Kulturtage an der Riviera

Kulturtage an der Riviera
Datum: 23. – 26. April 2021
Kursort: Hôtel du Léman, Jongny/VD
Leitung: Andrea Vetsch, Theres Raimondi 

Kursbericht  

Freitag, 23. April 2021, Anreisetag 

Pünktlich um 11:45 Uhr traf sich der grössere Teil der Gruppe am Zürcher Hauptbahnhof. Teilnehmer und Begleiter begrüssten sich und auch die Kursleiterinnen reisten mit der Gruppe mit. Pünktlich stieg die fröhliche Gruppe in den Zug ein und fuhr Richtung Westschweiz. In Yverdon-les-Bains stiegen wir auf den anderen Zug um, konnten aber auf dem Gleis stehen bleiben. In Lausanne stiessen weitere Teilnehmer zur Gruppe und schliesslich fanden sich alle am Bahnhof Vevey wieder. Die 14 Teilnehmenden kamen aus allen Himmelsrichtungen: Aus dem Wallis, aus Basel, Zürich und der Ostschweiz. Mit dem Bus fuhren wir weiter durch die schönen Rebberge des Lavaux steil den Berg hinauf ins beschauliche Dorf Jongny. Schliesslich standen wir nach ein paar wenigen Gehminuten im Park vor dem traumhaft schönen Hôtel du Léman.

Manoir Villa
Manoir Villa

Überwältigt von der schönen Aussicht zückten alle, die einen Sehrest hatten ihr Handy und machten Fotos. Die anderen liessen sich die Landschaft gerne beschreiben, freuten sich über den Duft der vielen Blumen, rochen bereits den See und spürten den warmen Wind der Riviera.  

Das Einchecken verlief reibungslos und eine Stunde später traf sich die Gruppe im Saal zu einer kurzen Vorstellungsrunde mit Informationen zum Programm. Natürlich wollten wir möglichst rasch zurück zur Sonnenterrasse, wo uns ein Begrüssungsapéro serviert wurde.

In der Hotelbar
Ausklang in der Hotelbar am späteren Abend

Aufgrund der aktuellen Verordnungen (Covid-19) nahmen wir den Apéro im Sitzen und an 4er Tischen ein. Nach dem Nachtessen trafen sich einige noch in der Bar, andere liessen den Tag mit einem Spaziergang im Park, mit Blick auf die vielen Lichter rund um den Genfersee, ausklingen.    

Samstag 24. April 2021 

Die Gruppe besammelte sich pünktlich um 10 Uhr draussen vor dem Hotel. Nachdem die Lunchpakete verteilt waren, spazierten wir ungefähr 30 Minuten zum nahe gelegenen Chaplin Museum. Dort wurden wir von einer Dame empfangen, die auf Wunsch unser Gepäck entgegennahm und verstaute. Wir teilten uns in 2 Gruppen auf, die eine angeführt von Andrea Vetsch, die andere von Theres Raimondi. Die einen begannen die Tour im Museum, die anderen in Chaplins Wohnhaus «Manoir de Ban», mit der Sonderausstellung zum Film «Der Diktator». Die meisten konnten die App des Museums herunterladen und kamen so in den Genuss interessanter Informationen zum Museum und zum Leben und Werk des grossen Künstlers.

Picknick
Picknick am Samstagmittag

Um 12:30 Uhr trafen wir uns wieder vor dem Museum und spazierten gemeinsam zum nahe gelegenen Picknickplatz am Waldrand. Dort nahmen wir unser reichhaltiges Lunchpaket ein. Zurück auf dem Museumsgelände genossen wir einen Kaffee auf der Terrasse. Danach tauschen wir die Gruppen und besuchten noch den Rest des Museums, bzw. das Wohnhaus. Zum Abschluss kauften sich einige ein paar Souvenirs im Museumsshop und gegen 16:00 Uhr spazierten wir zurück zum Hotel. Einige wenige fuhren mit dem Bus zurück.  

