Erweiterte Geschäftsleitung CAB

Beitragsbild: Die neue erweiterte Geschäftsleitung der CAB: von rechts nach links: Rudolf Rosenkranz (Geschäftsleiter), Andrea Vetsch und Roland Gruber. Foto: Monika Meile

Am 1. Januar 2026 sind Andrea Vetsch und Roland Gruber als Mitglieder in die neue Geschäftsleitung der CAB aufgenommen worden. Die neue Geschäftsleitung besteht zusammen mit dem bisherigen Geschäftsleiter Rudolf Rosenkranz aus drei Personen. Andrea Vetsch wird das Kurswesen und die Ausbildung von Freiwilligen weiter ausbauen. Roland Gruber ist für die Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsarbeit und Beratung sowie für die Interessenvertretung in Sachen barrierefreiem ÖV zuständig. Die Stellvertretung des Geschäftsleiters wird auf die beiden neuen Mitglieder der Geschäftsleitung aufgeteilt.

Diese Beförderungen sind Zeichen des Dankes und des Vertrauens in die beiden neuen Geschäftsleitungs-Mitglieder Andrea und Roland für ihren bisherigen, unermüdlichen und allseits äusserst geschätzten Einsatz für die CAB. Zudem ist es eine Anpassung an das sich stetig und schnell verändernde Umfeld.

Der Vorstand und der Geschäftsleiter wünschen Andrea Vetsch und Roland Gruber viel Erfolg und Freude mit der neuen Verantwortung.

Danke, Ruth Häuptli!

Beitragsbild: Ruth Häuptli, seit 1991 im Zentralvorstand der CAB, seit 2005 Zentralpräsidentin

Rücktritt unserer Präsidentin Ruth Häuptli

Foto: Ruth Häptli mit Wasserfontäne
Bildbeschreibung:: Ruth Häuptli am CAB-Mitgliederausflug 2025 im Tierpark Arth-Goldau. Sie greift nach einer Wasserfontäne.

Unsere langjährige Präsidentin, Ruth Häuptli, musste aus gesundheitlichen Gründen Mitte November ihren Rücktritt als Präsidentin der CAB einreichen. Gleichzeitig trat sie von weiteren Verpflichtungen in anderen Organisationen und Gremien zurück.

In etwas über 20 Jahren als Präsidentin hat sie die CAB stark geprägt und in ein neues Zeitalter geführt. Oft waren die Entscheidungen schmerzlich. So musste das IBZ im September 2018 geschlossen werden, was teilweise bis heute nachwirkt. Im gleichen Jahr wurde auch die Blindenbibliothek Landschlacht geschlossen und an die SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte in Zürich übergeben. Ruth Häuptli war es dabei immer ein grosses persönliches Anliegen, dass für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beste Lösungen gefunden werden konnten. Ebenfalls war es ihr sehr wichtig, dass die Kommunikation mit Betroffenen und allen involvierten Personen und Organisationen frühzeitig, offen und vorausschauend erfolgte.

Foto: Ruth Häuptli
Bildbeschreibung: Seit 34 Jahren Vorstandsmitglied und bestimmt schon vorher für die CAB engagiert: Ruth Häuptli, ein Portrait-Bild.

Die gute Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen und in den verschiedenen Gremien des institutionellen Blindenwesens waren ihr stets ein Herzensanliegen. In den letzten Jahren hat Ruth Häuptli die strategischen Weichen der CAB für eine erfolgreiche Zukunft gestellt und gleichzeitig den Vorstand der CAB verjüngt und professionalisiert. Wir werden Ruth Häuptli an der nächsten Mitgliederversammlung aufgrund ihrer grossen Verdienste für die CAB und für das Blindenwesen als Ehrenpräsidentin vorschlagen.

Die Stabsübergabe an die nächste Generation hat sie bereits vorbereitet. An der nächsten Mitgliederversammlung der CAB wird ein Co-Präsidium zur Wahl vorgeschlagen, bestehend aus der aktuellen Vize-Präsidentin Irene Blatti und dem Vorstandsmitglied Michel Chiarinotti.

Wir bedanken uns für den unermüdlichen Einsatz von Ruth Häuptli und wünschen ihr von Herzen alles Gute.

