Danke, Ruth Häuptli!

Foto: Ruth Häptli

Beitragsbild: Ruth Häuptli, seit 1991 im Zentralvorstand der CAB, seit 2005 Zentralpräsidentin

Rücktritt unserer Präsidentin Ruth Häuptli

Foto: Ruth Häptli mit Wasserfontäne
Bildbeschreibung:: Ruth Häuptli am CAB-Mitgliederausflug 2025 im Tierpark Arth-Goldau. Sie greift nach einer Wasserfontäne.

Unsere langjährige Präsidentin, Ruth Häuptli, musste aus gesundheitlichen Gründen Mitte November ihren Rücktritt als Präsidentin der CAB einreichen. Gleichzeitig trat sie von weiteren Verpflichtungen in anderen Organisationen und Gremien zurück.

In etwas über 20 Jahren als Präsidentin hat sie die CAB stark geprägt und in ein neues Zeitalter geführt. Oft waren die Entscheidungen schmerzlich. So musste das IBZ im September 2018 geschlossen werden, was teilweise bis heute nachwirkt. Im gleichen Jahr wurde auch die Blindenbibliothek Landschlacht geschlossen und an die SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte in Zürich übergeben. Ruth Häuptli war es dabei immer ein grosses persönliches Anliegen, dass für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beste Lösungen gefunden werden konnten. Ebenfalls war es ihr sehr wichtig, dass die Kommunikation mit Betroffenen und allen involvierten Personen und Organisationen frühzeitig, offen und vorausschauend erfolgte.

Foto: Ruth Häuptli
Bildbeschreibung: Seit 34 Jahren Vorstandsmitglied und bestimmt schon vorher für die CAB engagiert: Ruth Häuptli, ein Portrait-Bild.

Die gute Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen und in den verschiedenen Gremien des institutionellen Blindenwesens waren ihr stets ein Herzensanliegen. In den letzten Jahren hat Ruth Häuptli die strategischen Weichen der CAB für eine erfolgreiche Zukunft gestellt und gleichzeitig den Vorstand der CAB verjüngt und professionalisiert. Wir werden Ruth Häuptli an der nächsten Mitgliederversammlung aufgrund ihrer grossen Verdienste für die CAB und für das Blindenwesen als Ehrenpräsidentin vorschlagen.

Die Stabsübergabe an die nächste Generation hat sie bereits vorbereitet. An der nächsten Mitgliederversammlung der CAB wird ein Co-Präsidium zur Wahl vorgeschlagen, bestehend aus der aktuellen Vize-Präsidentin Irene Blatti und dem Vorstandsmitglied Michel Chiarinotti.

Wir bedanken uns für den unermüdlichen Einsatz von Ruth Häuptli und wünschen ihr von Herzen alles Gute.

Text: Geschäftsstelle CAB, Rudolf Rosenkranz und Team


Im Folgenden ein kurzer Ausschnitt rsp. Zusammenschnitt aus dem Interview, das Ruth Häuptli in Zusammenhang mit ihrem Rücktritt der CAB-Zeitschrift «Das Gute Wort» gegeben hat. Dieses Interview war ein veritabler Willensakt, Ruth Häuptli wollte sich unbedingt persönlich von den Mitgliedern und Hörerinnen und Hörern verabschieden. Ein solches Interview trotz gesundheitlicher Schwierigkeiten, die es mit sich bringen, dass die Worte schwerer zu finden sind als es früher der Fall war; einfach nur Hut ab vor diesem Willensakt! Und sie wäre nicht Ruth Häuptli, wenn sie in diesem Moment nicht etwas emotional wäre. Und es ist so richtig typisch für Ruth Häuptli, dass sie in ihren Abschiedsworten die wichtigen Partnerorganisationen der CAB, den SBV, den SBb und den SZBLIND nennt. Die enge Zusammenarbeit im Blindwesen war ihr stets ein zentrales Anliegen. Ja, dieses Interview kann als Plädoyer für die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe und für die enge Zusammenarbeit der Organisationen gesehen werden.

Länge des Interview-Ausschnitts: 2 Minuten 47, Sekunden
Interview: Roland Gruber


Foto: Ruth Häuptli an der Jubiläums-DV in Olten
Bildbeschreibung: Gesellschaftliche Anlässe waren ihr stets ein Anliegen. Ruth Häuptli mit einem Glas Orangensaft an der Jubiläums-DV am 13. Mai 2023. Mit auf dem Bild: Daniel Burri, ZV-Mitglied der CAB und Tanja Haas, seinerzeit Mitarbeiterin bei der Behindertenseelsorge in Zürich.

Und das sagen die Mitarbeitenden der CAB über Ruth Häuptli:

Beginnen wir gleich mit der «dienst-jüngsten» Mitarbeiterin der CAB, Ruth Meier vom CAB-Kurswesen:

Ruth Häuptli habe ich nur wenige Male persönlich getroffen, das erste Mal im Rahmen des Bewerbungsprozesses letzten Winter.

Als CAB-Präsidentin war es ihr wichtig, die neue Mitarbeiterin persönlich kennenzulernen.

Eindringlich sagte sie zu mir: «In einem kleinen Team kommt es auf jede Mitarbeitende an.»

Ich habe mir diesen Satz hinter die Ohren geschrieben.

Foto: Ruth Häuptli mit CAB-Mitarbeiterinnen Barbara Gisler und Theres Raimondi
Bildbeschreibung: Die damalige CAB-Präsidentin auf dem Mitarbeiterausflug 2021, auf dem Bild zusammen mit Mitarbeiterinnen Barbara Gisler und Theres Raimondi.