 Sonntag 25. April 2021 

Auch am Sonntag war wieder fantastisches Wetter. Milde Temperaturen und ein stahlblauer Himmel – ein perfekter Tag für eine Schifffahrt. Trotz des guten Wetters entschieden wir, mit dem Bus zum Bahnhof Vevey zu fahren. Eine kleine Gruppe nahm den rund 45minütigen steilen Weg durch die Rebberge unter die Füsse und spazierte bis zum Hafen Vevey.

Stolz liegt es im Genfersee: Das Kursschiff Italie

Wir trafen uns um 11:45 Uhr am Hafen und warteten auf die «Italie», das nostalgische Dampfschiff, das uns zum Schloss Chillon bringen sollte. Schon bald vernahmen wir laute Huptöne und gesellten uns zu den anderen Personen, die auf das Schiff wollten. Der Andrang an diesem wunderschönen Sonntag war gross, trotzdem fanden alle ein Sitzplätzchen und konnten Wind und Sonne auf dem Schiff geniessen. Die meisten assen ihr Sandwich auf dem Schiff.  

Gruppenführung auf Schloss Chillon
Die Gruppe auf der informativen Führung auf Schloss Chillon

 

Die Ankunft vor dem Schloss Chillon ist einfach spektakulär und so blieben wir nach dem Ausstieg ein paar Minuten stehen. Viele machten Fotos vom Schloss, den Bergen und der schönen Umgebung. Auch hier teilten wir uns wieder in 2 Gruppen auf. Jede Gruppe kam in den Genuss einer interessanten Führung. Zum Abschluss traf sich die ganze Gruppe auf einer hübschen kleinen Wiese mitten im Schlosshof und genoss eine Weindegustation vom Feinsten. Der schlosseigene Weiss- und Rotwein wurde uns mit «flûtes au beurre» serviert. Als Geschenk durften alle das Weinglas mit nach Hause nehmen. Nach der Degustation blieb noch etwas Zeit, das Schloss auf eigene Faust zu erkunden.

Die Gruppe im Kräutergarten des Schloss Chillon

Um 16:00 Uhr traf sich jene Gruppe, die zu Fuss nach Montreux spazieren wollte und lief los.  Der Weg von Chillon nach Montreux machte dem Namen «Riviera» alle Ehre. Blumen und Skulpturen in allen Formen und Farben, duftende Sträucher und Blüten erfreuten uns auf dem Weg. Auf dem Schiff zurück nach Vevey waren deutlich weniger Leute als bei der Hinfahrt, sodass der überaus freundliche Kapitän auf die Billettkontrolle verzichtete und uns sogar erlaubte, auf dem Deck der 1. Klasse Platz zu nehmen. Er sagte uns, er sei immer wieder beeindruckt von Gruppen wie unserer und habe grossen Respekt vor den Begleitpersonen, die diese Arbeit ja freiwillig tun.  

Simon und Elisha
Zivi Simon mit Führhündin Elisha

Montag 26. April 2021, Abreisetag 

Nach dem Frühstück wurden die Teilnehmenden von den Begleitpersonen zum grossen Saal gebracht. Aufgrund der Pandemie beschloss die Kursleitung, die Kursauswertung diesmal etwas anders zu gestalten. Andrea Vetsch leitete die Abschlussrunde und füllte auf Wunsch mit den Teilnehmenden den Fragebogen aus. Alle anderen durften sich mündlich äussern oder erhalten den Fragebogen später per Mail. Alle waren sich einig und freuten sich, dass diese Aktivitäten wieder möglich sind. Sie freuten sich über den schönen Ort, die interessanten Museen, die Gemeinschaft und lobten die gute Organisation. Viele neue Kursideen kamen aus der Gruppe, so z.B. eine Reise nach Paris zum Louis Braille Museum. Wer weiss vielleicht lässt sich dieser Wunsch schon bald umsetzen?  

GruppenfotoZum Schluss blieb noch etwas Zeit für ein Gruppenfoto im Garten. Wir verabschiedeten uns und machten uns mit dem Bus um 11:43 Uhr gemeinsam auf die Heimreise.