Text: Geschäftsstelle CAB, Rudolf Rosenkranz und Team


Im Folgenden ein kurzer Ausschnitt rsp. Zusammenschnitt aus dem Interview, das Ruth Häuptli in Zusammenhang mit ihrem Rücktritt der CAB-Zeitschrift «Das Gute Wort» gegeben hat. Dieses Interview war ein veritabler Willensakt, Ruth Häuptli wollte sich unbedingt persönlich von den Mitgliedern und Hörerinnen und Hörern verabschieden. Ein solches Interview trotz gesundheitlicher Schwierigkeiten, die es mit sich bringen, dass die Worte schwerer zu finden sind als es früher der Fall war; einfach nur Hut ab vor diesem Willensakt! Und sie wäre nicht Ruth Häuptli, wenn sie in diesem Moment nicht etwas emotional wäre. Und es ist so richtig typisch für Ruth Häuptli, dass sie in ihren Abschiedsworten die wichtigen Partnerorganisationen der CAB, den SBV, den SBb und den SZBLIND nennt. Die enge Zusammenarbeit im Blindwesen war ihr stets ein zentrales Anliegen. Ja, dieses Interview kann als Plädoyer für die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe und für die enge Zusammenarbeit der Organisationen gesehen werden.

Länge des Interview-Ausschnitts: 2 Minuten 47, Sekunden
Interview: Roland Gruber


Foto: Ruth Häuptli an der Jubiläums-DV in Olten
Bildbeschreibung: Gesellschaftliche Anlässe waren ihr stets ein Anliegen. Ruth Häuptli mit einem Glas Orangensaft an der Jubiläums-DV am 13. Mai 2023. Mit auf dem Bild: Daniel Burri, ZV-Mitglied der CAB und Tanja Haas, seinerzeit Mitarbeiterin bei der Behindertenseelsorge in Zürich.

Und das sagen die Mitarbeitenden der CAB über Ruth Häuptli:

Beginnen wir gleich mit der «dienst-jüngsten» Mitarbeiterin der CAB, Ruth Meier vom CAB-Kurswesen:

Ruth Häuptli habe ich nur wenige Male persönlich getroffen, das erste Mal im Rahmen des Bewerbungsprozesses letzten Winter.

Als CAB-Präsidentin war es ihr wichtig, die neue Mitarbeiterin persönlich kennenzulernen.

Eindringlich sagte sie zu mir: «In einem kleinen Team kommt es auf jede Mitarbeitende an.»

Ich habe mir diesen Satz hinter die Ohren geschrieben.

Foto: Ruth Häuptli mit CAB-Mitarbeiterinnen Barbara Gisler und Theres Raimondi
Bildbeschreibung: Die damalige CAB-Präsidentin auf dem Mitarbeiterausflug 2021, auf dem Bild zusammen mit Mitarbeiterinnen Barbara Gisler und Theres Raimondi.

In die ähnliche Richtung geht das Statement unserer anderen Mitarbeiterin in der Kurs-Administration, Barbara Gisler. Ihr Zitat hebt die ungeheure Wertschätzung hervor, die die abtretende Präsidentin für alle Menschen und im Besonderen für «ihre» Mitarbeitenden hatte:

Ruth Häuptli hat nicht nur ein grosses Herz für die Klienten der CAB sondern auch für ihre Mitarbeitenden. Es war ihr stets wichtig, dass es uns gefällt und dass wir uns wohl fühlen. Als kurzes Zitat hat sie mehrfach geäussert: «Du bist wertvoll, du bist wichtig für uns».

 

 

Rudolf Rosenkranz, Geschäftsleiter der CAB:

Ruth war es immer sehr wichtig, gerade anlässlich von Versammlungen und Zusammenkünften, dass es allen gut geht, dass sich alle wohl fühlen. Vor diesem Hintergrund höre ich ihre jeweils erste Äusserung im Rahmen von Delegierten- und Mitgliederversammlungen immer noch mit einem Lächeln vor meinem «geistigen Ohr»: : «Das wichtigste zuerst: Das Menü». – Irgendwie legendär …

Und ausserdem: Ruth war es immer sehr wichtig, dass an den Vorstandssitzungen und an den Delegiertenversammlungen ein anständiger Umgang miteinander gepflegt wurde, auch wenn auf der Sachebene auch einmal härter diskutiert werden konnte.

Foto: Ruth Häuptli am Weinseminar
Bildbeschreibung: Ruth Häuptli legt Hand an und schneidet anlässlich des CAB-Weinseminars 2022 Reben herunter.

Andrea Vetsch, Leiterin des CAB-Kurswesens:

Ruth hat viele Talente. Eines davon fand ich besonders bewundernswert: ihr Kommunikationstalent. Trotz ihrer starken Seheinschränkung trat sie selbstbewusst vor ihr Publikum, an Begleitertagen wie vor Presseleuten, stets wortgewandt, charmant und perfekt gekleidet.

Foto: Ruth Häuptli im Kreativ-Kurs
Bildbeschreibung: Dieses Bild ist während einem Kreativkurs im IBZ Landschlacht entstanden: Ruth Häuptli legt Perlen für eine Kette in einen Rahmen.