In die ähnliche Richtung geht das Statement unserer anderen Mitarbeiterin in der Kurs-Administration, Barbara Gisler. Ihr Zitat hebt die ungeheure Wertschätzung hervor, die die abtretende Präsidentin für alle Menschen und im Besonderen für «ihre» Mitarbeitenden hatte:

Ruth Häuptli hat nicht nur ein grosses Herz für die Klienten der CAB sondern auch für ihre Mitarbeitenden. Es war ihr stets wichtig, dass es uns gefällt und dass wir uns wohl fühlen. Als kurzes Zitat hat sie mehrfach geäussert: «Du bist wertvoll, du bist wichtig für uns».

 

 

Rudolf Rosenkranz, Geschäftsleiter der CAB:

Ruth war es immer sehr wichtig, gerade anlässlich von Versammlungen und Zusammenkünften, dass es allen gut geht, dass sich alle wohl fühlen. Vor diesem Hintergrund höre ich ihre jeweils erste Äusserung im Rahmen von Delegierten- und Mitgliederversammlungen immer noch mit einem Lächeln vor meinem «geistigen Ohr»: : «Das wichtigste zuerst: Das Menü». – Irgendwie legendär …

Und ausserdem: Ruth war es immer sehr wichtig, dass an den Vorstandssitzungen und an den Delegiertenversammlungen ein anständiger Umgang miteinander gepflegt wurde, auch wenn auf der Sachebene auch einmal härter diskutiert werden konnte.

Foto: Ruth Häuptli am Weinseminar
Bildbeschreibung: Ruth Häuptli legt Hand an und schneidet anlässlich des CAB-Weinseminars 2022 Reben herunter.

Andrea Vetsch, Leiterin des CAB-Kurswesens:

Ruth hat viele Talente. Eines davon fand ich besonders bewundernswert: ihr Kommunikationstalent. Trotz ihrer starken Seheinschränkung trat sie selbstbewusst vor ihr Publikum, an Begleitertagen wie vor Presseleuten, stets wortgewandt, charmant und perfekt gekleidet.

Foto: Ruth Häuptli im Kreativ-Kurs
Bildbeschreibung: Dieses Bild ist während einem Kreativkurs im IBZ Landschlacht entstanden: Ruth Häuptli legt Perlen für eine Kette in einen Rahmen.

Theres Raimondi, festangestellte Kursleiterin bei der CAB:

Die gemeinsam entworfenen Swarovski-Ketten farblich passend zu ihrer Kleidung und unsere kreativen Stunden werden mir immer in liebevoller Erinnerung bleiben.

 

Roland Gruber, bei der CAB zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit:

Foto: Ruth Häuptli betastet das Stadtmodell von Zürich
Bildbeschreibung: Im Rahmen eines Medienauftritts, wie immer, sehr versiehrt. Ruth Häuptli betastet das Stadtmodell in Zürich.

Mich hat an Ruth einerseits ihre Medien-Gewandtheit beeindruckt. Ein bisschen salopp ausgedrückt: Ich konnte sie zum Beispiel einem TV-Journalisten vor die Kamera stellen, und sie hat das Ding «gerockt». In den etlichen Interviews, die ich für unsere Zeitschrift «Das Gute Wort» mit ihr realisiert habe, mussten wir ganz selten etwas zweimal aufnehmen oder schneiden.

Und andererseits: Ihre Basisnähe. Sie war eine Präsidentin, die haargenau wusste, wo blinden und sehbehinderten Menschen der Schuh drückt. Sie hat sich für jedes einzelne Mitglied interessiert. Nein, eine «abgehobene Präsidentin», das war sie wirklich nicht.

An dieser Stelle noch ein kurzes Gedicht der CAB-Mitarbeiterin Monika Meile (Buchhaltung und Mitgliederverwaltung):

Liebe Ruth

Du hast in der CAB einiges erlebt.
Dein Ruf ist noch lange nicht verebbt!
Du bist Höhen und Tiefen durchschritten,
Du bist jetzt in den Ruhestand getreten.
Du hast Leute kommen und gehen sehen.
Manchmal musstest du für Dinge hinstehen,
die nicht einfach waren.
So vergingen die Jahren.
Geblieben sind Anekdoten
Und viele nette Worten.

Nun ist es Zeit adieu zu sagen,
ich will nicht klagen,
und einfach nur DANKE sagen.
Monika


Und zu guter Letzt hier ein Beispiel für den souveränen Umgang, den Ruth Häuptli mit den Medien hatte – eine Trouvaille aus unserem Archiv respektive aus demjenigen von TELE M1: Ruth Häuptli war vor gut fünf Jahren zu Gast in der Fernsehsendung «Uf Bsuech» auf TELE M1. Oder besser gesagt: Anna Steiner war bei Ruth Häuptli auf Besuch. Ruth Häuptli erzählt in der gut zwanzigminütigen Sendung von der Zeit, als sie als blindes Kind geboren wurde, von ihrer Schulzeit, von ihrem Engagement für die CAB und in der Sehbehinderten-Selbsthilfe, sie erklärt blindentechnische Hilfsmittel sowie die Braille-Schrift. Und: Wie Blinde jassen, natürlich…. – Ruth Häuptli, wie sie leibt und lebt…. Der Stream ist nach wie vor verfügbar, sie finden den Link darauf auf unserer Seite www.cab-org.ch/cab-praesidentin-im-tv/.

Fotoauswahl: Monika Meile

Danke, Ruth, für Deinen so beherzten und engagierten Einsatz für die CAB, für das Blindenwesen und vor allem für die Menschen!

Foto: Ruth Häuptli