 

 

 

 


Text: Andrea Vetsch
Fotos: Andrea Vetsch und Theres Raimondi

 

Blindengolf: Dank der CAB jetzt auch in der Schweiz

Er war ein voller Erfolg: Der erste Blindengolf-Kurs, den die CAB dank der Zusammenarbeit mit dem Golfpark Migros in Holzhäusern bei Rotkreuz durchführen konnte.

Instruktion der Gruppe
Kurze Instruktion auf dem Golfplatz, bevor es los geht. Und dies von niemandem Geringerem als vom Head Pro vom Golfpark Migros Holzhäusern, Julian Myerscough. Mit seinem trockenen schottischen Humor hatte er die Gruppe augenblicklich auf seiner Seite.

Den sechs blinden und sehbehinderten Teilnehmenden und auch ihren sechs Begleiterinnen und Begleitern war die Begeisterung richtig anzuhören und ins Gesicht geschrieben.

Seitens der CAB wurde der Kurs geleitet von Karin Becker, einer weltbekannten Blindengolferin aus Österreich, sowie von Thomas Gisler, einem (sehenden) erfahrenen Golfer. Beide voll „anpackend“ und höchst motiviert.

Schon heute ist klar: Die Teilnehmenden waren derart begeistert, dass sie eine Fortsetzung wollen, und sie werden diese auch bekommen: Anlässlich der zweiten Auflage des CAB-Blindengolf-Kurses, im Jahr 2021.

Im Folgenden einige Stimmen zum CAB-Blindengolf-Kurs:

Jacqueline Egger und Rosmarie Willa
Es ist wichtig, dass sich die Teams voll aufeinander verlassen können. Hier zeigt Rosmarie Willa (ehrenamtliche Begleiterin) der blinden Jacqueline Egger, wo sich der abzuschlagende Ball befindet. Die Szene wird von einem Medien-Fotografen festgehalten.

Jacqueline Egger, blinde Kursteilnehmerin, schmunzelt: „Mensch, die ganze Nacht von Samstag auf Sonntag habe ich im Traum Golfbälle abgeschlagen, so intensiv hatten wir am Samstag den Abschlag trainiert“.

Raphaela Bönisch und Lou Weder
Raphaela Bönisch und Zivildienstleistender Lou Weder benützen kurzerhand einen Golfschläger, mit dessen Hilfe Lou Raphaela zum nächsten Tee führt.

Lou Weder, er begleitete als Zivildienstleistender die fast blinde Kursteilnehmerin Raphaela Bönisch: „Ich hatte vor dem Kurs keinerlei Golf-Erfahrung. Es war mir wichtig, dass ich das, was ich bei den Golflehren abschaue, gut in Worte umsetzen kann. Gerade die Körperhaltung beim Abschlag ist sehr wichtig. Es hat mir geholfen, auch mal selbst abzuschlagen. So konnte ich mir vorstellen, wie es für Raphaela sein könnte. Für mich als Begleiter ist es voll cool, die Fortschritte zu sehen, die Raphaela nur schon in den zwei Tagen gemacht hat“.

Raphaela Bönisch
Ein dynamisches, etwas verschwommenes, Bild: Raphaela Bönisch beim Abschlag.

Raphaela Bönisch, sie sieht noch Hell und Dunkel: „Mir ist es wichtig, dass die Begleitperson während der gesamten drei Tage die gleiche bleibt. So kann ich ihre Instruktionen viel besser einordnen und umsetzen. Der Erfolg hat viel mit gemeinsam gemachter Erfahrung zu tun“.

Gruppe im Abstieg
Ein Teil der Gruppe im Abstieg zum nächsten Tee

Doris Stalder, stark sehbehinderte Kursteilnehmerin: „Ich hatte ein bisschen Erfahrung mit Golfen. Aber erst dank diesem Wochenende würde ich es mir nun zutrauen, mit einer Begleitperson auf einen Golfplatz zu gehen und dort meine Bedürfnisse als Sehbehinderte anzumelden“.