Theres Raimondi, festangestellte Kursleiterin bei der CAB:

Die gemeinsam entworfenen Swarovski-Ketten farblich passend zu ihrer Kleidung und unsere kreativen Stunden werden mir immer in liebevoller Erinnerung bleiben.

 

Roland Gruber, bei der CAB zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit:

Foto: Ruth Häuptli betastet das Stadtmodell von Zürich
Bildbeschreibung: Im Rahmen eines Medienauftritts, wie immer, sehr versiehrt. Ruth Häuptli betastet das Stadtmodell in Zürich.

Mich hat an Ruth einerseits ihre Medien-Gewandtheit beeindruckt. Ein bisschen salopp ausgedrückt: Ich konnte sie zum Beispiel einem TV-Journalisten vor die Kamera stellen, und sie hat das Ding «gerockt». In den etlichen Interviews, die ich für unsere Zeitschrift «Das Gute Wort» mit ihr realisiert habe, mussten wir ganz selten etwas zweimal aufnehmen oder schneiden.

Und andererseits: Ihre Basisnähe. Sie war eine Präsidentin, die haargenau wusste, wo blinden und sehbehinderten Menschen der Schuh drückt. Sie hat sich für jedes einzelne Mitglied interessiert. Nein, eine «abgehobene Präsidentin», das war sie wirklich nicht.

An dieser Stelle noch ein kurzes Gedicht der CAB-Mitarbeiterin Monika Meile (Buchhaltung und Mitgliederverwaltung):

Liebe Ruth

Du hast in der CAB einiges erlebt.
Dein Ruf ist noch lange nicht verebbt!
Du bist Höhen und Tiefen durchschritten,
Du bist jetzt in den Ruhestand getreten.
Du hast Leute kommen und gehen sehen.
Manchmal musstest du für Dinge hinstehen,
die nicht einfach waren.
So vergingen die Jahren.
Geblieben sind Anekdoten
Und viele nette Worten.

Nun ist es Zeit adieu zu sagen,
ich will nicht klagen,
und einfach nur DANKE sagen.
Monika


Und zu guter Letzt hier ein Beispiel für den souveränen Umgang, den Ruth Häuptli mit den Medien hatte – eine Trouvaille aus unserem Archiv respektive aus demjenigen von TELE M1: Ruth Häuptli war vor gut fünf Jahren zu Gast in der Fernsehsendung «Uf Bsuech» auf TELE M1. Oder besser gesagt: Anna Steiner war bei Ruth Häuptli auf Besuch. Ruth Häuptli erzählt in der gut zwanzigminütigen Sendung von der Zeit, als sie als blindes Kind geboren wurde, von ihrer Schulzeit, von ihrem Engagement für die CAB und in der Sehbehinderten-Selbsthilfe, sie erklärt blindentechnische Hilfsmittel sowie die Braille-Schrift. Und: Wie Blinde jassen, natürlich…. – Ruth Häuptli, wie sie leibt und lebt…. Der Stream ist nach wie vor verfügbar, sie finden den Link darauf auf unserer Seite www.cab-org.ch/cab-praesidentin-im-tv/.

Fotoauswahl: Monika Meile

Danke, Ruth, für Deinen so beherzten und engagierten Einsatz für die CAB, für das Blindenwesen und vor allem für die Menschen!

Foto: Ruth Häuptli

AUGENBLICKE 4/2025 ist erschienen

Im Portrait lernen Sie die stark hörsehbehindert Anita Heimlinger kennen. Dank ihres Blindenführhundes, einem Cochlea-Implantat und viel innerer Stärke eistert sie ihren Alltag beeindruckend selbstständig. In den CAB-Kursen kann sie sich erholen, sich mit anderen austauschen und neue Fertigkeiten erwerben. Um Talente geht es auch im Beitrag über unsere Kursangebote. Dort entstehen nicht nur schöne Werkstücke, sondern vor allem Selbstvertrauen, neue Perspektiven und Fähigkeiten, die über den Kurs hinauswirken. Wie moderne Technik dabei helfen kann, trotz Hörverlust wieder aktiv am Leben teilzuhaben, zeigt der Beitrag zum Cochlea-Implantat – und wie sich Sehbehinderung im Alltag anfühlt, schildert Roland Gruber in seiner Kolumne.

Hier können Sie die AUGENBLICKE-Ausgabe 4/2025 herunterladen.

Und, wie immer: Auf unserer Seite PUBLIKATIONEN finden Sie auch ältere Ausgaben von AUGENBLICKE.

