibelgartens bei der Andreaskirche in Gossau auf dem Programm. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Käserei Holzhof in Bissegg. Claudia und Otto Wartmann begrüssten ihre Gäste auf der herzlichste und die sehbehinderten und blinden Gäste erfuhren auf das eindrücklichste, dass man den Tilsit auch hören, fühlen, riechen und schmecken kann. Eine Gruppe lernte unter der Führung von Otto Wartmann die wichtigsten Stationen des Käserhandwerkes kennen. Die Gäste ertasteten eine Käseharfe und konnten auch vom Frischkäse kosten. Auch der Käsekeller wurde inspiziert und man erfuhr am eigenen Gaumen die Unterschiede zwischen einem jungen und alten Tilsiter. Die andere Gruppe durfte in dieser Zeit im Haus Zöpfli formen und backen. Nach dem Gruppenwechsel gings in den Stall zu den 45 Milchkühen, wo eifrig an frischem Heu, der Luzerne und Getreidemischung für die Kühe geschnuppert wurde. Zum Abschied erhielten alle eine Tasche mit dem eigenen Zöpfchen, einem Stück Tilsiter und einer Tilsiter-Holzkuh. Für alle diese vielfältigen Erlebnisse auf dem Holzhof erhielten die Gastgeber einen begeisterten Applaus.

Ein interessanter Vortrag über Farben und ihre Wirkung sowie eine Führung ins Locorama in Romanshorn, sowie Vollmondfahrten auf dem See rundeten die grosse Vielfalt dieses sehr gemütlichen aber auch interessanten Sommer-Kurses ab. Begeistert über das Erlebte und den super organisierten Kurs fiel uns der Abschied schwer, doch einige wussten es da schon, im Juni 2012 bin ich wieder dabei und fühle mich „sommerlich leicht“.

Maya Riesen