Andrea Vetsch, Kursverantwortliche der CAB: „Wir sind extrem dankbar für die Zusammenarbeit mit dem Golfpark Migros Holzhäusern. Dank dem Zustupf aus einem Migros-Fonds konnten die Teilnehmerbeiträge reduziert werden. Ein Riesen-Merci geht an Peter Kaelin und an Benji Furrer von der Leitung des Golfparks. Die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Golfparks war von allem Anfang an unkompliziert und von Begeisterung für dieses für die Schweiz innovative Projekt inspiriert.“

Höchst erfreulich war das breite Medien-Interesse: Es erschienen Beiträge in der Zuger-, Obwaldner, Nidwaldner- und Urner Zeitung sowie auf Luzerner Zeitung online: Hier geht’s zum Beitrag (exklusiv für Abonnentinnen und Abonnenten). Hier geht’s zur Abschrift aus der Zuger Zeitung vom 25. August 2020

Karin Becker
Auch Karin Becker aus Innsbruck konnte als bekannte Blindengolferin sofort als Kursleiterin gewonnen werden. „Ich war sehr froh, zu erfahren, dass in der Schweiz eine Initiative entsteht“, sagt die engagierte und sympathische Österreicherin. Ihr Feuer für den Blindengolfsport überträgt sich im Nu auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Karin ist eine Motivatorin, wie sie im Buch steht.

Und ein TV Beitrag auf Tele1, dem Zentralschweizer Fernsehen, der die Stimmung am Kurs gut vermittelt, ausgestrahlt am 23. August 2020
Autorin: Anita von Rotz
Hier geht’s zum TV-Beitrag

Beitrag auf der Online-Plattform PILATUS TODAY (23.8.2020):
Hier geht’s zum Beitrag auf PILATUS TODAY

Mehr Infos über die Blindengolferin Karin Becker gibt es in einem Beitrag von Stephan Schoettl auf GolfPost.de, erschienen am 20.12.2015: Hier geht’s zum Beitrag auf GolfPost.de

 

 

 

Text: Roland Gruber
Fotos: Roland Gruber und Andrea Vetsch


Abschrift aus der Zuger Zeitung vom 25. August 2020

Mit Golfschläger und Blindenstock auf Kurs

In Holzhäusern hat vor kurzem der erste Golfkurs für Blinde und Sehbehinderte stattgefunden.

Gemächlich positioniert sich die Dame beim ersten Abschlagplatz im Migros Golfpark Holzhäusern. Sie holt aus und schlägt den Ball in hohem Bogen über den Rasen. Schliesslich greift sie nach ihrem Blindenstock und spaziert mit ihrer Begleitperson zum nächsten «Tee» – der kleine Stift, der für den Abschlag in den Boden gesteckt wird. Bei besten Wetterverhältnissen fand am vergangenen Wochenende zum ersten Mal in der Schweiz ein Golfkurs für Blinde und Sehbehinderte Menschen statt. Nach zwei Einführungstagen auf dem Trainingsgelände tummelte sich das heitere Grüppchen Sonntagnachmittag bereits auf dem Golfplatz. «Wir waren von Anfang an begeistert von der Idee, ganz nach unserem Motto <Golf für alle> soll der Sport auch für Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung möglich sein», erklärt Peter Kälin, Leiter Migros Golfpark Holzhäusern. Golf sei auch für Sehbehinderte ein optimaler Sport. Er fördert die Orientierung, die Mobilität, das Gleichgewicht und die Beweglichkeit und kann dank sehender Begleitpersonen an der frischen Luft ausgeführt werden.