Laila Grillo im Interview

Beitragsbild: Laila Grillo im Hochgebirge unterwegs

Das Team des NÄHER ran Newsletters der CAB konnte eine der neuen Kursleiterinnen der CAB, Laila Grillo interviewen.

NÄHER ran: Du bist eine neue Kursleiterin der CAB. Wie kam es dazu?

Laila Grillo: Das war eigentlich ein lustiger Zufall. Ein guter Freund von mir, der bereits Weinseminare der CAB besucht hat, teilte mir mit, dass der langjährige Kursleiter Daniel Borter Ende 2025 das Weinseminar nicht mehr weiterführen würde.

Da ich mich in diesem Zeitraum gerade intensiv mit Weindegustation beschäftigte und es mir sehr viel Freude macht, Wissen zu vermitteln und die Begeisterung für Wein weiterzugeben, kam die Idee spontan, mich bei der CAB als Kursleiterin zu bewerben. Et voilà, nach einem Gespräch mit Andrea Vetsch war dies eine klare Sache. Mein erstes Seminar, das ich nach der Erlangung des WSET Diploma Award in Wines geben darf.

NÄHER ran: Von 3. bis 7. September 2026 wirst Du in der historischen Kartause Ittingen für die CAB das Weinseminar leiten (hier geht’s zur Kursausschreibung). Kennst Du die Kartause Ittingen? Hast Du den Kursort ausgewählt?

Laila Grillo: Ja, die Kartause Ittingen kenne ich aus meinem Landwirtschaftspraktikum. Ich hatte da eine fabelhafte Zeit und konnte im Weinbau, im Hopfenanbau sowie in der Milchviehhaltung mitarbeiten, zusammen mit einem anderen sehbehinderten Mitarbeitenden. Da ich mich an diesem Ort sehr wohl fühle und er auch von der Natur her viel Raum zum Entdecken bietet, war die Wahl sehr einfach. Zudem verfügt die Kartause über einen tollen Weinkeller und eine hervorragende Küche.

NÄHER ran: Es gibt übrigens nur noch wenige freie Kursplätze. Was hast Du vor mit den Kursteilnehmenden?

Laila Grillo: Oh, das Programm wird sehr dicht, aber auch spannend. Ich möchte mit den Kursteilnehmenden die verschiedenen Facetten von Wein erkunden. Eintauchen in die wunderbare Aromenvielfalt, sortentypische Merkmale erkunden. Und natürlich sollen Verkostungen, Kulinarik und die aktive Mitarbeit im Rebberg nicht fehlen. Aber auch Zeit für den Austausch, für einen Spaziergang und des Abends tolles Tafeln gibt es auch.

NÄHER ran: Magst Du uns davon erzählen, wie es zu Deiner Erblindung kam?

Laila Grillo: Ich bin im Alter von 5 Jahren erblindet. Bis dahin hatte ich einen Sehrrest von 5%. Eine Netzhautablösung, bedingt durch die Frühgeburt zusammen mit meiner Zwillingsschwester, führte zur Erblindung. Meine Schwester sieht aber normal. Sie hat jedoch eine leichte Form von Cerebral Parese.

Laila Grillo: Du bist Agronomin und hast einen interessanten beruflichen Werdegang. Bitte erzähl’ uns etwas davon. Und: War es einfach oder schwierig als blinde Studentin im Studium zu bestehen?

Der Wunsch, Agronomie zu studieren kam eigentlich zufällig. Ich besuchte die Wirtschaftsmittelschule und fragte mich, was ich denn danach machen sollte. Einfach beim KV bleiben kam für mich nicht in Frage. Landwirtschaft, das Draussen-Sein in der Natur und Bewegung faszinierten mich schon immer. Als ich dann entdeckte, dass Agronomie studiert werden kann, zögerte ich nicht sehr lange und fragte an, ob sie denn blinde Studierende nehmen würden.

Dank eines sehr aufgeschlossenen Studiengangleiters war die Aufnahme an die Fachhochschule in Zollikofen bei Bern keine grosse Sache. Herausfordernd wurde das Vorstudienpraktikum. Anstelle auf einem einzigen Betrieb, absolvierte ich dieses Jahr in diversen der Landwirtschaft nachgelagerten Betrieben  und aber auch auf 2 Landwirtschaftsbetrieben, da ich unbedingt Landwirtschaft praktisch erleben wollte.

So kam ich in die Kartause Ittingen und arbeitete auch auf dem Gut Rheinau, welches wir im Kurs auch besuchen werden.

NÄHER ran: Was machst Du heute beruflich und wo soll die Reise hin gehen?

Laila Grillo: Hm, das ist eine grosse Frage. Ich befinde mich momentan grad in einer Umorientierung. Momentan arbeite ich auf einem Gemüsebetrieb im Baselbiet. Ab Januar sind alle Tore offen. Der Weinkurs ist allerdings fix:-)

Ich möchte mich vermehrt dem Thema Wein widmen, mehr dazu lernen und in näherer Zukunft das Diplom des Weinakademikers erwerben. Dies braucht aber noch eine Weile.

NÄHER ran: Du hast schon viele Länder bereist. Welche Länder waren das? Und hast Du das ganz allein gemacht oder mit Begleitung oder in einer Gruppe?

Laila Grillo: Ja, Reisen ist eine meiner anderen grossen Leidenschaften. Ich war in Canada (Toronto), wo ich einen Englisch-Sprachkurs besuchte. Da wir Verwandte in Canada haben, war dies sehr erleichternd und verschaffte mir einen guten Zugang zum Land.

Ein zweites grosses Abenteuer war Nepal, wo ich 5 Monate verbrachte und meine Bachelorarbeit schrieb. Dies war vom Studium organisiert, doch war ich im Gebiet dann quasi auf mich alleine gestellt. Zusammen mit einer nepalesischen Gastschwester, die mich auch in ihre Familie mit aufnahm, arbeitete ich für Helvetas um Marktzugangsempfehlungen für Kleinbäuerinnen und Bauern zu erarbeiten, wie sie ihre Produkte (Linsen, Sojabohnen) besser vermarkten konnten.

Wieder zu Hause packte mich das Reisefieber erneut und zusammen mit einer Freundin beschlossen wir, Australien und Neuseeland zu erkunden. Dies war ein Abenteuer, bei welchem ich als nicht sehr unterhaltsame Beifahrerin schlafend durchs Land chauffiert wurde. Aber es gab natürlich auch tolle Entdeckungen, als wir Wälder, kleine Städtchen, einsame Hügel und eine Sträflingsinsel erkundeten.

NÄHER ran: Und wie sieht es sonst so mit Hobbys aus? Machst Du Sport, oder vielleicht Musik?

Laila Grillo: Oh ja, Sport nimmt für mich neben der Arbeit viel Zeit in Anspruch. Ich bin im Nachwuchskader von PluSport mit Swiss Paralympics und fahre seit 2024 international und national Skirennen. Zudem klettere ich leidenschaftlich gerne und bin seit 2023 Mitglied im Paraclimbing Team der Schweiz.

Aber ich kann auch gemütlich, koche gerne, trinke natürlich gern ein Glas Wein, werde bei Pâtisserie schwach und tauche gerne in die Welten des Theaters und Oper ab.

NÄHER ran: Diese Frage stellen wir an dieser Stelle gerne blinden oder sehbehinderten Menschen: Welche blindentechnischen Hilfsmittel sind für Dich die wichtigsten und hat sich daran in den letzten Jahren viel verändert?

Laila Grillo: Die wichtigsten blindentechnischen Hilfsmittel sind für mich v.a. das Handy, nicht mehr wegzudenken. Aber auch meine sprechende Küchenwaage, die SBB-App, Google Maps und die Karten-App auf dem iPhone sowie die App Seeing AI oder Be my Eyes (Erkennungsfunktion). Auch finde ich Chat GPT eine ganz gute Sache, wenn es als Unterstützung für gewisse Dinge gebraucht wird.

Ich denke, das Handy mit all seinen technischen Möglichkeiten hat uns blinden und sehbehinderten Menschen das Leben enorm erleichtert.

NÄHER ran: Vielen Dank, Laila, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast.


Ganz aktuell: Laila Grillo mit Matin Iten in der Radio-Talkshow „persönlich“  auf Schweizer Radio SRF 1, Sonntag, 16.11.2025, Gastgeberin: Olivia Röllin, 51 min 52 sec.

Eine beindruckender DOK-Film über die blinde Bergsteigerin Laila Grillo kam im Schweizer Fernsehen am 27.10.2023 rsp. 31.12.2023 zur Ausstrahlung (42 min 07 sec):

Die blinde Bergsteigerin – Der Traum vom Gipfel mit Audiodeskription

Die blinde Bergsteigerin – Der Traum vom Gipfel (ohne Audiodeskription)

Blinde er-fahren das Auto

Beitragsbild / Symbolbild: Eine Kursteilnehmerin mit Fahrlehrer im Lehrfahr-Auto

Am 31. Oktober fand der Autofahr-Kurs der CAB mit sechs sehbehinderten / blinden Teilnehmenden statt. Werner Lenzin verfasste einen kurzen Beitrag darüber. Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Lenzin dürfen wir seinen Beitrag auch an dieser Stelle veröffentlichen.