Für den Golfkurs extra angereist

«Unser Ziel heute ist es einen stressfreien Spaziergang auf dem Golfplatz zu geniessen und dabei auch etwas über die Regeln des Spiels zu erfahren», sagt Julian Myerscough, Head Pro vom Golfpark Holzhäusern. Die Sicherheit der anderen Spieler nicht zu gefährden stehe da an oberster Stelle. «Steht ihr in der Nähe von einem Gebüsch, müsst ihr laut <Fore> rufen um sicher zu gehen, dass sich da niemand versteckt.» Seine «Schäfchen » kennen keine Schüchternheit und üben lauthals ihre Fore-Rufe. Nach 30 Jahren als Golflehrer zieht Myerscouph ein «Caddy» voller Erfahrungen mit sich und betont: «Wenn man weiss, wo der Ball liegt, muss man ihn nicht sehen.» Pascal Leinenbach hält zum ersten Mal einen Golfschläger in der Hand. Der 37-Jährige ist seit einem Unfall vor 19 Jahren blind. Für den Golfkurs ist er eigens aus Maloja angereist. «Der Zusammenhalt in der Gruppe war von Anfang an toll», schwärmt er. «Ich habe dieses Wochenende definitiv die Freude am Golfen entdeckt und hoffe meine neuen Kolleginnen und Kollegen wieder mal auf dem Rasen anzutreffen.» Trotz allgemeiner Begeisterung galt es auch Herausforderungen zu überwinden: «Für mich war es am Anfang sehr schwer, ich konnte mir von nichts eine Vorstellung machen», gesteht Raphaela Bönisch aus St. Gallen. Die 39-Jährige sieht seit Geburt nur hell und dunkel. Dank der Hilfe ihrer Begleitperson sei sie aber immer besser klar gekommen. «Wir haben unsere eigene Technik herausgefunden », sagt Bönisch lachend. «Wir laufen beispielsweise den Golfplatz ab und zählen Schritte, so klappt es ganz gut.» Kursleiterin Karin Becker aus Innsbruck steht etwas abseits der Gruppe und ist angesichts der Freude der Teilnehmenden sichtlich gerührt. «Ich freue mich ganz einfach, dass ich Interessierten den Enthusiasmus am Golfsport weitergeben kann.» In ihrer Heimat habe die Inklusion von Blindengolf bereits vor vier Jahren stattgefunden. «Ich hoffe sehr, dass sich in der Schweiz eine ähnliche Entwicklung zeigt.» Ein Ziel hat die Gruppe ohne Zweifel erreicht: Der Spaziergang über den Golfplatz war stressfrei und gelernt haben die Teilnehmenden ebenfalls einiges. «Ich kann mir gut vorstellen, das wieder mal zu machen», sagt Raphaela Bönisch abschliessend.

Golfkurs

Der dreitägige Golfkurs für Blinde und Sehbehinderte in Holzhäusern wurde von der Selbsthilfeorganisation Schweizerische Caritasaktion der Blinden (CAB) in Zusammenarbeit mit Migros Golf park Holzhäusern lanciert. Sechs Personen aus der ganzen Schweiz nahmen gemeinsam mit ihren von CAB ausgebildeten Begleitpersonen am vergangenen Wochenende daran teil. Der Migros Golfpark Holzhäusern übernahm die Hälfte der Kursgebühren. Geleitet wurde der Kurs von der Österreicherin Karin Becker, sie ist eine der besten Blindengolferinnen der Welt. (sas)

Augenblicke-Ausgaben auf der CAB-Website

Wussten Sie schon?

Auf unserer Seite Publikationen finden Sie ein Archiv mit den Ausgaben von AUGENBLICKE, dem regelmässig erscheinenden CAB-Magazin. In der aktullen Ausgabe 1/2020 erfahren Sie unter anderem, wie Maria-Theresia Müller ihr Leben trotz einer starken Hörsehbehinderung meistert, und Sie lernen Stephanie Scherrer, CAB-Sozialarbeiterin, kennen. In der Rubrik „Nachgefragt“ gibt es Informationen zum Usher-Syndrom.

Hier geht’s zur Seite Publikationen.

Und hier finden Sie direkt die aktuelle Ausgabe Augenblicke 1/2020.