Autor: Werner Lenzin

Publikation in folgenden Medien:

– Weinfelder Nachrichten vom 6.11.2025

– TCS Rundschau Thurgau vom 19.11.2025

Doch vor dem Artikel noch dies: Die CAB organisiert auch im Jahr 2026 in Zusammenarbeit mit dem Verkehrssicherheitszentrum Weinfelden zwei Autofahr-Kurse, einmal als Variante mit Übernachtung im Hotel Arenenberg, einmal als Tagesvariante, beide wiederum unter der Leitung von Theres Raimondi:

11. Juni 2026 bis 13. Juni 2026 – Hotel Arenenberg, Salenstein und Verkehrssicherheitszentrum Weinfelden

Autofahrkurs 16. Oktober 2026 – Verkehrssicherheitszentrum Weinfelden

Blinde er-fahren das Auto

Sechs blinde Menschen fühlten auf dem Gelände der Verkehrssicher-heitszentrum AG und auf Einladung der Schweizerischen Caritasaktion der Blinden (CAB) das Fahren mit einem Auto. Begleitet wurden die Teilnehmenden von einem Team von Fahrlehrer/-innen und Betreuenden.
Von Werner Lenzin

Foto: Gruppenbild Autfahrkurs 31.10.2025
Die Kursteilnehmenden und Fahrlehrerinnen und -lehrer am CAB-Autofahrkurs vom 31. Oktober 2025. Foto: Theres Raimondi

 

«Ich bin seit fünf Jahren Fahrlehrerin und seit drei Jahren selbstständig», begrüsst Jessica Meister die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, einige von ihnen sind ganz blind, andere haben lediglich noch eine Sehkraft von wenigen Prozenten. Ihr Dank gilt den vier Fahrlehrerinnen- und Fahrlehrerkollegen, die den heutigen Tag ermöglichen, aber auch den Begleitpersonen. Andrea Vetsch ist die Bildungsbeauftragte der Schweizerischen Caritasaktion der Blinden (CAB), welche den «halbjährlichen Grand Prix von Weinfelden», wie einer der Anwesenden den Anlass humorvoll bezeichnet, lanciert. Mit dabei ist auch Jacqueline Köhler, Geschäftsführerin der Verkehrssicherheitszentrum Thurgau AG. Nachdem sich alle vorgestellt und über ihre Familien und Hobbys berichtet haben, dürfen die Sehbehinderten ihre Wünsche anbringen bezüglich Automarken und Lehrperson. Dann geht’s ans Eingemachte auf der Piste draussen.

Erleben von Beschleunigen

Einer der Teilnehmenden ist der 59-jährige Donato mit einer Sehkraft von lediglich noch fünf Prozent. Mit Hilfe von Fahrlehrerin Elke Schreiber setzt er sich ans Steuer des bereitstehenden Mercedes. Nach dem Kennenlernen von Lenkrad, Pedale, Schalthebel, Sitzen, Gurten und vielem mehr folgen die ersten einfachen Fahrversuche. Nach der Pause erklärt die Fahrlehrerin: «Nun legen wir den Fokus auf das Erleben von Beschleunigung, Bremsen und Lenken.» Dann folgen für Donato und die anderen Teilnehmenden weitere Fahrversuche. Noch vor der Mittagspause steht das Thema «Notbremsung» auf dem Programm.

Begeisterte Teilnehmende

Nach der gemeinsamen Mittagspause bietet sich den Teilnehmenden die Möglichkeit, an drei Posten das Vorwärts- und Rückwärtsfahren und das Slalomfahren zu erleben. Anlässlich der abschliessenden Feedbackrunde äussern sich Teilnehmenden mit grosser Begeisterung vom Erlebten. Die meisten von ihnen möchten auch das nächste Mal an diesem Event, der in jeder Beziehung eine Bereicherung für sie alle darstellt, wieder dabei sein. Zufrieden sind auch die Fahrlehrer/-innen über den Verlauf des Tages, an dem die Sicherheit auf der Piste der ständige Begleiter war.

Mit dem weissen Stock sicher unterwegs – unsere Aktion in Rapperswil

Beitragsbild: sbv, SBb und CAB zusammen in Aktion am TWS in Rapperswil Foto: Schweizerischer Blindenbund, Julia Angehrn

Auch 2025 war die CAB am Tag des weissen Stocks aktiv – diesmal im Einkaufszentrum Sonnenhof in Rapperswil. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen, dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband (Sektion Ostschweiz, Interessenvertretung) und dem Schweizerischen Blindenbund (Regionalgruppe Zürich), haben wir Passantinnen und Passanten für die Anliegen von blinden und sehbehinderten Menschen sensibilisiert.