15. Oktober – Tag des Weissen Stockes

 

Der «Internationale Tag des Weissen Stockes» wird 50

Der im Jahr 1969 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufene «Internationale Tag des Weissen Stockes» jährt sich an diesem 15. Oktober 2019 zum 50. Mal. Aus aktuellem Anlass rückt die Idee eines Erfinders in den Fokus dieses Beitrags.

Kennen Sie Seiichi Miyake? Er wurde 1926 in der japanischen Präfektur Okayama geboren. Aus seinem Leben ist nicht viel bekannt. Doch mit seiner Erfindung des Bodenleitsystems für blinde und sehbehinderte Menschen leistete er einen jener Beiträge, die für die Betroffenen ein Segen sind. Ursprünglich wollte er seinem erblindeten Freund dazu verhelfen, sich im öffentlichen Raum zu orientieren und eigenständig fortzubewegen. Mit Rillen und Noppen im Boden- bzw. Strassenbelag schaffte er ein System, das sich mit dem Langstock ertasten und interpretieren lässt. Nach der erfolgreichen Umsetzung 1967 in der Nähe einer Blindenschule in Okayama setzte sich das Bodenleitsystem weltweit durch.

Hürden für blinde Menschen beseitigen
Der «Internationale Tag des Weissen Stockes» erinnert als Aktionstag daran, dass der öffentliche Raum, verschiedene Einrichtungen und Vorrichtungen auch von sehbehinderten, blinden, hörsehbehinderten und taubblinden Menschen genutzt werden. Vieles wurde bereits getan, aber so manche neue Idee könnte dazu beitragen, weitere Hürden und Hindernisse zu beseitigen. Die Schweizerische Caritasaktion der Blinden (CAB) setzt sich seit ihrer Gründung für die Anliegen von blinden, sehbeeinträchtigten und hörsehbehinderten Menschen in der Schweiz ein.

Wandertag Flumserberg

Der Berg im Spiegelbild bei wunderbarstem Wetter
Flumserberg: Wunderschöne Spiegelung im See; das Wetter war einfach unglaublich Spitze!

Am 19. Juni fand der CAB-Tageskurs „Wandertag Flumserberg“ unter der Leitung der erfahrenen Wanderleiterin und Lauf-Coach Anna Schori statt.  Die Kursteilnehmerin Elisabeth Gimpert berichtet voller Begeisterung:

Die gesamte Gruppe, die Teilnehmenden machen einen extrem glücklichen Eindruck
Die Gruppe macht einen sehr zufriedenen Eindruck

„Es war super! Wetterglück, Ideenglück und eine super Leiterin. Sie kümmerte sich für alle und war stets da. Noch nie hatte ich nach einem Wandertag so viele schöne Eindrücke von Bergen, Landschaften, und selbst Blumen und Fische und Frösche entdeckte ich- auch dank Anna und meinem Begleiter Nico. Anna  stieg den Weg etwas hinauf um echte Alpenrosen für mich zu fotografieren. Wenn das nicht total behindertengerecht ist 😉

Die Wanderleiterin Anna Schori ist extra hochgeklettert und hat für Elisabeth Gimpert die Alpenrosen fotografiert

Es war eine so gefreute Kombination von Sehen, erleben, entdecken! Ich wagte es sogar dank Nico (sonst nicht!) die Rodelbahn runter zu sausen trotz Gleichgewichtsproblemen.  Auch

Elisabeth Gimpert auf der Rodelbahn
Elisabeth Gimpert mit ihrem Begleiter Nico auf der Rodel-Bahn (Bild automatisch von der Rodelbahn-Betreiberfirma erstellt)

die Gruppenzusammensetzung war geglückt. Manche kannte ich, neue lernte ich kennen. Ich freue mich bereits auf den nächsten Wandertag!“

Text: Elisabeth Gimpert / Fotos: Anna Schori

Kulturknaller mit den Bregenzer Festspielen

Rigoletto auf der einzigartigen Seebühne in Bregenz

Wir haben für Sie mehrere Packages zusammengestellt:

Gesamtpaket Rigoletto vom 16. – 20. August 2019, diverse Ausflüge, 4 Übernachtungen im Hotel Arenenberg/Salenstein inkl. Vollpension
EZ mit Du/WC CHF 780.00, DZ CHF 690.00
Mehr Informationen dazu: Link

Rigoletto + 1 Übernachtung im Hotel Arenenberg/Salenstein
EZ mit Du/WC CHF 195.-
Mehr Informationen dazu: Link

Rigoletto ohne Übernachtung
CHF 55.-
Mehr Informationen dazu: Link
Wir stellen Ihnen für alle Angebote eine Begleitperson zur Verfügung und übernehmen deren Kosten.

Kreativkurs Frühling in Einsiedeln

Kursbericht Kreativkurs Frühling
7. – 16. April 2019 im Hotel Allegro, Einsiedeln

Der Kreativkurs in Einsiedeln konnte am Sonntag mit einem Apéro pünktlich um 17:15 Uhr beginnen. Das Hotel Allegro begrüsste uns alle recht herzlich und informierte uns über das Wesentliche im Hotel.
Nach dem feinen Nachtessen haben wir das Programm besprochen und offene Fragen beantwortet. Auch wurde bereits die Einteilung für den ersten Tag abgemacht.

Der Tag begann mit einem kleinen Spaziergang durch die Hotelanlage. Das neue Werkatelier wurde bestaunt und es wurde rege diskutiert. Alle freuten sich, endlich mit der Arbeit zu beginnen.
Der Morgen begann jeweils mit einer leichten Gymnastik oder einem Spaziergang.
Am Abend wurden Spiele gemacht, musiziert und Geschichten erzählt. Auch den Kegelabend im Hotel Allegro haben alle genossen.

Diverse Gegenstände wurden für die Mosaikarbeiten ausgesucht. Durch die grosse Auswahl an Perlen entstanden schöne Schmuckketten und Armbänder. Eine Teilnehmerin fädelte mit einer immensen Geduld kleine Perlen zu einer Libelle und einem Engel. An einem Webrahmen entstanden schöne Taschen. Lustige Osterhasen entstanden. Frühlingsdekorationen aus diversem Material wurden kreiert. Mit alten Büchern falteten sie Leseratten mit einer lustigen Brille. Stoffdruck und Seidenmalen durfte natürlich auch nicht fehlen. Aus Papiertüten entstanden schöne Rosen, die zu einer Kugel zusammengefügt wurden.

Die Teilnehmenden konnten verschiedene Arbeitstechniken ausprobieren. Mit unterschiedlichen Materialen konnten sie etwas Eigenes, Neues selbständig gestalten.
Es wurde eifrig und mit Begeisterung gearbeitet. Mit Freude wurden alle gefertigten Gegenstände am Dienstag in einer Ausstellung gezeigt und erklärt.

Die Abschlussrunde wurde am Montagabend an einem Feuer abgehalten.

Am Mittwoch besuchten uns Roland Gruber und Nina Zimmermann vom Büro der CAB in Zürich. Am Nachmittag durften wir gemeinsam in Einsiedeln die Kaffeerösterei Drei Herzen besichtigen. Es war sehr interessant, einiges über den Kaffee zu erfahren.

Am Samstag gingen wir ans Jubiläumskonzert der Musikschule Einsiedeln. Einige fuhren um 22 Uhr mit dem Bus zurück ins Hotel die Anderen spazierten zufrieden um 22:45 ins Hotel zurück.

Ohne Zwischenfälle konnte der Kurs wie geplant durchgeführt werden.

Die Zusammenarbeit zwischen den Begleitpersonen und Teilnehmenden war sehr gut. Alle haben sich gegenseitig unterstützt und sind sich mit Respekt begegnet.
An der Abschlussrunde sagte eine Teilnehmerin: „Es war wie eine grosse Familie.“

Unterkunft und Verpflegung
Das Hotel Allegro ist sehr bemüht, auf unsere Bedürfnisse und speziellen Wünsche einzugehen. Alle sind freundlich und hilfsbereit.