Besonders schön: Viele Kinder kamen vorbei und stellten neugierige Fragen. Sie konnten mit verbundenen Augen mit einem weissen Stock einen kurzen Hindernis-Parcours absolvieren. Ein etwa zehnjähriger Junge brachte es auf den Punkt:

«Ich habe gemerkt, dass das für die Blinden blöd ist, wenn ich mein E-Trotti auf dem Trottoir liegen lasse.»

Genau darum geht es: Rücksicht und Verständnis im Alltag. Und eine wichtige Botschaft:

Blinde Verkehrsteilnehmende haben mit dem weissen Stock immer Vortritt – überall, auch ohne Fussgängerstreifen.

Über unsere Aktion berichtete auch TVO – das Ostschweizer Fernsehen in der Sendung «Aktuell». Im Beitrag kommt unter anderem Roland Gruber (Öffentlichkeitsarbeit CAB) zu Wort.

Quelle: Sendung «Aktuell»
Ausstrahlungsdatum: 15. Oktober 2025
Autorin des Beitrags: Rahel Lerch

Hier geht’s zum TV-Beitrag von TVO.


Im Folgenden eine kleine Auswahl weiterer TV-Beiträge respektive einem Radio-Beitrag, die in Zusammenhang mit dem Tag des weissen Stocks zur Ausstrahlung kamen:

TV-Beitrag von Teletop mit Haupt-Protagonisten Reto Frey (Vorstandsmitglied der CAB) und Janka Reimmann:

Quellenangabe: Teletop, 13.10.2025, Autor des Beitrags: Nikita Gudaev

Hier geht’s zum TV-Beitrag auf topnow.


Talk-Sendung «Im Zug mit», ebenfalls von TVO, dem Ostschweizer Fernsehen. Diesmal zu Gast bei Moderatorin Claudia Marty: Gerd Bingemann. Dieser Beitrag dauert gut 21 Minuten.

Quellenangabe zur Sendung «Im Zug mit»:
Ausstrahlungsdatum: 11. Oktober 2025, TVO

Hier geht’s zum Talk-Sendung «Im Zug mit» mit Gast Gerd Bingemann.


Beitrag in der Sendung «Züri-News» von Telezüri mit Haupt-Protagonistin Janka Reimmann.

Quelle: Telezüri, «Züri-News» vom 15. Oktober 2025:

Hier geht’s zum TV-Beitrag aus den «Züri-News» vom 15.10.2025.


TV-Beitrag von Telebärn: Silvia Dintheer, die auch in der CAB engagiert ist, gibt Auskunft, vor allem über schwierige Situationen für Blinde in Zusammenhang mit E-Mobilität.

Quellenangabe: Sendung «Telebärn-News» von Telebärn vom 15.10.2025.
Hier geht’s zum Telebärn-TV-Beitrag mit Silvia Dintheer.


Und hier noch der Hinweis auf einen vertiefenden informativern gut 7-minütiger Radiobeitrag von Radio Life Channel, publiziert als Web-Beitrag mit dem Titel «Weisser Stock: Symbol, Signal und Schlüssel zu Selbstständigkeit»:

Hier geht’s zur Online-Version, publiziert auf erf-medien.ch am 14.10.2025.

Tag des weissen Stocks

Symbolbild: Foto von Claudio Schwarz auf Unsplash

15. Oktober, das heisst für blinde und sehbehinderte Menschen und für die Organisationen im Blindenwesen weltweit: Tag es weissen Stocks. Im Vorfeld dieses wichtigen Sensibilisierungstags war das CAB-Vorstandsmitglied Reto Frey Protagonist in einem News-Beitrag von Teletop.

Quelle: Teletop, 13.10.2025, Autor des Beitrags: Nikita Gudaev

Hier geht’s zum TV-Beitrag auf topnow.

Die CAB engagiert sich auch im Jahr 2025 im Rahmen des Tags des weissen Stocks. Dies an einer Gemeinschaftsaktion, an welcher nebst der CAB die Regionalgruppe Zürich des Schweizerischen Blindenbundes und die Interessenvertretung der Sektion Ostschweiz des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes beteiligt sind; so ganz nach dem Motto «zäme gots besser».

Ort: Einkaufszentrum Sonnenhof in Rapperswil

Zeit: Mittwoch 15. Oktober von 10 bis 16 Uhr

Erfahren Sie mehr über diese Gemeinschaftsaktion in der Medienmitteilung, verfasst von CAB-Mitarbeiter Roland Gruber.Hier geht’s zum PDF-Download.

Abstimmungsschablone im Testbetrieb

Die Abstimmungsschablone im Einsatz. Foto: © Damian Imhof

Ein jahrelanges Anliegen,
umgesetzt in einem Testbetrieb

Produktbild Abstimmungsschablone
Produktbild der Abstimmungsschablone. Foto: © Damian Imhof. Direkt zur Online-Bestellmöglichkeit im Hilfsmittelshop des SZBLIND.

Die CAB ist Mitglied des SZBLIND, der Dachorganisation im Schweizer Blindenwesen. Der SZBLIND, und auch die CAB und viele weitere Verbände im Blindenwesen, machen sich seit Jahren dafür stark, dass blinde Menschen autonom, also unter Wahrung des Abstimmungsgeheimnisses, abstimmen können.

Ende November ist es so weit: Die Abstimmungsschablone wird im Rahmen der Volksabstimmungen vom 30. November im gesamten Kanton Zürich getestet.

Weitere Informationen zu diesem für blinde Menschen wichtigen Anliegen finden Sie in der Medienmitteilung des SZBLIND und in den Informationen der Bundeskanzlei sowie des Kantons Zürich als «Test-Kanton» der Eidgenössischen Volksabstimmungen vom 30. November 2025.

Medienmitteilung SZBLIND (PDF)

Weblink: Informationen der Eidg. Behörden (Bundeskanzlei)

Weblink: Informationen des Kantons Zürich, Direktion der Justiz und des Innern


Blinde und sehbehinderte Menschen aus dem Kanton Zürich können die Abstimmungsschablone kostenlos im Hilfsmittelshop des SZBLIND bestellen. Hier geht’s direkt zum Produkt mit Online-Bestellmöglichkeit.

Augenblicke 3/2025 ist erschienen

Im Portrait lernen Sie Roger Dietler kennen. Obwohl er praktisch blind ist, leistet er mit einem unglaublichen Erfindergeist seinen Alltag. Als Kursleiter bei der CAB zeigt er anderen Betroffenen, wie sie das technische Hilfsmittel «Milestone» optimal nutzen können. Im Fachartikel erfahren Sie mehr über das kleine Gerät, das für blinde und sehbehinderte Menschen so wertvoll ist. Wir freuen uns zudem, Ihnen Ruth Meier vorzustellen. Mit ihrem Hintergrund im Blindenwesen und einer Leidenschaft für die Arbeit im sozialen Bereich, ergänzt sie seit diesem Frühling das CAB-Team als Sachbearbeiterin in der Kursadministration. Und wie gewohnt bringt uns Roland Gruber in seiner Kolumne die Tücken des Alltags mit einer Sehbehinderung näher. Sensibilisierung ist ein wichtiges Anliegen der CAB. Dazu trägt auch der Tag des Weissen Stocks bei, der jedes Jahr am 15. Oktober weltweit begangen wird.

Hier können Sie AUGENBLICKE 3/2025 herunterladen (PDF).

Ältere Ausgaben finden Sie auf unserer Seite PUBLIKATIONEN.

«In vino Veritas» auf Kanal 9

Beitragsbild: Teilnehmerin beim TV-Interview im Rebberg. Foto: Daniel Borter

Wissen Sie, was «wimde» bedeutet? Es ist übrigens Walliser-Dütsch. Oder sagen sie in Ihrem Dialekt vielleicht «wimmen»? Die 16 blinden und sehbehinderten Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer des CAB-Weinseminars «In vino veritas» wissen längst, dass es ums Weinlesen geht. Und nicht nur das: Sie haben mit eigenen Händen mehrere Tonnen Trauben geerntet. Das diesjährige Weinseminar unter der Leitung von Daniel Borter konnte aufgrund der grossen Nachfrage gleich zweimal hintereinander durchgeführt werden, in Salgesch im Kanton Wallis. Die zweite der beiden Gruppen wurde vom Walliser Fernsehen Kanal 9 begleitet.

TV-Beitrag Kanal 9
Autorin: Silvia Graber
Sendegefäss: «Tagesinfo»
Ausstrahlungsdatum: 24.09.2025
Dauer: 4 min. 06 sec.

Hier geht’s zum Stream des TV-Beitrags.

Das CAB-Weinseminar findet auch 2026 statt. Allerdings nicht im Wallis, sondern im Kanton Thurgau, in der Kartause Ittingen. Datum: 3. bis 7. September 2026. Geleitet wird es von der Önologin und Agrarwissenschaftlerin Laila Grillo.

Zur Kursausschreibung Weinseminar 2026 mit Laila Grillo mt direkter Online-Anmeldemöglichkeit