Die Umgebung ist gut geeignet für Sehbehinderte. Auch die Hunde können sich frei bewegen.

Die Küche ist sehr abwechslungsreich und geht jeden Tag immer wieder freundlich auf diverse Wünsche ein.

Es war ein kleiner, aber sehr harmonischer Kurs. Vielen Dank!

Theres Raimondi
26.04.2019

Unsere neuen Kursorte haben die „Feuerprobe“ bestanden!

Nachdem nun auch das Zentrum Ländli in Oberägeri mit dem Qigong und Taiji Schnupperwochenende von einer CAB-Gruppe „eingeweiht“ wurde, möchte ich gerne ein paar Eindrücke von den neuen Kursorten teilen.

Ja, wir waren auch ein bisschen aufgeregt und vor allem sehr neugierig, ob sich Teilnehmende und Begleiter wohl fühlen an den neuen Kursorten, die wir ausgesucht haben. Und nachdem nun im Hotel Allegro in Einsiedeln bereits 4 Kurse, im Hotel Leuenberg in Hölstein 1 Kurs und im Zentrum Ländli in Oberägeri 1 Kurs stattgefunden haben, können wir sagen – es funktioniert – sogar viel besser als erwartet. Aus den Reihen der Teilnehmenden und Begleiter hören wir, dass sie sich wohl fühlen, die Zimmer komfortabel sind, das Essen sehr lecker und die Atmosphäre sehr herzlich. Die Teams in den Hotels kommen mit den besonderen Bedürfnisse sehr gut zurecht und reagieren promt, wenn es an etwas fehlt. So gut es eben möglich ist. Im Leuenberg wurde kurzfristig ein Handlauf mit einem Staubsaugerrohr verlängert, im Hotel Allegro wurden Daisy Player und DAB-Radios aus dem IBZ übernommen und sogar für das ganze Material für die Kreativkurse ein Lagerraum zur Verfügung gestellt. Ich bin immer wieder erstaunt und verzückt, wie sehr auf uns „acht gegeben wird“.

Ein grosses Fragezeichen, das wir im Vorfeld gehört haben, war die Anreise und das ‚wie finden wir uns in den neuen Häusern zurecht‘. Die Anreisen waren bisher ebenfalls problemlos. Unsere Begleiter-Engel unterstützen uns dabei sehr. Und selbstverständlich finden wir für jeden eine gute Lösung. Und auch beim zurecht finden in den Häusern sind die Begleiter toll. Natürlich Bedarf es für jeden ein wenig mehr Geduld und ein bisschen weniger Selbständigkeit. Aber ich denke, dass das mit der Zeit, wenn man die Häuser besser kennengelernt hat, auch wieder dazugewonnen werden wird.

Unser Résumee nach 4 Monaten mit den neuen Kursorten: es funktioniert viel besser als erwartet! Danke für euer Vertrauen und das „die Chance und Herausforderung annehmen“!

  Zentrum Ländli, Oberägeri

Hotel Allegro, Einsiedeln

Hotel Leuenberg, Hölstein

Ihre Spende in guten Händen mit dem ZEWO-Gütesiegel

 

 

„Unsere Organisation ist seit jeher bestrebt, Spenden verantwortungsvoll und im Sinne der Spenderinnen und Spender einzusetzen. Das ZEWO-Gütesiegel zeigt nun unseren Unterstützern auf den ersten Blick, dass wir ihr Vertrauen verdienen.“ Rudolf Rosenkranz, Geschäftsführer der CAB.

Nach dem Entschluss, dass die CAB sich dem anspruchsvollen Prüfverfahren der ZEWO (Schweizerische Zertifizierungstelle für gemeinnützige Spenden sammelnde Organisation) stellen möchte, wurden die von der ZEWO klar definierten Standards bei der CAB in einem recht aufwendigen Prüfverfahren kontrolliert. Das Ergebnis wurde so kurz vor Ende des Jahres verkündet – wir haben bestanden!